Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Auto verkauft, jetzt Motorschaden. Bin ich schadensersatzpflichtig?

14.04.2008 23:10 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Vor Monaten habe ich einen Gebrauchtwagen verkauft, den ich ca. ein halbes Jahr vorher als reparierten Unfallwagen von einem Händler, der diesen repariert hatte, gekauft hatte.
Leider bekam ich damals keinerlei Papiere wie Serviceheft oder Anleitung zu dem Wagen, da der Händler sie im Moment nicht finden konnte... aber später dann nachsenden wollte.
Als diese dann Wochen später immer noch unauffindbar waren, rief ich das Autohaus an, bei dem der Wagen gekauft wurde und auch immer zum Service war. Dabei wurde mir mitgeteilt, daß sämtliche Kundendienste stets erledigt wurden und auch der Zahnriemen bei ca. 90.000 km getauscht wurde. Ich bat mir die letzten beiden Rechnungen der Kundendienste und des Zahnriemenwechsels zuzufaxen.
Als Tage später noch kein Fax vorlag und der damalige Gesprächspartner des Autohauses nicht erreichbar war, rief ich zusätzlich den Vorbesitzer des Wagens an und erfuhr, daß er aus Frust über den Unfall die Papiere verbrannt hatte und bestätigte unabhängig nochmal, daß er alle Servicearbeiten mit Zahnriemenwechsel hat durchführen lassen.
Kurz darauf verkaufte ich den Wagen mit ca. KM-Stand 119.000 weiter(natürlich mit Gewährleistungsausschluß) und da ich immer noch nichts schriftliches bezüglich Services hatte, erzählte ich den Käufern die Sachlage genau so, wie ich sie recherchiert hatte und gab ihnen auch die Nummern des Vorbesitzers und des Autohauses, um meine Angaben zu überprüfen. Die Käuferin schrieb aber zusätzlich eigenhändig in den Kaufvertrag, daß bei 90.000 km ein Zahnriemenwechsel stattgefunden hat, den ich guten Gewissens unterschrieb.
Etwa 3-4 Monate später bekam ich von der Käuferin einen Anruf, daß der Zahnriemen bei ca. 122.000 km gerissen ist und dadurch ein Motorschaden entstanden ist, der Reparaturkosten von ca. 2500 Euro verursacht hat. Ich sagte ihr, daß ich dazu nichts anderes sagen könne als damals bei Verkauf. Denn es ist ja unlogisch, daß jemand den Zahnriemen bei 90.000 nicht wechseln läßt, da er ja nicht wissen kann, daß er bei 117.000 km einen Unfall mit einem wirtschaftlichen Totalschaden verursacht.
Wieder zwei Monate später kam dann ein Brief vom Rechtsanwalt des Käufers, in dem ein Gesamtschaden von 3000 Euro inkl. Nutzungsausfall bezeichnet wurde. Außerdem wurde angeblich laut einem Gutachten festgestellt, daß der Zahnriemen älter war, als die Erstzulassung des Autos. Mit einer Zahlung von 2000 Euro meinerseits könne ich eine Klage vermeiden.
Auf Nachfrage beim Vorbesitzer und Autohaus, die mir damals den Austausch des Zahnriemens unabhängig voneinander bestätigt hatten, wollen jetzt beide nichts mehr von dieser Aussage wissen, wobei beim Autohaus deutlich erkennbar ist, daß es nicht mit rechten Dingen zugeht. Es ist offensichtlich, daß beide auch längst von der Käuferin über den Motorschaden informiert worden sind, wie auch ich damals und jetzt natürlich nichts mehr mit der Sache zu tun haben wollen (oder aber ein alter Zahnriemen im Autohaus verbaut worden ist?).

Wie sehen Sie die Sachlage und die Chancen in einem Gerichtsverfahren? Ich habe keine Rechtsschutzversicherung.
Ist es sinnvoller im Vorfeld einen Vergleich anzustreben, und wenn ja in welcher Höhe?

MfG
Besten Dank im Voraus

Sehr geehrter Fragesteller,

ich gehe davon aus, dass Sie das Kfz von privat nach privat verkauft haben. Dann sollte Ihr Gewährleistungsausschluss eigentlich wirksam sein. Offensichtlich argumentiert die Gegenseite hier damit, Sie hätten vorsätzlich falsche Angaben über den Zahnriemenwechsel gemacht oder eine entsprechende Beschaffenheitsgarantie darüber abgegeben. Ob insbesondere letzteres der Fall ist, läßt sich aus Ihren Sachverhaltsangaben nicht eindeutig klären. Das müßte man sich genauer ansehen.

