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Auszahlung vorgezogener Erbschaft an Geschwister


| 06.12.2017 13:28 |
Preis: 38,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Hallo,

wir haben in der Familie folgenden Fall:
Eltern haben zwei Kinder und wollen das Haus an eines der beiden Kinder überschreiben.
Dabei bekommen die Eltern ein lebenslanges Wohnrecht, was auch genutzt wird.

Welcher Betrag sollte dem zweiten Kind vom "Beschenkten" ausgezahlt werden?

Unsere Rechnung war bislang:
Wert des Hauses
./. Wohnrecht der Eltern (Lebenserwartung x jährl. Miete)
dividiert durch 2

Beispiel:
450.000 €
./. 25 x 10.000 €
dividiert durch 2
= 100.000 €

Kann man diese Rechnung als groben Richtwert annehmen oder müssen andere Faktoren wie bspw. Zinseszins, Inflation oder Pflege der Eltern berücksichtigt werden?

Vielen Dank im voraus.

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Sehr geehrter Fragesteller,

um den Wert der Schenkung zu berechnen können Sie so wie von Ihnen vorgeschlagen vorgehen.

Sie haben aber auch die Möglichkeit nach der amtlichen Tabelle zur Be­wer­tung ei­ner le­bens­läng­li­chen Nut­zung gem. §14 BewG den Wohnwert zu berechnen. Der wäre dann idR geringer als wenn die Lebenserwartung zugrunde gelegt würde.

Eine aktuelle Tabelle können Sie unter: http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Erbschaft_Schenkungsteuerrecht/2016-11-04-bewertung-eine-lebenslaenglichen-nutzung-oder-leistung-fuer-stichtage-ab-1-1-2017.pdf

downloaden. Je nach Konstellation ob Sie Beschenkter oder Ausgleichsberechtigter sind, ist die eine oder die andere Berechnung für Sie vorteilhafter.

Sie sollten jedoch beachten, dass trotzdem nicht auszuschließen ist, dass im Erbfall ein Streit über die Höhe der Ausgleichszahlung entstehen kann, da eine einfache Einigung nicht verbindlich ist. Dazu bedarf es eines notariellen Vertrages.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, einen ersten rechtlichen Überblick verschafft zu haben.

Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

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Bewertung des Fragestellers 06.12.2017 | 14:53


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