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Auszug /Schadensersatz für Beschädigung der Mietsache


06.08.2006 19:39 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte meine ehemalige Wohnung zum 30.05. gekündigt.
Nach Auszug (Mietzeit 1999-2006) fordert der ex-Vermieter, dass ich 375,- € für sanitäre Schadensersätze zahlen soll. Er bemängelt einen Riss im Handwaschbecken und Ablagerungen in der Toilette. Zudem soll ich für mangelhafter Malerarbeiten aufkommen.

Ich ließ ihn wissen:
"...Sie fordern eine Erneuerung des Handwaschbeckens im Bad. Der hier bemängelte Riss
wurde nicht von mir verursacht, diesen gab es bereits in der Mietzeit meines Vormieter. Dies wird durch einem Schreiben von meinem Vormieter Herrn XXXX bestätigt. (Im Übergangsprotokoll wurde der Riss übrigens nicht festgehalten, da dies bei dem Zustand der Wohnung nicht ins Auge fiel)

Ebenso kann mein Vormieter bejahen, dass es bereits Ablagerungen in der Toilette gab.
Trotz Behandlung mit adäquaten chemischen Reinigungsmitteln konnten die Ablagerungen nicht entfernt werden."

Hier ist zu vermerken, dass Anfang des Jahres der Spülkasten der Toilette erneuert werden musste. Der Spülkasten war im Inneren verätzt und undicht, so dass kontinuierlich Wasser in die Toilette herauslief. (dies wurde gemeldet und der Schaden wurde vom Vermieter übernommen)

Es ist allseits im Haus bemängelt worden, dass die Wasserrohre im gesamten Haus (über 50 Jahre alt) sanierungsbedürftigt sind. Es fließt rostiges, stark verkalktes Wasser aus den Hähnen.

In Bezug auf die bemängelten Lackarbeiten ließ ich wissen:
"...im Übergabe-Protokoll vermerkt, dass überhaupt keine Lackarbeiten (Fenster, Türen, etc.) durchgeführt wurden. Die Tapezierarbeiten sowie der Anstrich wurden eher schlecht als recht durchgeführt. Aus diesem Grund wurde von dem Vormieter Herrn XXX eine Betrag von 628,77 DM (321,49 €) an den damaligen Vermieter gezahlt. Dieses Geld sollte betreffend Renovierungsarbeiten an mich ausgezahlt werden. (was nicht geschah)

Herr xxx könnte bei einer Wohnungsbesichtigung bezeugen, dass meine Renovierungsarbeiten zu einem besseren (befriedigenden) Zustand der Wohnung geführt haben; verglichen mit dem Wohnungszustand 1999. Von einem mangelhaften Zustand der Türen kann demnach nicht die Rede sein.

Die Nikotinbeläge auf den Fenstern und der Wohnungsinnentür gab es bereits in der Mietzeit meines Vormieters. Zur Beseitigung dieser Mängel sollte der oben genannte Betrag dienen.

Noch einmal soll hier erwähnt werden, dass ich aufgrund des Mietvertrages keinesfalls verpflichtet war, eine Renovierung durchzuführen. Dies haben Sie ja in der Zwischenzeit bestätigt.
Leider hatten Sie mich im Übrigen nicht aufgeklärt, (obwohl ich Sie per Fax benachrichtigt hatte, dass ich die Wohnung renoviere) dass meinerseits keine Renovierungspflicht besteht."


Der Vermieter hatte vor einigen Jahren das MIetobjekt übernommen, hat aber nie meine Wohnung von Innen gesehen und kannte den Zustand bei meinem Einzug nicht.

Er hatte sich bis zum 27.07. nicht auf meinen Widerspruch vom 22.05. geäußert und nun eine kurze Frist gesetzt, die offenen Beträe zu bezahlen. Ansonsten würde er gerichtliche Schritte einleiten.


Frage:
Muss ich für die sanitären Schäden aufkommen?
(ich soll auch für Klosettsitz 30,- €, Waschtischarmatur 80,- €, etc. aufkommen)

Was ist mit dem Betrag, den der Vormieter überwiesen hat?

Ich hatte die Fenster nicht gestrichen. Muss ich dafür aufkommen?


Ich hoffe, dass der Sachverhalt einigermaßen geschildert werden konnte und Sie mir aufgrund der Dringlichkeit schnell eine Antwort geben können.

Vielen Dank!

06.08.2006 | 20:20

Antwort

von


252 Bewertungen
Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Ohne Einsicht in den Mietvertrag ist es mir nicht möglich, zu beurteilen, ob Sie tatsächlich zu Schönheitsreparaturen wirksam verpflichtet wurden.
2.Sollte eine solche Verpflichtung bestehen, so ist zwischen Schönheitsreparaturen und Instandsetzungsmaßnahmen zu unterscheiden. Schönheitsreparaturen sind z.B.

* das Anstreichen, Kalken oder Tapezieren der Wände,
* das Streichen oder Lackieren von Heizkörpern und Heizungsrohren,
* das Streichen oder Lackieren der Innentüren sowie der Fenster und Außentüren von innen,
* das Streichen oder Lackieren von Wandschränken oder
* das Ausbessern von Löchern in den Wänden oder Fliesen, die durch Dübel, Schrauben und Nägel entstanden sind.

Die Erneuerung eines Toilettensitzes kann auch noch unter eine Bagatellreparatur fallen, wenn ein neuer Sitz unter EUR 100,00 kostet. Wer für solche Schäden aufkommen muss, ist in der Regel im Mietvertrag festgelegt, hier müssen Sie nochmals nachlesen.
Der Riss im Waschbecken wäre nur dann von Ihnen zu ersetzen, wenn Sie diesen schuldhaft verursacht hätten. Wenn Sie aber nachweisen können, dass der Riss nicht von Ihnen stammt oder aufgrund des Alters des Beckens entstanden ist, müssten Sie dafür wohl nicht aufkommen. Das gilt insbesondere dann, wenn das Bad sehr alt ist und die Sanitäranlagen erneuerungsbedürftig.
Ablagerungen in der Toilette dürften unter die normale Nutzung fallen und sind dann nicht von Ihnen zu beseitigen, es sei denn, die Beseitigung fällt unter Kleinreparaturen (bis ca. EUR 100,00), wenn Sie dafür laut Mietvertrag aufkommen müssen.
3.Eine verbindliche Aussage kann nur getroffen werden, wenn der Mietvertrag vorliegt und die Mängel besichtigt worden sind. Nach der vorliegenden Schilderung scheint es wahrscheinlich, dass Sie für einen neuen Sitz aufkommen müssen, sofern das im Mietvertrag geregelt wurde (Kleinreparaturklausel). Die übrigen Mängel wir aller Wahrscheinlichkeit nach der Vermieter tragen müssen.
Die Fenster müssten Sie streichen, wenn Sie eine wirksame Schönheitsreparaturklausel in Ihrem Mietvertrag vereinbart wurde.

Der Betrag, der dem Vermieter überwiesen wurde, müsste für die erforderlichen Arbeiten verwendet worden sein, oder der Vermieter muss diese nun selbst durchführen, da für diese Mängel der Vormieter bereits bezahlt hatte.


Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüssen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Weiler Rechtsanwälte
Sonnenstr. 2
80331 München
Tel: (089) 20604130
kanzlei@weiler-rechtsanwaelte.de
Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


ANTWORT VON

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