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Auswirkung IAB beim Verkauf von KG Anteilen

| 15.04.2013 12:50 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Zusammenfassung: Die Voraussetzungen eines IAB's nach § 7g EStG und dessen Auflösung mit den rechtlichen Folgen.

Es geht um die steuerlichen Auswirkungen eines IABs bei Verkauf von KG Anteilen.

Folgende Situation einer KG:

Gründung der KG im Juni 2011, Bilanzwert 1 Mio€, Kommanditist 1 hält 80% der Anteile , EK-Anteil Kommanditist 1 = 200.000€

KG Sicht
Start Juni 2011 Bilanzwert 1.000.000€
operativer Verlust 2011 - 12.500€
IAB Ende 2011 - 100.000€
Operativer Verlust 2012 - 50.000€

Kapitalkonto Kommanditist 1
Start Juni 2011 200.000€
operativer Verlust 2011 - 10.000€
IAB Anteil 2011 - 80.000€
Operativer Verlust 2012 - 40.000€
Stand Kapitalkonto 1.1.13 ????

Anfang 2013 sollen die kompletten Anteile von Kommanditist 1 für 200.000€ verkauft werden.

Fragen:
a) Wie hoch ist das Kapitalkonto zum 1.1.13 von Kommanditist 1?
b) Mindert der IAB das Kapitalkonto?
c) Wirkt sich der IAB Verlust von Kommanditist 1 gewinnerhöhend steuerlich beim
Verkauf aus? Und wenn ja, wie?
d) Welcher Veräußerungsgewinn wird steuerlich angesetzt?
e) Bitte nennen Sie die relevanten Paragraphen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für die eingestellte Frage. Diese möchte ich aufgrund ihrer Sachverhaltsangaben und in Ansehung des Einsatzes wie folgt beantworten.

Klarstellend sei festgestellt, dass „IAB" als Abkürzung für den Begriff „Investitionsabzugsbetrag" gilt. Ferner der Begriff den in § 7g Abs. 1 EStG geregelten Begriff meint.

Nach § 7g Abs. 1 EStG kann der Investitionsabzugsbetrag nur in Anspruch genommen werden, wenn 1. der Betrieb am Schluss des Wirtschaftsjahres, in dem der Abzug vorgenommen wird, die folgenden Größenmerkmale nicht überschreitet: bei Gewerbebetrieben oder der selbständigen Arbeit dienenden Betrieben, die ihren Gewinn nach § 4 Absatz 1 oder § 5 ermitteln, ein Betriebsvermögen von 235 000 Euro.

Ein Investitionsabzugsbetrag kann für die künftige Anschaffung oder Herstellung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsguts des Anlagevermögens bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd abgezogen werden.
Hier sind strenge Voraussetzungen zu erfüllen, ein pauschaler Abzug vom Gewinn ohne Bezug auf ein konkretes bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens ist nicht gestattet.

Nach den genannten Daten (Bilanzwert, EK-Anteil) kann nicht ersehen werden, ob in 2011 ein IAB nach § 7g EStG in Höhe von 200.000 Euro außerbilanziell errichtet werden konnte.
Dieser vermindert sich auch nicht, durch Einrechnung operativer Verluste. Die Auflösung des einmal errichteten IAB kann nur auf zwei Arten stattfinden. 1. durch Anschaffung des dafür geplanten Wirtschaftsgutes, welches bis zu 40 % durch den IAB gedeckt wird oder 2. durch Auflösung des IAB ohne den Eintritt der geplanten Investition. Bei letzterem Szenario wird rückwirkend die Bilanz des Jahres geändert, in dem der IAB erstellt wurde, so dass es hier regelmäßig zu einer Nachbesteuerung des Gewinns hier in 2011 ggf. mit Zinsen kommt.

Dieser Umstand sollte natürlich bei einem Anteilsverkauf aus der Gesellschaft Berücksichtigung finden. Einen direkten Einfluss auf das Gesellschafterkapitalkonto gibt es hingegen nicht. Soweit der IAB seit seiner Erstellung innerhalb von 3 Jahren für die Anschaffung eines durch den IAB zu 40 % getragenen beweglichen Wirtschaftsgutes des Anlagevermögens benutzt wird, erfolgt keine darüber hinausgehende nachteilige steuerliche Berücksichtigung für die Gesellschaft und damit für die Gesellschafter.

a) Das Kapitalkonto von Kommanditist 1 sollte nach dem vorliegenden Zahlenwerk also 200.000 – 10.000 – 40.000 = 150.000 betragen.
b) Nein, dennoch haftet der Gesellschafter entsprechend seines Anteils gegenüber einer neu festzusetzenden Steuerlast (siehe oben)
c) angesichts der oben dargestellten Rechts- und Sachlage kann hierzu keine sinnvolle Antwort gegeben werden.
d) Der erzielte Gewinn aus dem Anteilsverkauf ist als Erlös zu buchen. Auf Seiten der Gesellschaft kommt zu einer Anrechnung nach dem Teileinkünfteverfahren. Die bedeutet, dass 40 % des Veräußerungsgewinns steuerfrei sind und die übrigen 60 Prozent der Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer zufällt und mit dem persönlichen (hier anteiligen) Steuersatz besteuert wird.
e) maßgebliche Normen dazu sind § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG, § 34 EStG (Halbeinkünfteverfahren), § 23 EStG (Spekulationsgeschäft), § 16 Abs. 4 EStG (Freibetrag)


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 17.04.2013 | 13:28

Hallo Herr Wehle,

danke für Ihre umfangriechen Ausführungen. Allerdings wurde die Frage "c" nicht hinreichend beantwortet. Deshalb hier noch evtl. fehlende Angaben.

Der IAB wurde nach § 7g EStG in der genannten Höhe gebildet.
Die KG Anteile sind nach wie vor in meinem Besitz und damit auch deutlich länger als ein Jahr.

Ich hoffe, dass somit der Beantwortung der Frage "c" jetzt nichts mehr im Wege steht.
Mit freundlichen Grüßen


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.04.2013 | 13:47

Sehr geehrter Fragesteller,

insoweit besteht noch weiterer Klärungsbedarf in Bezug auf den Sachverhalt. Ich verweise auf meine heutige Nachricht an Ihre angegebene eMail Adresse.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Bewertung des Fragestellers 17.04.2013 | 14:04

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Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für die Bewertung. Erst dachte ich ja, wir verständigten uns in zwei unterschiedlichen Sprachen, aber das persönliche Gespräch konnte eventuelle Missverständnisse ausräumen und so letztlich zu Ergebnis führen. Gern stehe ich Ihnen auch künftig in rechtlichen Angelegenheiten zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Andreas Wehle Rechtsanwalt /Aachen
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