Allein schon die Tatsache, dass Ihr Gegner Ihnen ein Vergleichangebot gemacht hat und auf vollen Schadensersatz verzichten will deutet an, dass auch er sich nicht ganz sicher ist und Sie gewisse Chancen haben. Sie können m.E. in jedem Fall versuchen, den Schadensersatz "herunterzuhandeln".

Ich würde Ihnen Folgendes raten: Lassen Sie zunächst von einem Anwalt prüfen, ob die Forderung überhaupt schlüssig begründet ist, denn ansonsten können Sie sich gegen die gesamte Forderung erfolgreich wehren. Auch könnte der Anwalt für Sie evtl. einen günstigen Vergleich im Vorfeld erstreiten.

Wenn Sie die Anwaltskosten für die Prüfung der Sachlage und Vergleichverhandlungen scheuen (ca. 250-320 €) können Sie auch Risiko gehen und einfach versuchen, das Vergleichsangebot nochmals um z.B. 500 € zu "drücken", z.B. mit dem Argument, dann jedenfalls gleich und unverzüglich zu zahlen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit einen ersten Eindruck vermitteln. Beachten Sie bitte, dass dieses Frageportal den Gang zum Rechtsanwalt nicht ersetzt, sondern allenfalls eine erste Tendenz aufzeigt.

Bei weiteren Fragen oder Anliegen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Soweit aus dem Bereich www.frag-einen-anwalt.de heraus eine Kontaktaufnahme an mich persönlich gewünscht ist, bitte ich zunächst ausschließlich um Kontakt per E-Mail.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Schneider
Rechtsanwalt





Rückfrage vom Fragesteller 14.08.2008 | 19:05

Sehr geehrter Herr Dr. Schneider,

die Angelegenheit ist vor einigen Tagen vor Gericht gekommen, wobei es zu einem Vergleich gekommen ist, der sich so darstellt, daß ich 1/3 der Forderungssumme von 4050 Euro bezahlen werde (muß).
Allerdings sind die Kosten meines eigenen Anwaltes höher (knapp 1400 Euro!)als die Kosten von 1351 Euro, die aus dem Vergleich zu bezahlen sind!
Ich war vor der Einigung in der Auffassung, daß auch die Anwaltskosten sowie die Gerichtskosten bei einem Vergleich gedrittelt werden.
Außerdem waren in einem früheren Gerichtsfall die Anwaltskosten nur bei 400-450 Euro, wobei der Streitwert bei ca. 1500 Euro lag.
Hinzu kommt noch, daß mein Anwalt es scheinbar versäumt hat, bei dem Richter die Forderung der gegnerischen Seite um etwa 800 Euro zu kürzen, da diese sich aus einer extrem langen Nutzungsausfalldauer von 4-5 Wochen zusammengesetzt hatten.

Mit freundlichen Grüßen
S.Meyer

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.08.2008 | 19:23

Sehr geehrter Fragesteller,

Anwaltskosten über 1.000 € bei einem Streitwert von 4.050 € erscheinen in der Tat unüblich hoch.

Durch einen Vergleich werden i.d.R. nur die Gerichtskosten gequotelt, die jeweiligen Anwaltskosten trägt i.d.R. jeder selbst, wobei hier natürlich eine abweichende Vereinbarung möglich gewesen wäre. Ich kenne aber die genauen Zusammenhänge in Ihrem Fall nicht. Dies gebietet auch eine gewisse Zurückhaltung meinerseits. Am besten wäre zunächst ein klärendes Gespräch mit Ihrem Anwalt. Sollten Sie weiter Zweifel haben, lassen Sie sich von einem zweiten Anwalt vor Ort unter Vorlage des Vergleiches und kurzer Sachdarstellung beraten.

MfG

Dr. Schneider
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 81108 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Auskunft hat uns sehr weitergeholfen. Freundliche Antwort, Unsere Empfehlung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
DIe Antwort kam schnell und freundlich und hat definitv den ersten Stress von mir genommen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ausgezeichnete, konkrete und verständliche Beantwortung der Fragestellung incl. Nachfrage. Dadurch wurde eine Fehleinschätzung vermieden. ...
FRAGESTELLER