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Auszug Mietwohnung nach fast 11 Jahren. Schäden im Laminat (Loch und aufgequillt).

| 15.10.2020 15:59 |
Preis: 69,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Bernhard Müller


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wohne seit knapp 11 Jahren in einer Mietwohnung und werde in Kürze ausziehen. Das Laminat des Wohnzimmers (ca. 30 m²) hat leider an einer Stelle ein etwa 5 Cent großes Loch (Flasche heruntergefallen) und zwei weitere Platten sind leicht aufgequiellt (vermutlich zu nass gewischt).

Ich habe dies meiner Haftpflicht mitgeteilt und folgende Antwort bekommen:

"Zur Wiederherstellung ist es erforderlich den Bodenbelag neu auszuführen. Der Schaden wurde überschlägig mit 2.262 Euro kalkuliert.
Abzüge: Die Lebensdauer eines Laminatbodens beziffert das Gericht nach Darstellung des DMB auf zehn Jahre. Die Restnutzungsdauer wird auf null kalkuliert. "

Ich weiß nicht, wann der Laminatboden verlegt worden ist, jedenfalls nicht in meinem Mietzeitraum (und ich vermute auch nicht davor).

Die Haftpflicht möchte also nichts zahlen (was mir wegen "alt gegen neu" auch einleuchtet). Die Vermieterin möchte aber, dass ich den ganzen Boden neu machen lasse (angeblich geklebt und nicht gesteckt).

Fragen:
1. Ist das was die Haftpflicht schreibt und der 0 Euro Schadenersatz korrekt?
2. Bin ich verpflichtet den ganzen Boden tauschen zu lassen? Wenn ja, sowohl Material als auch die Arbeitsleistung?
3. Wenn 2 = ja: zu vollen 100% ?
4. Was würden Sie mir generell empfehlen?

Vielen Dank!



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zu 1. Meines Erachtens lässt sich nicht pauschal sagen, dass die Restnutzungsdauer 0 ist, weil die ursprünglich geplante Nutzungsdauer bereits überschritten ist. Man muss vielmehr im Einzelfall abschätzen, wie lange das Laminat ohne das schädigende Ereignis noch genutzt worden wäre, um den Abzug alt gegen neu zu berechnen. Daher ist die Antwort der Versicherung zwar für die Versicherung günstig, so pauschal aber nicht richtig.

Zu 2. Ob es möglich ist, nur die beschädigten Platten auszutauschen und das ganze farblich so anzugleichen, dass der nachträgliche Austausch nicht zu sehen ist, oder das gesamte Laminat ausgetauscht werden muss, ist keine rechtliche Frage, sondern eine tatsächliche Frage, die von den Handwerkern vor Ort entschieden werden muss. Bei dem, was getauscht werden muss, müssen Sie für Material und Arbeitsleistung aufkommen.

Zu 3. Nein. Denn es ist ein Abzug neu für alt vorzunehmen. Welcher Prozentsatz das sein wird, muss im Einzelfall festgestellt werden.

Zu 4. Sie lassen sich von Ihrer Vermieterin auf Beseitigung des Schadens verklagen. Dann verkünden Sie der Haftpflichtversicherung den Streit. § 73 ZPO.
Die Streitverkündung bewirkt, dass die Entscheidung des Gerichts nicht nur im Verhältnis zwischen Ihnen und der Vermieterin sondern auch im Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrer Haftpflichtversicherung gilt. § 74 ZPO in Verbindung mit § 68 ZPO.
Dann kann das Gericht in aller Ruhe entscheiden, wie hoch der prozentuale Abschlag neu für alt ist. Die Kosten werden dann im Ergebnis nach der vom Gericht festzustellenden Quote zwischen der Vermieterin und der Haftpflichtversicherung aufgeteilt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 15.10.2020 | 17:54

Vielen Dank für die ausführliche Antwort, die mir schon sehr weiterhilft.
Hier werden dann ja vermutlich Gutachter, etc. bestellt, des Weiteren fallen Anwalts/Prozesskosten an.
Angenommen es würde dann entschieden werden, ich müsse 50% bezahlen (bzw. die Haftpflicht); müsste ICH dann 50% der ganzen Prozesskosten bezahlen oder alles oder würde das die Haftpflicht auch übernehmen? Mir geht es natürlich um die Abwägung zwischen Kosten des Rechtsstreits und Kosten des Laminats.
Vielen Dank auch dafür.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.10.2020 | 18:00

Sehr geehrter Fragesteller,

in dem Prozess gegen die Vermieterin würde zunächst festgestellt werden, dass Sie die 50% der Verfahrenskosten bezahlen müssen. Anschließend haben Sie dann gegen die Versicherung einen Anspruch auf Befreiung von diesen Kosten.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 15.10.2020 | 18:02

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