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Auto betrieblich oder privat?

| 16.09.2018 16:31 |
Preis: 50,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte gelten nicht als Privatfahrten, sondern als betrieblich veranlasste Fahrten. Ertragsteuerlich (aus Sicht des Unternehmens) sind diese Fahrten nicht abzugsfähige Betriebsausgaben.

Ich bin seit ca. 15 Jahren Gesellschafter-Geschäftsführer einer „Ein-Mann-GmbH", an der ich alle 100% Anteile habe und für die ich tagtäglich auf Basis eines Anstellungsvertrags Dienstleistungen für ca. 5 Kunden erbringe.

Bisher bin ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Sitz der GmbH – einem Büroraum – gefahren. Ein Auto hatte ich nicht, weder ein betriebliches noch ein privates. Für die (private) Einkommenssteuer habe ich Werbungskosten nach der Kilometerpauschale geltend gemacht, weil sie höher war als die Werbungskostenpauschale von ca. 1.000 Euro.

Nun aber verlege ich den Sitz der GmbH und beabsichtige lagebedingt ein kostengünstiges Auto zu kaufen, vor allem um zum 10 km entfernten neuen Büro zu pendeln. Voraussichtlich wird sich die jährliche Kilometerleistung von ca. 15.000 km in etwa wie folgt aufteilen:

Betriebliche Nutzung (z.B. Kunden- und Messebesuche): 10%
Fahrten zwischen Wohnung und neuem Büro der GmbH: 60%
Rein private Nutzung (Familie, Freunde, Urlaub, Einkaufen): 30%

Die Fahrten zwischen Wohnung und Büro werden also überwiegen, wobei ich nicht weiß, ob sie ertrags- und umsatzsteuerlich als betrieblich oder privat anzusehen sind.

Das Auto betrieblich zu führen ist mit viel bürokratischem Aufwand verbunden und aus meiner Sicht steuerlich nicht wirklich vorteilhaft: Die GmbH kann zwar ertragssteuerlich die Anschaffungskosten abschreiben und die Vorsteuer geltend machen. Ich als Privatperson aber muss nach der 1%-Regelung (+ 0,03%/km) oder der Fahrtenbuchmethode die Anschaffungskosten nach und nach versteuern, und ab etwa dem achten Jahr zahle ich vermutlich sogar noch drauf. Gleiches gilt offenbar für die Mehrwertsteuer. Es ist mehr oder weniger ein Nullsummenspiel. Dazu kommt, dass ich nicht sicher weiß, ob ich die für diesen Weg erforderliche 10%ige betriebliche Nutzung tatsächlich erreiche.

Steuerlich günstiger und mit viel weniger Bürokratie verbunden erscheint es mir, den Wagen rein privat zu führen. Das erlaubt es mir, der GmbH für die wenigen wirklichen betrieblichen Fahrten die Pauschale von 30 Cents pro Kilometer steuerfrei zu entnehmen. Allerdings habe ich gehört, dass das Auto ab 50% betrieblicher Nutzung automatisch zum „notwendigen Betriebsvermögen" werden kann, mit sehr negativen Folgen.

Daher meine Frage, wie es sich in meinem Fall mit den täglichen Fahrten zwischen Wohnung und Büro verhält. Sind diese ertrags- und umsatzsteuerlich als betrieblich oder privat anzusehen? Was sind die Kriterien?
16.09.2018 | 22:21

Antwort

von


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Tel: 0211/38548866
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Die Fahrten zwischen Wohnung und Büro sind ertrags- und umsatzsteuerrechtlich dem Betrieb zuzuordnen. Dieses hat die Finanzverwaltung im BMF-Schreiben vom 27. 08.2004 – IV B7 – S 7300-70/04 im BStBl 2004 I 864 unter Punkt 3 bzw. BMF-Schreiben vom 05.06.2014 – IV D 2 – S 7300/07/10002: 001 im BStBl 2014 I S. 896 unter Punkt I Nr. 2 geregelt: „Die Fahrten des Unternehmers zwischen Wohnung und Betriebsstätte sowie Familienheimfahrten (…) sind dabei der unternehmerischen Nutzung des Fahrzeugs zuzurechnen und unterliegen keiner Vorsteuerkürzung nach § 15 Abs. 1a UStG."

Zusammengefasst: Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte gelten nicht als Privatfahrten, sondern als betrieblich veranlasste Fahrten. Ertragsteuerlich (aus Sicht des Unternehmens) sind diese Fahrten nicht abzugsfähige Betriebsausgaben. Als Arbeitnehmer der Gesellschaft können Sie persönlich allerdings wieder die Entfernungskilometer zu 30 ct bzw. Kosten öffentlicher Verkehrsmittel als Werbungskosten von Ihrem Geschäftsführergehalt absetzen.


