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Auto letztes jahr gekauft Reparatur gepfusch

14.09.2015 20:15 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Guten Abend
Ich hatte letztes Jahr Mai 2014 ein gebraucht wagen gekauft ein Opel Astra G bj 2002 für 2990€.Im Kaufvertrag ist auch kein Datum versehen nur bei der Bank wegen den Raten.War ein Raten kauf.
Das Auto hatte schon beim Kauf ein Problem mit dem Zündschloss das ich schon dort erwähnt hatte +Klimaanlage defekt und Rückwärtsgang machte Probleme.
Da wurde drüber geschaut und meinten wäre alles wieder ok. Dann nach fast 2 Monaten ging das Zündschloss gar nicht mehr und das Auto konnte nicht mehr bewegt werden.Der Händler hat es zu sich abschleppen lassen, was mich 100€ gekostet hat.
Er meinte ein Stück von der zacke vom Schlüssel ist abgebrochen, dass komplette Zündschloss +Schlüssel müsste erneuert werden ich sah auch wie das Auto unterm lenkrad auseinander gebaut war also ohne Abdeckung alles im original Zustand . Es würde mich das Teil 250€ kosten.Ich bekam nur den vorderen Teil vom neuen Schlüssel +Arbeitszeit kam es komplett auf 500€Bei der Klimaanlage wurde der Kompressor getauscht auch nur ein gebraucht teil auf Garantie .Ich habe schon im voraus gesagt das ich gerne das defekte Teil haben möchte darauf hin wurde ich vertröstet ich soll nächste Woche kommen. Und die darauf kommende Woche meinten die das Teil ist nicht mehr da.Ich habe eine Rechnung bekommen vom 05.08.2014 erst einmal hat alles funktioniert jetzt fängt das selbe Problem wieder an.Jetzt hat eine andere Werkstatt nachgeschaut und festgestellt es wurde gepfusch.Es wurde darin mit klebeband alles befestigt und ein großes Loch ist in einem Teil drin.Es wurden auch keine Neu Teil verbaut.Es hieß auch von Opel das, dass fahrlässig ist von denen da jederzeit mein lenkrad blockieren kann und manchmal ging drotz Schlüssel ziehen mein Auto nicht aus.Es müsste komplette zündanlaage erneuert werden.Und hat sich noch raus gestellt das, dass ganze Auto ein Totalschaden mal war und bei den Versicherungen regestriert ist als total schaden was man auch nach dem wissen jetzt erkennt es wurde viel gespachtelt und lackiert am ganzen Auto das ein Gutachter auch festgestellt.Das wurde einem nicht gesagt im Kaufvertrag wurde nichts aufgeschrieben nur die Fahrzeug Daten und unterschrieben mehr nicht.Was kann ich tun????Ich wurde mit allem verarscht auf gut deutsch.Was soll ich machen? Habe den Händler Bescheid gesagt die wollen sich das anschauen die wissen von nichts mehr.Aber Rechnung habe ich.Muss er mir das zahlen oder kann ich vom verkauft zurück treten?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst stehen Ihnen beim Kauf eines Fahrzeugs von einem Händler die Gewährleistungsrechte des § 437 BGB zu.

Voraussetzung hierfür ist, dass ein Sachmangel gegeben ist, der bereits bei Übergabe vorlag. Wenn das Zündschloss, wie Sie sagen, bereits von anfang an, also bei der Übergabe defekt war, wäre dies unter die Gewährleistung gefallen. Sie hätten also weder die Transport-, noch die Reparaturkosten zahlen müssen. Dies hätte der Händler im Wege der Nacherfüllung machen müssen.

Wenn Ihnen gesagt wird, dass neue Teile eingebaut werden und Sie auch neue Teile bezahlt haben, tatsächlich aber Gebrauchtteile eingebaut wurden, liegt eine Täuschung vor. Hier haben Sie dann selbstverständlich einen Anspruch auf Einbau der von Ihnen auch bezahlten Neuware. Wenn der Einbau darüber hinaus mangelhaft ist, und davon ist auszugehen, wenn eine Befestigung per Klebeband erfolgte (Unglaublich!), haben Sie auch hier einen Anspruch auf Nacherfüllung. Der Mangel müsste von Ihnen jedoch bewiesen werden. Hierbei könnte ein Gutachten der von Ihnen aufgesuchten Opel-Werkstatt helfen.

Viel schwerer wiegt jedoch, dass es sich offenbar um einen Unfallwagen mit Totalschaden handelt. Wenn dies bei der Versicherung bekannt ist, könnte das auch dem Händler bekannt gewesen war. Ist das tatsächlich der Fall, hat er sie arglistig getäuscht, was Sie wiederum dazu berechtigen würde, den Kaufvertrag nach § 123 BGB anzufechten. Die Folge wäre, dass der Kaufvertrag dann rückwirkend wegfallen würde und Sie Ihr Geld zurückfordern könnten. Die Frist für die Anfechtung beträgt 1 Jahr ab Kenntnis der Täuschung. Für die Behauptung, der Händler habe Sie arglistig getäuscht, sind Sie jedoch darlegungs- und beweispflichtig. Sie müssen also im Streitfall nachweisen, dass der Händler tatsächlich wusste, dass es sich um einen Unfallwagen handelt und Ihnen dies bewusst verschwiegen hat. Alleine die Tatsache, dass das Fahrzeug als Totalschaden in einem Verzeichnis der Versicherung vermerkt ist, dürfte hierfür nicht genügen. Vielmehr müssen weitere Anhaltspunkte hinzukommen. Im Streitfall muss hierüber ein Sachverständiger entscheiden, der dann in einem Gutachten feststellt, ob ein derart schwerer Unfallschaden vorliegt, dass sich dieser dem Händler quasi aufdrängen musste. Ist das der Fall, kann sich der Händler nicht mehr mit Unkenntnis herausreden. Inwieweit das gelingen kann, kann ich jedoch nicht abschließend beurteilen. Insoweit verbleibt immer ein Risiko.

Ich würde Ihnen zunächst folgende Vorgehensweise vorschlagen:
Schreiben Sie den Händler mittels Einschreiben/Einwurf an und erklären Sie die Anfechtung des Kaufvertrages wegen arglistiger Täuschung. Weisen Sie darauf hin, dass es sich um einen Unfallwagen mit Totalschaden handelt, Sie jetzt hiervon Kenntnis erlangt haben und er dies beim Abschluss des Kaufvertrages bereits wusste. Da er Sie nicht aufgeklärt hat, liegt eine Täuschung vor, die Sie zur Anfechtung des Kaufvertrages berechtigt. Fordern Sie ihn gleichzeitig auf, Ihnen den Kaufpreis zu erstatten und das Fahrzeug zurückzunehmen.

Sollte der Händler nicht reagieren oder die arglistige Täuschung zurückweisen, müssten Sie überlegen, ob Sie die Angelegenheit gerichtlich klären lassen. Hierzu verweise ich nochmal auf die Ihnen obliegende Darlegungs- und Beweislast hinsichtlich der Arglist. Können Sie den Beweis nicht führen, werden Sie den Prozess verlieren. Stellt jedoch ein Sachverständiger fest, dass sich der Unfallschaden dem Händler aufdrängen musste, bestehen gute Chancen den Prozess zu gewinnen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen
A. Krüger-Fehlau
Rechtsanwältin

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