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Auto verkauft, 3 Wochen später meldet sich Käufer

| 29.09.2015 01:53 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Désirée Fritsch


Zusammenfassung: Der Ausschluss von Mängelgewährleistung beim Kfz-Verkauf von privat ist wirksam.

Ich habe am 9. September meinen Ford Mustang verkauft, mit im KV stand unter Ausschluss jeder Gewährleistung. Käufer begutachtete das Auto von oben (Motorraum) & von unten (Unterboden), kein klappern/scheppern etc., er machte 2 Probefahrten, befasste sich intensiv 2,5 Stunden mit dem Auto, bekannte Mängel wurden mitgeteilt. Drückte Preis um 1000€, bekam aber noch neue Winterreifen dazu, ich verlangte 5000€. Holte Auto mit einem Anhänger, wollte ihn erstmal bei sich ins Grundstück stellen und etwas dran machen. Laut Tachostand 54tmls, Bj. 2001. Gestern meldete sich Käufer, er hat in den mitgegebenen Rechnungen einen Kaufvertrag gefunden vom 11.3.14 und stellte fest das mein angegebener Kilometerstand in keinster Weise stimmt. Ich kaufte dieses Auto aber erst Ende April 2014. Unter anderem befindet sich der Wagen jetzt in einer Werkstatt, weil angeblich Mängel am Differential und am Radlager festgestellt wurden. Als das Auto aber von ihm auf der Hebebühne begutachtete wurde, war kein klappern zu hören und bei der Probefahrt merkte er auch nichts. Wusste selbst nichts davon.
Der Käufer droht mir jetzt mit Anwalt, seine Worte: "sollte sich rausstellen das die Rechnung auf höhere Kosten kommen, da der Verkaufskilometerstand noch nicht einmal 500 km übersteigt".
Was kann ich jetzt tun?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich gehe bei meiner Beantwortung Ihrer Frage davon aus, dass Sie den Wagen als Privatperson verkauft haben. Als solche können Sie einen Kaufvertrag wirksam unter Ausschluss der Mängelgewährleistung abschließen. Vom Grunde her sind Sie damit also auf der sicheren Seite.
Dies gilt umso mehr, falls Sie eines der gängigen Vertragsmuster verwendet haben sollten, die auf den Verkaufsportalen für Kfz im Internet zu finden sind. Umso mehr sage ich nicht deshalb, weil der Ausschluss bei einer eigenen Formulierung unwirksam wäre. Umso mehr meine ich deshalb, weil diese Verträge vielfach geprüft und für wirksam befunden wurden, auch sind die darin befindlichen Formulierungen nicht missverständlich.

Die einzige Ausnahme, die Ihrerseits zu einer Haftung wegen Sachmängeln führen könnte, wäre in den Fällen einer so genannten arglistigen Täuschung oder der Übernahme einer Beschaffenheitsgarantie gegeben.
Eine arglistige Täuschung wäre gegeben, wenn Sie beim Verkauf von irgendwelchen Mängeln des Fahrzeugs gewusst und diese dem Käufer bewusst verschwiegen hätten.
Bei der Übernahme einer Beschaffenheitsgarantie hätten Sie dem Käufer gegenüber ausdrücklich erklären müssen, dass Sie das Auto mangelfrei, bzw. - falls über einzelne Punkte gesprochen wurde - ohne einen bestimmten benannten Mangel verkaufen möchten. Zusätzlich müssten Sie erklärt haben, dass Sie persönlich dafür einstehen möchten, dass diese Mängel nicht vorliegen.

Beides kann ich Ihrer Schilderung nicht entnehmen, so dass Sie durch den Käufer nichts zu befürchten haben. Hinzu kommt weiterhin, dass er Ihnen gegenüber nachweisen müsste, dass Sie von irgendeinem Mangel gewusst haben, was ihm regelmäßig nicht gelingen dürfte. Dies gilt umso mehr, weil der Wagen ganz offensichtlich "auf Herz und Nieren" geprüft wurde und auch der Käufer daraufhin nichts zu beanstanden hatte.

Abschließend rate ich Ihnen daher, dem Käufer gegenüber zu erklären, dass der Wagen wirksam unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung verkauft worden ist und Ihnen sämtliche benannten Mängel, sollten sie denn überhaupt tatsächlich gegeben sein, nicht bekannt waren oder sind.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.09.2015 | 07:32

Ja ich bin Privatverkäufer, ich habe dem Käufer das mit der Gewährleistung geschrieben, diese hätte es früher mal gegeben, kurz darauf antwortete er mir. Er sieht in dem Kaufvertrag nur eine Mängel (Kratzer an Stoßstange), weitere waren ja nicht bekannt, die Anderen Beiden angebliche Differenzial und das Radlager hätte ich vergessen. Dann fand er in den mitgegebenen Rechnungen einen Kaufvertrag und darauf stand der original Kilometerstand. Jetzt habe ich mich mit dem damaligen Besitzer in Verbindung gesetzt.
Er baute viel um, auch am Motor, jetzt weiß er nicht mehr ob er einen anderen Tacho eingebaut oder den alten zurückgesetzt (0) hat. Er wäre dann noch ca 40 Tausend Meilen gefahren, bis er ihn an mich verkaufte. Da ich den Kaufvertrag nicht gefunden hatte, schrieb ich natürlich den Kilometerstand vom Tacho ein. Wie soll ich mich jetzt verhalten? Käufer droht ja mit Anwalt wegen Betrug

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.09.2015 | 08:12

Liebe(r) Fragesteller(in),

leider können Sie Ihrem Käufer nicht verbieten, einen Anwalt zu beauftragen. Für erfolgversprechend halte ich ein Vorgehen gegen Sie dennoch nicht:

Die Gewährleistung haben Sie ausgeschlossen und konnten dies als Privatperson auch wirksam tun.
Den Tachostand haben Sie so vermerkt, wie er Ihnen angezeigt wurde. Ob und dass ein Vorbesitzer eventuell etwas am Tacho verändert haben könnte, wussten Sie nicht und haben das auch nicht grob fahrlässig übersehen. Sie selbst sagen, dass Sie erst nachfragen mussten und auch daraufhin keine definitive Antwort des Voreigentümers erhalten konnten.

Weiterhin haben Sie Ihrem Käufer alle relevanten Unterlagen weitergegeben, so dass er in die Lage versetzt wurde, selbst alle Informationen einzuholen, die er aus diesen Unterlagen ziehen mag.
Ich bleibe dabei: Sie haben nichts arglistig verschwiegen und auch keine Garantie für bestimmte Eigenschaften gegeben.
Sollte sich der Käufer weiterhin bei Ihnen melden oder eine Anwaltkanzlei damit beauftragen, können Sie dem Käufer entsprechend antworten. Sollten Sie hierbei unsicher sein, empfehle ich Ihnen, einen Anwalt oder eine Anwältin Ihres Vertrauens damit zu beauftragen. Wenn Sie dies möchten, können Sie sich natürlich gerne auch an meine Kanzlei wenden. Die Kontaktdaten dazu finden Sie in meinem Profil.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg für Ihren Fall.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 30.09.2015 | 08:38

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