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Autokauf - Autogarantien

| 27.01.2009 11:17 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Guten Tag,

mir geht es hier vor allen Dingen um eine Einschätzung der Situation und ob ich hier Möglichkeiten habe, rechtliche Ansprüche an Peugeot zu stellen:

Ich habe im Dezember 2004 einen Peugeot 307 Tageszulassung vom 29.06.2004 mit 10 km gekauft. Bereits nach 43 490 km (14.09.2006) musste die Wasserpumpe getauscht werden. Im Januar 2007 wurde dann der Turbolader ersetzt. Bei dieser Reparatur deren Kosten in Höhe von ca. 1500 Euro angeschlagen wurden, sind wir bei dem Vertragsautohändler bei dem wir das Auto gekauft haben, vorstellig geworden und wollten eine Beteiligung an dem Schaden (der eindeutig nicht nach ca. 1,5 Jahren Fahrzeit entstehen darf) durch Peugeot. Dieses Autohaus bot uns an, den Wagen für einen Drittel des Kaufpreises zurückzukaufen und ein neues Auto zu erwerben. Trotz massiven Drucks unsererseits, wollte sich das Autohaus nicht an dem Schaden beteiligen. Wir haben daraufhin die Werkstatt gewechselt und sind zu einem anderen Vertragshändler von Peugeot gefahren. Hier wurde eine Kulanzregelung eingeführt, so dass wir "nur" die Hälfte der Reparatur zahlen mussten. Paralell habe ich Peugeot über die Vorgänge informiert, hier aber nie Antwort erhalten. Nun hatten wir im letzten Jahr wieder eine Reparatur der Spurstange, die auch noch nicht bei dem Alter des Autos hätte sein dürfen. Jetzt aktuell ist die Kupplung des Autos in Reparatur und das Schwungrad muss erneuert werden. Beides ist nach Auskunft der Werkstatt nicht üblich bei der aktuellen Kilometerzahl. Ausserdem kündigte uns die Werkstatt an, dass in Kürze ein zweiter Turbolader fällig ist und die Motorhaube angefangen hat von innen zu rosten. Wir haben incl. der momentanen Reparatur in nun vier Jahren Kosten für Instandsetzung von 4000 Euro wobei hier nicht die jährlichen Inspektionen enthalten sind, die wir ebenfalls regelmäßig durchführen. Da an diesem Auto nun Reparaturen von weiteren 1500 Euro fällig werden, möchte ich nun gern an Pugeot herantreten, um eine Schadensersatzforderung zu stellen. Nun komme ich zu der eigentlichen Frage, habe ich hier rechtliche Möglichkeiten ob und was kann ich geltend machen kann? Alle Schäden sind nach der zweijährigen Garantie aufgetreten, hätten aber alle nach Aussagen der jeweiligen Mechaniker nicht zu dem Zeitpunkt auftreten dürfen. Für mich handelt es sich um einen wirtschaftlichen Totalschaden nach 4 Jahren und ich bin eigentlich nicht gewillt, diesen Schaden alleine zu tragen. Wie sind die Aussichten einer evtl. Klage, wie muss ich weiter vorgehen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Sehr geehrter Fragensteller,

die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt auf Grundlage der von Ihnen bereitgestellten Informationen. Meine Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Orientierung, da das Weglassen oder Hinzufügen von Details zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich. Die Beantwortung Ihrer Frage im Rahmen dieser Plattform kann daher nicht die Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort ersetzen.

Zur Sache:
Die gesetzliche Gewährleistungsfrist bei einem Verbrauchsgüterkauf (d.h. einem Kaufvertrag zwischen einem Händler und einem Verbraucher (Privatperson)) beträgt grundsätzlich 2 Jahre. Da es sich bei Ihrem Fahrzeug jedoch nach Ihrer Schilderung um eine Tageszulassung handelt, ist das Fahrzeug im juristischen Sinne ein Gebrauchtwagen. Bei Gebrauchtwagen ist der Händler berechtigt, die Gewährleistungsfrist auf ein Jahr zu verkürzen. Sofern eine solche Verkürzung im Kaufvertrag vereinbart wurde, gilt also die 1-jährige Gewährleistungspflicht des Händlers.

Um die Erfolgsaussichten zu verdeutlichen, muss zwischen den einzelnen Defekten unterschieden werden:

1. Abgesehen vom Ablauf der Gewährleistungsfrist wird man Ihnen bezüglich der Kupplung (Schwungrad) entgegenhalten können, dass es sich um einen vom Fahrstil abhängigen Verschleiß und nicht um einen Mangel handelt. Eine Klage wird hier daher keine Aussichten auf Erfolg haben.

2. Der Defekt an der Spurstange trat nach Ihrer Schilderung ebenfalls nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungspflicht auf. Insofern wird eine Klage hier wahrscheinlich keinen Erfolg haben.

3. Bezüglich der rostenden Motorhaube ist folgendes zu sagen: Die Hersteller geben in der Regel eine langjährige Garantie gegen Durchrostung, deren Frist häufig deutlich über die gesetzliche (hier bereits abgelaufene) Gewährleistungspflicht von 2 Jahren hinausgeht. Hierzu sollten Sie zunächst Ihren Kaufvertrag bzw. die Garantiebedingungen des Herstellers überprüfen. Zu klären wäre anschließend die Frage, ob es sich um eine zumindest ansetzende Durchrostung oder "lediglich" um Flugrost handelt.

4. Mit Einbau des neuen Turboladers im Januar 2007 begann nach meiner Rechtsauffassung eine erneute Gewährleistungsfrist zu laufen. Diese beträgt in der Regel 2 Jahre, wenn Sie nicht vereinbarungsgemäß auf 1 Jahr verkürzt wurde. Für die Tatsache, dass der Turbolader bereits beim Einbau defekt war, bzw. die Reparatur unsachgemäß ausgeübt wurde, sind Sie allerdings beweispflichtig. Sofern die Gewährleistungsfrist hier noch nicht abgelaufen ist, droht sie aber zumindest in den nächsten Tagen abzulaufen. Ich empfehle daher dringend, die Angelegenheit schnellst möglich einem Anwalt Ihres Vertrauens vorzutragen, um eventuell noch bestehende Gewährleistungsansprüche durchsetzen zu können. Bitte beachten Sie, dass hierbei weitere Kosten entstehen.
Alternativ können Sie den Verkäufer bzw. den Betrieb, der den Turbolader erneuerte, ebenfalls schnellstmöglich, schriftlich (Einschreiben) und unter Fristsetzung auffordern, den Mangel zu beheben. Bei einer Verweigerung sollten Sie eventuelle Schadensersatzansprüche durch einen Anwalt vor Ort prüfen lassen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 29.01.2009 | 07:52

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