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Auswirkungen ruhender Geschäftstätigkeit einer Limited


26.07.2006 09:17 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Benjamin Quenzel



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich stelle derzeit Überlegungen an, eine Private Limited Company zu gründen. Geschäftsgegenstand der Limited soll IT-Consulting, Software-Entwicklung und ein Auftragsabwicklungs- und Abrechnungsservice sein. Die vordringlichste Frage die sich mir stellt, beziehen sich auf die „Geschäftstätigkeit“ bzw. deren Häufigkeit/ruhen an sich.

Die Limited wird rein Nebenberuflich geführt, es gibt sonst keine Gesellschafter, Teilhaber, Mitarbeiter etc...

Derzeit liegen weder konkrete Aufträge vor, noch bahnen sich welche akut an.

Der Hintergrund der Firmierungsabsicht als Limited liegt darin, diese Tätigkeiten aufnehmen zu können, sofern sie sich konkret ergeben sollten. Es gab in der Vergangenheit immer wieder die Möglichkeit solche Aufträge anzunehmen (dies tat ich aber aus diversen Gründen nicht).

Dies kann bzw. wird also bedeuten, dass ich durchaus in den nächsten Jahren keinerlei Einnahmen verbuchen kann und im Gegenzug auch nur sehr geringe Kosten verbucht werden. Wenn dann Umsatz erzielt werden würde, so wäre dieser in den nächsten Jahren vermutlich kaum über 15.000 Euro im Jahr eher deutlich geringer.

1. welche Auswirkung hat dieser „Schlaf“ der Limited in den jeweiligen Rechtsgebieten (England, Deutschland, EU). Gibt es sonst evtl. steuerliche oder gewerbeaufsichtliche Regelungen mit denen ich mit diesem „Schlafstatus“ der Limited in Konflikt geraten kann? Wird man mir evtl. keine Gewinnerzielungsabsicht unterstellen und mir Probleme bereiten?

2. Da ich als alleiniger Director fungieren würde, stellt sich mir die Frage, ob ich mir ein „Gehalt“ zahlen muss. Ich habe natürlich keinerlei Interesse mir während den „Schalfphasen“ der Limited diese Kosten selbst aufzuerlegen. Darf ich mich „gehaltslos“ selbst anstellen? Komme ich hier mit Verordnungen, Gesetzten oder sonstigem in Konflikt?

3. Es werden sicherlich Betreuungskosten eines Steuerberaters oder ähnliches auch während der Ruhephasen Anfallen, die für mich zum Betrieb einer Limited nötig sein werden. Würde lediglich die Verbuchung dieser Aufwände ohne Einnahmen (siehe Frage 1) zu einem Konflikt führen. (Die Limited würde natürlich mit entsprechendem Guthaben ausgestattet werden um diese Kosten tragen zu können).

Mit freundlichen Grüßen

FF
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zu ihrer ersten Frage: auch im Schlafstatus sind Sie verpflichtet, in Großbritannien ihren gesellschaftsrechtlichen Verpflichtungen, namentlich der Berichtspflicht in englischer Sprache, nachzukommen. Auch wenn keine Geschäftstätigkeit vorliegt haben sie dennoch einen englischsprachigen Geschäftsbericht des jeweiligen Jahres abzugeben. Hierfür ist qualifiziertes steuerberatendes Personal erforderlich, das mit entsprechenden Kosten verbunden ist.

Eine fehlende Gewinnerzielungsabsicht kann erst dann unterstellt werden, wenn auf die Totalperiode hin keine Gewinne erzielt werden sollen noch können. Grundsätzlich kann eine Beurteilung der Gewinnerzielungsabsicht daher erst dann erfolgen, wenn nach einer gewissen zeitlichen Dauer - etwa zwei bis drei Jahren - die Beurteilung getroffen werden kann, dass eine Gewinnerzielung nach Art und Einrichtung des Geschäftsbetriebes nicht möglich ist und der Geschäftsbetrieb als Liebhaberei zu qualifizieren ist.

Obwohl die Frage nach dem zwingenden Geschäftsführergehalt den angelsächsischen Rechtskreis berührt, ist meiner Ansicht nach ein zwingendes Geschäftsführergehalt nicht konstituiert. Die Festsetzung eines Geschäftsführergehalts ist aus meiner Kenntnis nicht erforderlich.

Für die steuerberatende Betreuung einer Limited fallen in der Tat Kosten an. Sollten diese dauerhaft über eine nachhaltige zeitliche Periode hinaus ohne Einnahmen als einziger Aufwand der Limited verbucht werden, ist eine Gewinnerzielungsabsicht fraglich und eine Anerkennung des angefallenen Verlustes im Rahmen des deutschen Steuerrechts fraglich.

Eine ergänzende Bemerkung: die Limited weist im Gegensatz zur GmbH erhebliche Nachteile auf, der auch im Rahmen einer Limited bei Unterkapitalisierung eine persönliche Durchgriffshaftung der Gesellschafter droht. Daneben sind die Nebenkosten einer Limited und der Aufwand durch deren Verankerung im angelsächsischen Rechtskreis von erheblichen Nachteil. Bei einer Einrichtung ihres Geschäftsbetriebes als Kleingewerbe mit einem Umsatz von unter 15.000 € ist die Organisationsform einer Limited infrage zu stellen.

Ich hoffe Ihnen mit dieser Antwort eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben und stehe Ihnen im Rahmen der Rückfragefunktion und meiner Kanzlei jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen



Benjamin Quenzel
(Rechtsanwalt)
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