Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Auto mitnehmen in die USA


| 31.05.2007 19:57 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Kugler



Da ich demnächst geschäftlich in die USA reise, möchte ich mein Fahrzeug mitnehmen.

Habe nur eine Frage, kann ich so einfach wie geschrieben mein deutsches Fahrzeug mit einem deutschen Kennzeichen und einer deutschen Versicherung dort führen? Wenn ja wie lange, und welche Papiere muss ich immer dabei haben. An den Fahrzeug Brief komme ich leider erstmal nicht so schnell ran, da dieser bei der Bank liegt.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

zunächst möchte ich mich für Ihre gestellte Frage bedanken und diese in Anbetracht Ihres geschilderten Sachverhalts und Ihres Einsatzes kurz wie folgt beantworten.

Fahrzeuge für den persönlichen Gebrauch können zollfrei für einen Zeitraum bis zu einem Jahr mit in die USA genommen werden.

Wenn Sie mit Ihrem Fahrzeug länger in den USA bleiben wollen, sollten Sie Folgendes beachten: Wenn das Auto in den USA nicht baugleich im Handel ist bzw. war, dann wird es als privater Import in der Regel nicht zugelassen, da den Behörden keine Abgas- und Sicherheitstestwerte vorliegen.

Diese müssen von amerikanischen Stellen, wie der Environmental Protection Agency und dem Department of Transportation, kommen. Die Vorlage europäischer Dokumente nützt nichts. Der deutsche TÜV ist in den USA nicht anerkannt. Ohne Freigabe der Environmental Protection Agency und dem Department of Transportation wird das Auto vom Zoll nicht freigegeben oder muss unter Aufwand von oft tausenden Dollar den amerikanischen Bestimmungen entsprechend in speziellen Werkstätten umgerüstet werden. Dieser Aufwand lohnt sich in der Regel nicht. Bei Neufahrzeugen fallen darüber hinaus Zollgebühren an.

Besonders bei Dieselfahrzeugen ist mit Komplikationen zu rechnen. Aber auch andere Autos, wie der Smart, die Mercedes A-Klasse, der Audi A2 und andere europäische Fahrzeuge, sind nicht zugelassen.

Wenn Sie länger als ein Jahr bleiben wollen, ersparen Sie sich viel Ärger und möglicherweise großen finanziellen Schaden, wenn Sie Ihr Fahrzeug nicht mitnehmen, sondern es vor der Abreise verkaufen und mit dem Geld ein neues Auto in den USA erwerben.

Beachten Sie auch, dass ein vorübergehend zollfrei eingeführtes Fahrzeug grundsätzlich nicht in den USA verkauft oder sonst wie zurückgelassen werden darf. Es entspricht nicht den amerikanischen Sicherheits- und Ausstattungsvorschriften und darf deshalb nicht dauerhaft in die USA eingeführt und dort zugelassen werden darf. Der US-Zoll gestattet unter keinen Umständen eine Verlängerung des Fahrzeug-Aufenthaltes!

Bei der Verschiffung sollten Sie folgendes beachten:

Setzen Sie sich mindestens 2 Monate vor dem gedachten Verladetermin mit einer Fahrzeugspedition in Verbindung. Fragen Sie unbedingt nach den Gesamtkosten der Verschiffung, also einschließlich Hafengebühren, Seetransportversicherung, etc. Rechnen Sie damit, dass Ihr Fahrzeug an die Ostküste 10 bis 18 Tage unterwegs sein wird, an die Westküste ca. 4 Wochen.

Als Schutz vor Einschleppung von Seuchen wird in den USA und in Kanada der Nachweis verlangt, dass der Unterboden des mitgebrachten Fahrzeuges einer speziellen Reinigung unterzogen wurde. Es empfiehlt sich, auch hierzu die Hilfe der Spedition in Anspruch zu nehmen.

Die US-Häfen haben ihre Sicherheitskontrollen in den letzten Jahren drastisch verschärft. Den Vorschriften der Spedition/Reederei ist unbedingt und in jedem Punkt Folge zu leisten.

