Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
495.333
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Auto Kaufvertrag per Email

23.12.2017 04:12 |
Preis: 25,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Johannes Kromer


Zusammenfassung: Verkauf eines Fahrzeuges über E-Mail möglich.

Ich habe irrtümlicherweise einen Kaufvertrag per Email abgeschlossen. Ich bin nicht Eigentümer des Autos falls das was zur Sache tut. Ich habe mit einem sehr dubiosen Händler telefoniert der mir nur einen Adressen Abgleich per Email machen wollte. Später hat er dann gesagt das ist ein verbindlicher Vertrag und mir gleich mit seinem Anwalt gedroht wenn er das Auto nicht kriegt. Das Auto ist währenddessen an jemanden anders verkauft da ich mir des Vertrags (ob gültig oder nicht) nicht bewusst war.

Ich möchte wissen ob der Vertrag gültig ist und was passieren kann.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ein verbindlicher Kaufvertrag kommt stets durch zwei übereinstimmende in Bezug zueinander abgegebene Willenserklärungen, sog. Angebot und Annahme zustande, vgl. §§ 145ff BGB.

Dies hätte bereits telefonisch passieren können. Gem. Ihren Schilderungen wurde telefonisch jedoch nur ein Adressabgleich vereinbart.

Ich gehe davon aus, dass Sie dann eine E-Mail des Käufers mit einem darin formulierten Kaufvertrag erhalten haben. Dabei reicht es für einen Kaufvertrag bereits aus, wenn man sich über den Preis für das Fahrzeug einig ist. Dies würde dann das Angebot des Käufers im Sinne der §§ 145ff BGB darstellen.

Wenn Sie dies bestätigt haben, dann wäre darin die Annahme des Angebots zu sehen und ein wirksamer Kaufvertrag zustande gekommen.

Insbesondere sieht das Gesetz für das Zustandekommen eines Kaufvertrages über ein Fahrzeug keine bestimmte Form vor. E Insbesondere ist aber auch die Abgabe verbindlicher Willenserklärungen über elektronische Medien – wie E-Mails - rechtsverbindlich. Vgl. zum Verkauf eines Gebrauchtfahrzeuges ausdrücklich: Bundesgerichtshof, Urteil vom 07. 11. 2001, Az. VIII ZR 13/01.

Unerheblich ist weiter, dass Sie nicht Eigentümer des Fahrzeugs sind. Wenn Sie einen Vertrag im eigenen Namen eingehen, so haften Sie auch für die Erfüllung des Vertrages.

Anzudenken ist jedoch eine Anfechtung. Wenn eine arglistige Täuschung des Käufers vorlag, könnten Sie nach § 123 BGB den Vertrag ohne negative Folgen für Sie anfechten. Der Verkäufer müsste bei Ihnen durch Vorspiegelung falscher oder durch Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt haben. Dies lässt sich aber aus Ihren Schilderungen nicht sicher entnehmen. Insbesondere wird es schwierig sein vor Gericht den Inhalt des Telefonats nachzuweisen. Auch der Nachweis eines Irrtums kann schwierig sein, wenn die E-Mails entsprechend eindeutig formuliert sind.

Lag dagegen keine arglistige Täuschung des Käufers vor, so käme eine Anfechtung wegen Irrtums in Betracht. Dies macht Sie jedoch gem. § 122 BGB schadensersatzpflichtig.

Ein Widerrufsrecht (Fernabsatz) besteht indes laut herrschender Auffassung nicht. Dies gilt nämlich nur, wenn der Verbraucher (=Sie) als Käufer/Kunde auftritt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 23.12.2017 | 13:50

In wie fern wäre ein Schadensersatz denn in der Höhe bemessen? Der Wagen hätte für 1300 verkauft werden sollen.
Irgendwie habe ich das Gefühl an eine unseriöse Masche geraten zu sein da diese Anfrage bereits wenige Sekunden nach ei stellen des Angebots kam und er mich auch förmlich gedrängt hat auf seine Email zu antworten.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.12.2017 | 14:18

Zu ersetzen hätten Sie den Schaden der durch das Verweigern der Kaufvertragserfüllung entstanden ist. Dies ist im Ergebnis bei einem Fahrzeugaufkäufer in der Regel der entgangene Gewinn für die Weiterveräußerung. Dies muss der Käufer jedoch nachweisen, z.B. durch Benennung des möglichen Käufers.

Möglich ist aber auch, dass im Vertrag eine Schadenspauschale vereinbart ist. Diese wäre dann auf Wirksamkeit hin zu überprüfen. Bei einem normalen Gebrauchtwagenhandel wird bei einer Pauschale ab 20% des Kaufpreises in der Regel von einer Unwirksamkeit der Pauschale ausgegangen. Anders sein kann es indes bei speziellen Fahrzeugen mit einer höheren Marge, wie Sammlerfahrzeuge oder aber auch Unfallfahrzeuge / defekte Fahrzeuge.

Da ich viel in diesem Bereich tätig bin, habe ich bereits eine Vermutung. Ich biete Ihnen gerne an, mir – für Sie zunächst kostenlos und unverbindlich – den Kaufvertrag zukommen zu lassen. Meine Kontaktdaten finden Sie in meinem Profil.


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63204 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke für die schnelle und informative Antwort. Hat mir sehr geholfen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
sehr schnelle und kompetente Antworten! Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
rasche und kompetente Beantwortung meiner Fragen. Genau das wollte ich. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER