Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
505.542
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Autohändler Nachbesserung Motor: was ist wenn nach Gewährleistung wieder Defekt?

27.05.2018 15:34 |
Preis: 50,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe 12.2017 einen gebrauchten PKW gekauft (Erstzulassung 2009, 71.000 km). Jetzt, 5 Monate später, bin ich auf der Autobahn wegen Motorschaden stehengeblieben (Zahnriemen defekt, obwohl dieser laut Aussagen des Händlers vor 2 Jahren erst gewechselt wurde). Der Autohändler bessert selber nach. D. h. er hat als reiner Autohändler (ohne Werkstatt) einen "Meister" angestellt, der immer mal wieder bei den zu verkaufenden Autos Ölwechsel etc. macht. Dieser "Meister" soll den Motorschaden meines PKWs reparieren.

Es handelt sich hierbei ja um einen recht komplexen Schaden. Der Zylinderkopf muss demontiert und abgeschliffen werden, ggf. neue Ventile, ggf. muss sogar der komplette Motor getauscht werden. Ich habe den Autohändler gestern schriftlich darauf hingewiesen, dass

1) Ich mit dem Fahrzeug ca. 3.000 km im Monat (!) fahre (Berufspendler) und ich dringend empfehle, das Fahrzeug von ihm in einer Vertragswerkstatt reparieren zu lassen, da es sonst sein kann, dass der Motor uns in wenigen Wochen wieder um die Ohren fliegt.
2) Ich von ihm, wenn er das Kfz selber richtet, eine schriftliche Aufstellung möchte, was genau an dem Motor kaputt war und was er dann genau gerichtet hat (z. B. Zylinderkopf abgeschliffen, neue Ventile...).

Fragen:
1) Ist der Händler verpflichtet mir Nr. 2 auszuhändigen? Ich brauche ja irgendwas in der Hand was gemacht wurde am dem Auto.
2) Was passiert, wenn der Motor jetzt z. B. in 8 Monaten nach dem Kauf, sprich im August 2018, nochmal kaputt geht. Dann gilt ja die sog. "Beweislastumkehr" innerhalb der Gewährleistung.
3) Was passiert, wenn der Motor 2019 kaputt geht, d. h. nach der Gewährleistung von 12 Monaten? Wie lange haftet der Händler für die Motorreparatur, die er jetzt ggf. selbst macht?

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Der Händler ist in der Tat verpflichtet, Ihnen genau aufzuschreiben, was kaputt war und was er repariert hat.

Die Beweislastumkehr gilt in den ersten sechs Monaten. Danach gilt die normale Beweislastverteilung, d.h. in den ersten sechs Monaten muß der Verkäufer nachweisen, dass der Wagen bei Übergabe mangelfrei war. Nach Ablauf der sechs Monate müssen Sie nachweisen, dass der fragliche Defekt bei Übergabe bereits vorhanden war.

Wenn der Motor acht Monate nach Kauf kapput geht, müssen Sie nachweisen, dass der Defekt bereits bei Übergabe vorhanden war ODER dass der Motor fehlerhaft repariert wurde.

Wenn der Motor 2019 kaputt geht, haftet der Verkäufer nur für die Reparaturen. Sie müßten dann nachweisen, dass die Reparatur fehlerhaft erfolgte.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.05.2018 | 22:24

Sehr geehrter Rechtsanwalt,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Kann ich den Händler auch um Rücknahme des Kfz auffordern, da ein erheblicher Mangel besteht, der nur mit großem Aufwand vom Händler beseitigt werden kann?
Durch diesen Schaden habe ich jetzt auch einen Wertverlust. Ich will das Auto nach Reparatur verkaufen (ich habe kein Vertrauen mehr in den Wagen), jedoch wird jeder potentielle Käufer auch hellhörig werden wenn solch ein Schaden vorhanden war und repariert wurde.
Wie gesagt, am liebsten würde ich den Wagen dem Händler zurück geben. Kurz nach dem Kauf hatten wir auch noch den Vorfall, dass die Scheibe einen Steinschlag hatte (gemerkt, als wir zu Hause waren) und wir das bei der Probefahrt leider nicht gesehen haben, da es geregnet hat. Der Händler meinte dann, der Steinschlag und Riss in der Scheibe sei auf unserer 30 km Heimfahrt passiert und ich solle das auf meine Versicherung richten lassen. Das habe ich nicht gemacht (Versicherungsbetrug), sondern ich habe die Scheibe in der Werkstatt auf eigene Kosten reparieren lassen (750,--€). Kann ich den Wagen zurückgeben?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.05.2018 | 19:20

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie können den Kaufvertrag leider erst rückabwickeln, wenn der Verkäufer die Reparatur verweigert oder die Reparatur zweimal fehlschlägt.

Wegen dem Steinschlag könnten Sie den Kaufvertrag wegen Täuschung anfechten, müßten da aber beweisen, dass der Steinschlag arglistig verschwiegen wurde. Die anfängliche Beweislastumkehr gilt nicht bei Anfechtungen.

Aufgrund der Weigerung des Verkäufers, den Steinschlag zu reparieren, können Sie den Kaufvertrag rückabwickeln, also den Wagen zurückgeben. Sie müßten aber nachweisen, dass a) ein Steinschlag vorlag und b) der Verkäufer die Reparatur verweigerte.

Mit freundlichen Grüßen,
Robert Weber
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 65539 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort kam schnell und war verständlich. ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Schnelle Antwort mit Verweis auf gültige Rechtsnormen und entsprechenfe Handlungsempfehlung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
die antwort war gut. ...
FRAGESTELLER