Zur Abwicklung der Formalitäten im Hafen müssen folgende Dokumente vorgelegt werden:

- gültiger deutscher Reisepass, evtl. Visum
- deutscher Fahrzeugschein (neu:Zulassungsbescheinigung Teil I)
- evtl. Internationaler Zulassungsschein
- die Frachtpapiere

Die US-Zollbehörde stellt für die vorübergehende zollfreie Einfuhr ein "Temporary Permit" aus, mit dem man sich unwiderruflich zur Wiederausfuhr des Fahrzeuges verpflichtet.

Die US-Behörden verlangen, dass bei der Rückverschiffung der Original-Fahrzeugschein(neu: Zulassungsbescheinigung Teil I) mit 2 Kopien abzugeben ist. Da kein Fahrzeugbesitzer dieses wichtige Dokument gern aus der Hand gibt, raten wir, sich vor der Abreise bei der deutschen Zulassungsstelle den Internationalen Zulassungsschein zu besorgen (ca. 10 €), der stattdessen akzeptiert wird.

Bei der KFZ-Versicherung sollten Sie beachten, dass Ihre deutsche Kfz-Versicherung in Nordamerika nicht gültig ist, deshalb muss in jedem Fall eine amerikanische Kfz-Haftpflichtversicherung (die Prämien sind für europäische Verhältnisse sehr hoch!) abgeschlossen werden. Dies sollte möglichst schon in Deutschland, bei einem der hier ansässigen US-Versicherer erfolgen.

Für eine Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Sascha Kugler
Rechtsanwalt

Zum Abschluss möchte ich Sie noch auf Folgendes ausdrücklich hinweisen:

Diese Auskunft umfasst die wesentlichen Gesichtspunkte, die in Fällen der geschilderten Art im Allgemeinen zu beachten sind.
Insbesondere bezieht sich diese Auskunft lediglich auf die Informationen, die mir Rahmen der Sachverhaltsschilderung zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine umfassende verbindliche Beratung unerlässlich. Deshalb weise ich Sie ausdrücklich daraufhin, dass diese Leistung nicht im Rahmen der Online-Beratung erbracht werden kann.

Bitte beachten Sie auch bei der Beantwortung Ihrer Nachfrage. Die vorstehende summarische Lösung ist beschränkt durch die von Ihnen gegebenen Informationen. Außerdem wird, wie die Plattform-Bedingungen es vorsehen, nur ein erster Überblick geboten. Darüber hinaus ist der Umfang der Antwort auch abhängig von der Höhe des gebotenen Honorars. Schon daraus ist erstichtlich, dass diese Beratung das umfassende, verbindliche und abschließende Beratungsgespräch durch den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens keineswegs ersetzen kann. Ich bitte Sie dies stets zu beachten!

Nachfrage vom Fragesteller 31.05.2007 | 22:03

Erstmal muss ich mich herzlichst bedanken, für diese so ausführliche Antwort. Sie haben mir mehr als geholfen! Sehr empfehlenswert.

Zu meiner kleinen Nachfrage:
Ich habe vor dort 6 Monate zu bleiben. Nach Ihren Angaben sollte es bei diesem Zeitraum keine großartigen Probleme geben das Fahrzeug dorthin zu transportieren. Aber auch wenn mir der Kfz- Brief nicht vorliegt?

Ergänzung vom Anwalt 01.06.2007 | 12:12

Sehr geehrter Herr Ratsuchender,

wenn Sie Ihren Fahrzeugschein mitnehmen, dürfte es keine Probleme geben. Ich empfehle Ihnen jedoch bei der Zulassungsstelle einen internationalen Zulassungsschein zu beantragen, der auch in der englischen Sprache verfasst ist. Ebefalls sollten Sie einen internationalen Führerschein beantragen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen und erfolgreichen Aufenthalt und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Sascha Kugler
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vorbildlich "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER