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Auto: Ausgetauschte Motorhaube muss erneut gewechselt werden. Wer zahlt was?

| 02.03.2015 14:12 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


16:22

Zusammenfassung:

Wird eine Motorhaube unsachgemäß repariert und entstehen hierdurch Rostspuren, so hat der Auftraggeber einen Anspruch auf Gewährleistung. Beim Austausch der Motorhaube hat die Werkstatt die Kosten der neuen Lackierung zu tragen (Nacherfüllung, Schadensersatz).

Sehr geehrte Damen und Herren,

Bei meinem Skoda Roomster wurde nach einem Unfall u.a. die Haube erneuert. Die Kosten für die Reparatur wurden über die Versicherungen abgewickelt. Jetzt zeigen sich an der Oberseite der Haube Rostpickel, die wohl durch fehlerhafte Schweißnähte an der Unterseite der Haube entstehen.
Meine Werkstatt bietet mir an eine neue Haube beim Zulieferer zu besorgen, so dass ich nur die Lackierung bezahlen muss.
Meine Frage ist nun, ob das so rechtens ist oder ob ich gar nichts zahlen muss und mir eine neue und lackierte Motorhaube zusteht.
Wie sieht es allgemein mit Garantien für Reparaturen aus im Verhältnis zu Garantien z.B. auf Durchrostung?

Vielen Dank für eine erste Einschätzung.

Mit freundlichen Grüßen,

02.03.2015 | 15:10

Antwort

von


(81)
Beethovenstraße 2
60325 Frankfurt
Tel: 069-348742380
Web: https://kanzlei-franz.com
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:


1. Sie können sich auf Gewährleistung berufen

Ich gehe davon aus, dass Sie Ihr Fahrzeug damals selbst in Reparatur gegeben haben. In diesem Fall ist zwischen Ihnen und der Werkstatt ein Werkvertrag über die Reparatur des Skodas zustande gekommen.

Sie können sich daher auf Ihre gesetzlichen Gewährleistungsrechte berufen, wenn die Werkstatt fehlerhafte Schweißnähte gesetzt hat. Hierbei handelt es sich nämlich um einen Sachmangel. Das Entstehen von Rost wegen unsachgemäßer Reparaturen ist rechtlich genau so zu behandeln wie jeder andere Sachmangel auch. Das Gewährleistungsrecht nimmt hier also keine Unterscheidung vor.

Konkret bedeutet dies: Die Werkstatt muss die bestehende Motorhaube ordnungsgemäß instandsetzen ODER eine mangelfreie Motorhaube verbauen. Sofern eine neue Motorhaube bestellt wird, muss die Werkstatt auch die Kosten der Lackierung tragen.

Im Einzelnen beruht die Kostenpflicht Ihrer Werkstatt auf zwei Gründen.

Erstens: Falls die Werkstatt zur Lackierung der jetzt defekten Motorhaube beauftragt war, so muss die neue Motorhaube als "Nacherfüllung" kostenlos lackiert werden. Dies folgt aus § 635 Abs. 2 BGB .

„Der Unternehmer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen."

Zweitens: Da die Werkstatt keine fachmännischen Schweißnähte gesetzt hat, haftet diese auf Schadensersatz und schuldet auch deshalb ein kostenloses Lackieren. Das Verschulden der Werkstatt wird gesetzlich vermutet (§ 280 Abs. 1 BGB ).


2. Ratschlag

Wie in Ihrem Fall versuchen Unternehmer leider immer wieder, die Kosten der Gewährleistung auf den Kunden abzuwälzen. Wenn der Kunde jedoch auf sein Recht beharrt, gibt es in aller Regel keine Probleme. Sie sollten die Werkstatt daher auf Ihre Gewährleistungsrechte hinweisen und dazu auffordern, das Lackieren kostenlos zu übernehmen.


Ich hoffe sehr, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben. Bei Unklarheiten stehe ich Ihnen für eine Nachfrage gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 02.03.2015 | 15:57

Hallo Herr Franz,

Vielen Dank für die Infos. Meine - freie - Werkstatt hat sich damals um die Abwicklung des Unfallschadens gekümmert. Die neue Haube wurde über einen Zulieferer bezogen und auch die Lackierarbeiten wurden extern ausgeführt/beauftragt. In der Werkstatt erfolgte nur der Zusammenbau. Gilt das Gewährleistungsrecht auch in diesem Fall und haftet die Werkstatt als Auftragsgeber trotzdem? Und wie lange ist die Verjährungsfrist? Der Unfall war 01/2012?

Vielen Dank nochmal für eine Antwort.

Mit freundlichen Grüßen,

Eric Kurscheidt

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.03.2015 | 16:22

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Unter Berücksichtigung der neuen Tatsachen ändert sich die Rechtslage bedauerlicherweise zu Ihrem Nachteil.

Im Wege des Schadensersatzes könnten Sie von Ihrer freien Werkstatt zwar nach wie vor eine kostenlose Lackierung verlangen. Alternativ wäre es auch möglich, von der freien Werkstatt die Kosten für die Lackierung in einer Drittwerkstatt ersetzt zu verlangen.

Nun jedoch das große Aber: Die freie Werkstatt kann sich auf Verjährung berufen. Dies gilt sowohl für Ihren Schadensersatzanspruch als auch für den Anspruch auf Nacherfüllung. Gewährleistungsrechte verjähren gemäß § 634a Abs. 1 Nr. 1 innerhalb von zwei Jahren. Die Verjährungsfrist begann zu laufen, als Sie das Fahrzeug von der Werkstatt in Empfang genommen haben. Falls dies im Januar/Februar 2012 geschehen ist, wären Ihre Ansprüche seit Januar/Februar 2014 verjährt.

Unter diesen Umständen wäre es für Sie vorteilhaft, das Angebot der Werkstatt anzunehmen.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 02.03.2015 | 16:31

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