Nachfrage vom Fragesteller 17.09.2018 | 13:52

Vielen Dank für Ihre Antwort, Herr Spies. Mir war nicht klar, dass ich in diesem Sinne zwingend als Unternehmer gelte.

Habe ich das richtig verstanden: Ertragssteuerlich muss die GmbH ihr gekauftes Auto aktivieren und – entsprechend den geschilderten Nutzungsanteilen – 90% der jährlichen Abschreibung und der anderen Ausgaben (Benzin usw.) als „nicht abzugsfähige Betriebsausgaben" buchen. Umsatzsteuerlich kann ich das Auto komplett dem Unternehmen zuordnen und die gesamte Vorsteuer für das Auto und alle späteren autobezogenen Belege geltend machen (dafür aber bezüglich des 30%igen rein privaten Nutzungsanteils nach der 1%-Regel verfahren). Das hieße aber im Ergebnis: Die GmbH finanziert mir die Fahrten zwischen Wohnung und Büro komplett. Dann könnte ich doch sicherlich nicht zusätzlich noch Entfernungskilometer mehr vom Geschäftsführergehalt abziehen, wie Sie sagen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.09.2018 | 16:13

Sehen Sie mir bitte nach, dass bei der Beantwortung Ihrer Frage, ob der Weg von der Wohnung zur Arbeitsstätte dem Betriebsvermögen oder Privatvermögen zuzuordnen ist, der Focus allein hierauf lag. Die Frage nach der Zuordnung der Fahrtstecke ist auch zutreffend beantwortet worden.

Allerdings war in Ihrem Fall zu leicht zu übersehen, dass bei der von Ihnen geschilderten Überlegung (kaufen als Privatperson das Kfz) niemals notwendiges Betriebsvermögen der GmbH entstehen kann. Quasi war auf vorgelagterer Stufe zu prüfen, ob es überhaupt mehrere Spähren geben kann. Die gesamte Zuordnungproblematik gibt es nur bei Einzelunternehmern und Personengesellschaften.

Als Angestellter Ihrer GmbH können Sie die Fahrt zur Arbeit mit den Entfernungskilometern als Werbungskosten absetzen. Und die Fahrten für die GmbH nach Dienstreisegrundsätzen abrechnen.

Bewertung des Fragestellers 18.09.2018 | 11:49

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"Vielleicht bin ich ein Bisschen verwöhnt gewesen durch die allumfassende Antwort, die ich auf meine erste Frage im letzten Jahr von dem beantwortenden Anwalt bekam. Diese hier jedenfalls war minimalistisch, wohl zwischen Tür und Angel geschrieben, worauf schon die Tippfehler hindeuten. So bliebt mir unklar, welche Bedeutung es hat, dass Fahrten zwischen Wohnung und Büro ertrags- und umsatzsteuerlich dem Unternehmen zugeordnet werden, auch wenn ich das Auto komplett privat führe, Entfernungskilometer privat geltend machen kann und dabei nicht Gefahr laufe, dass das Finanzamt das Auto als zum Betriebsvermögen gehörig einstuft – aber dennoch soll ich Bürofahrten als „nicht abzugsfähige Betriebsausgaben" buchen (?!?). Andererseits war der Anwalt freundlich und hat seinen Auftrag strenggenommen erfüllt, so grade eben. Um das Abstandsgebot einzuhalten, das für aussagekräftige Bewertungen entscheidend ist, schätze ich die Antwort insgesamt als knapp mittelmäßig ein."
Stellungnahme vom Anwalt:
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 18.09.2018
2,8/5,0

Vielleicht bin ich ein Bisschen verwöhnt gewesen durch die allumfassende Antwort, die ich auf meine erste Frage im letzten Jahr von dem beantwortenden Anwalt bekam. Diese hier jedenfalls war minimalistisch, wohl zwischen Tür und Angel geschrieben, worauf schon die Tippfehler hindeuten. So bliebt mir unklar, welche Bedeutung es hat, dass Fahrten zwischen Wohnung und Büro ertrags- und umsatzsteuerlich dem Unternehmen zugeordnet werden, auch wenn ich das Auto komplett privat führe, Entfernungskilometer privat geltend machen kann und dabei nicht Gefahr laufe, dass das Finanzamt das Auto als zum Betriebsvermögen gehörig einstuft – aber dennoch soll ich Bürofahrten als „nicht abzugsfähige Betriebsausgaben" buchen (?!?). Andererseits war der Anwalt freundlich und hat seinen Auftrag strenggenommen erfüllt, so grade eben. Um das Abstandsgebot einzuhalten, das für aussagekräftige Bewertungen entscheidend ist, schätze ich die Antwort insgesamt als knapp mittelmäßig ein.


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