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Auto: Verkäufer verweigert Gewährleistung

06.11.2009 01:01 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Problemstellung:

Mein Neuwagen ruckelt seit Kauf beim Beschleunigen. Dies geschieht unregelmäßig und vorwiegend bei wärmeren Temperaturen. Der Mangel ist nicht sicher reproduzierbar, insbesondere nicht bei kalten Temperaturen.


Meine Maßnahmen:

Das Auto war erstmalig nach 6 Monaten und jetzt insgesamt 5 Mal in verschiedenen autorisierten VW Werkstätten. Lt. Verkaufsbedingungen des Händlers können Sachmängel auch dort geltend gemacht werden. Es wurden größere Reparaturversuche vorgenommen. 1 Mal konnte der Fehler von der Werkstatt nicht nachvollzogen werden. Zuletzt kurz vor Ablauf der Gewährleistungsfrist wurde ich auf ein noch nicht zur Verfügung stehendes Softwareupdate der Motorsteuerung vertröstet. Ich habe daraufhin unter Fristsetzung den Verkäufer aufgefordert, den Mangel zu beseitigen, ihn über die erfolglosen Reparaturversuche der anderen VW Werkstätten informiert und angekündigt, bei Erfolglosigkeit vom Kaufvertrag zurückzutreten.

Der Verkäufer sagt nun, dass er den Fehler nicht nachvollziehen kann und lehnt daher jede Gewährleistung ab. Da das deutlich seltenere Auftreten bei kalten Temperaturen ja ein Merkmal des Mangels ist, kann ich ihn bei der derzeitigen Wetterlage nicht vorführen. Der Gewährleistungszeitraum des Verkäufers und auch die VW Werksgarantie sind nun abgelaufen. Das Fahrzeug steht noch beim Verkäufer.

Meine Frage:
Bitte geben Sie mir eine Empfehlung, ob es eine Erfolgsaussicht gibt, vom Kaufvertrag zurückzutreten oder bei erneutem Auftreten des bekannten Fehlers (wohl bei wärmerem Wetter) trotz Ablaufs der Gewährleistungsfrist eine Nachbesserung vom Verkäufer zu verlangen. Welche grundsätzlichen Schritte muss ich dafür machen?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und gemäß der Höhe Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Wenn Sie laut Vertrag die Sachmängel bei den Vertragswerkstätten geltend machen können und dies zweimal erfolglos taten, können Sie von dem Vertrag zurücktreten.

Dies setzt allerdings voraus, daß die Vertragswerkstätten das Vorliegen des Mangels bestätigen können und daß der Mangel erstmals binnen sechs Monaten nach Kauf geltend gemacht wurde. Wenn der Mangel erstmals später geltend gemacht wurde, müssen Sie beweisen können, daß der Mangel bereits bei Übergabe von dem Verkäufer vorhanden war.

Unter Verweis auf die bereits erfolgten Geltendmachungen können Sie auch weiterhin Nachbesserung verlangen, sofern es sich um ein und denselben Mangel handelt.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.

Nachfrage vom Fragesteller 06.11.2009 | 08:20

Sehr geehrter Herr Weber,

Ist es irrelevant, dass ich den bekannten Mangel bei der derzeitigen Wetterlage nicht vorführen kann?

Der Mangel wurde erstmalig erst nach 6 Monaten geltend gemacht. Sind die Aussage der Ehefrau und ein eigenes Mängelprotokoll ausreichend um nachzuweisen, dass der Mangel schon bei der Übergabe vorhanden war? Wie könnte man das sonst nachweisen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.11.2009 | 21:08

Sehr geehrter Ratsuchender,

solange die Mängel durch die Berichte der Werkstätten ausreichend dokumentiert sind, ist es nicht wichtig, den Mangel vorführen zu können.

Die Aussage der Ehefrau und das Mängelprotokoll sind ausreichend.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

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