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Auszug nach 6 Monaten, 155 Euro für Schönheitsreparaturen

16.11.2017 11:27 |
Preis: 25,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


13:37

Zusammenfassung: Schönheitsreparaturen sind der Streitpunkt bei Mietverhältnissen. Und das nicht nur zwischen Eigentümer und Mieter, sondern auch beim WG-Zimmer. Wenn die Schönheitsreparaturen im Vertrag wirksam auf den Mieter abgewälzt sind, kommt es noch auf die konkrete Abnutzung an. Und das Streitpotential.

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach sechs Monaten bin ich aus einem WG ausgezogen. Da ich in ein anderes Land umgezogen bin und der Auszug sehr schnell verlaufen war, haben wir keine Zeit mit der Vermieterin vereinbaren können, die Begehung des Zimmers zusammen zu machen. Nun verlangt sie von mir 155 Euro für die Schönheitsreparaturen. Der Vertrag ist üblich gestaltet und bringt solche Reparaturen zu meinen Lasten.
Mängeln: Kratzer auf dem Holzboden, wo mein Arbeitstisch stand; vier kleine Löcher (keine Dübel-löcher) für die Nägeln, die für das Aufhängen von Bildern benutzt wurden. Sie verlangt auch das Geld für das streichen des Zimmers und, da sie es selbst machen wird, für eine Pizza als Entschädigung für ihre Arbeitszeit. Ich habe das Zimmer nicht bunt gestrichen, und da ich in dem Zimmer aus 6 Monaten nur 2,5 wirklich gewohnt habe, sind die Wände in einem makellosen Zustand.

Das Zimmer habe ich besenrein hinterlassen, habe sie nass gewaschen kurz bevor ich weg war. Sie meint, das war nicht besenrein.

Hat sie Recht von mir das zu verlangen und das Geld dafür abzuziehen?

Danke und mit freundlichen Grüßen,

Mieterin.
16.11.2017 | 12:00

Antwort

von


(90)
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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der (Unter)mieter in einem WG-Zimmer kann grundsätzlich vertraglich verpflichtet werden, die Mietsache (=Zimmer) in einem Zustand zurückzugeben, der dem der Übergabe entspricht. Das bedeutet, dass die typische Schönheitsreparatur vom Vermieter/Hauptmieter an den eigentlichen Nutzer weitergereicht wird.

Erste Frage für Sie ist also, ob in Ihrem Mietvertrag eine Schönheitsrepararturklausel drinsteht. Ist dem so, so muss geprüft werden, ob diese Klausel Sie unangemssen benachteiligt.

Gehen wir von einer wirksamen Klausle aus, so ist trotzdem die Forderung Ihrer Vermieterin überzogen. Die Anbringung von kleinen Nagellöchern oder die bloß gelegentliche normale Nutzung eines Zimmers führt generell nicht zu einer Renovierungspflicht mit Malerarbeiten. Es geht in allen Schönheitsreparaturklauseln darum, dem Mieter die von ihm verursachte Abnutzung der Mietsache aufzuerlegen. Wer aber schonend, weil selten anwesend, mit der Wohnung umgeht, nutzt sie nicht ab.

Insgesamt ist das aber eine reine Beweisfrage. Wie sah das WG-Zimmer ursprünglich aus? Ist der Zustand bei Auszug hinreichend dokumentiert, um zu sagen, wie sich der Zustand verändert hat?

Es kann daher sinnvoll sein, die Forderung der Vermieterin zu ignorieren. Oder aber man spart sich viel Zeit und damit Nerven wegen einem sich abzeichnenden Streit und bezahlt. Es ist für Sie eine Risiko- und Nervenabschätzung. Das Risiko für Sie ist eher gering, das Nervenpotential bei einem geringen Streitwert relativ hoch.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns

Nachfrage vom Fragesteller 16.11.2017 | 13:10

Sehr geehrter Herr Pieperjohanns,

danke für Ihre Antwort. Wir haben weder beim Einzug noch beim Auzug Dokumentationen gemacht, und das bedauere ich jetzt. Ich bin aber ausgezogen, da die Vermieterin, die auch in der Wohnung gewohnt hat, sehr unfreundlich und diffamierend zu mir sich verhalten hat. Deswegen ist es die Sache des Prinzips, nicht auch dieses Mal auf ihre absurde Forderungen einzugehen - zumal ich das Gefühl habe, dass sie sich generell respektlos und ausbeuterisch gegenüber ihren Mietern verhält.

Gibt es ein Gesetzt auf den ich dann verweisen kann? Kann ich überhaupt in der Situation gewinnen, wenn ich nach Deutschland erst wieder in Januar zurück komme?

Danke und freundliche Grüße,

Mieterin.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.11.2017 | 13:37

Sehr geehrte Fragestellerin,

ein Gesetz, in dem drinsteht, dass Sie das Geld zurückbekommen/nicht zahlen müssen, gibt es so leider nicht.

Das Mietrecht enthält nur die Grundlagen für den einzelnen individuell ausgehandelten Mietvertrag und die Gerichte legen diese beiden Quellen dann aus und bilden das Recht fort. Übersetzt bedeutet das: es kommt sehr auf den Text des Mietvertrages und die einzelne Situation an.

Leider ist auch die von Ihnen vorgetragene Faktenlage zu dünn (das liegt einfach in der Natur des Forums-Formats), um eine absolute Aussage über Erfolg oder Misserfolg zu geben. Klar ist aber, daß Sie jedenfalls Zeit bis Januar und darüber hinaus haben, wenn Ihr Auszug in diesem Jahr war.

Ich kann Ihre Position gegenüber Ihrer Ex-Vermieterin gut nachvollziehen und helfe Ihnen gerne bei abschließender Prüfung und Durchsetzung. Melden Sie sich gerne über die oben angegebenen Kontaktdaten.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Pieperjohanns


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