Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Auswanderung als Gmbh-Holding-Geschäftsführer-Gesellschafter

1. April 2022 12:13 |
Preis: 150,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Der 100%ige Gesellschafter und alleiniger Geschäftsführer einer GmbH wohnt und lebt aktuell in Deutschland.

Die GmbH ist vermögensverwaltend tätig und hat
- ein Aktienportfolio von 5 Millionen Euro.
- kleinere Unternehmensbeteiligungen (die keine Dividenden abwerfen)
- mehrere Immobilien mit monatlichen Mieteinnahmen von ca. 10.000 Euro.

Die GmbH hat keine Mitarbeiter und kein Büro.

Der Alleingesellschafter und -geschäftsführer möchte in die USA auswandern. Er ist sich heute aber noch nicht sicher, ob er dort wirklich ein Leben lang bleiben möchte, sondern erstmal 2 Jahre testweise dort leben.

Es wird davon ausgegangen, dass die GmbH einen jährlichen Gewinn (vor Geschäftsführergehalt) von ca. 350.000 Euro erwirtschaften wird.

Der Geschäftsführer möchte gerne ein Gehalt von 250.000 Euro / Jahr von der vermögensverwaltenden GmbH beziehen. Er geht davon aus, dass die Anlagegewinne dafür ausreichen und keine weitere Geschäftstätigkeit erforderlich ist.

a) Was muss der GmbH Geschäftsführer beachten?
b) Wo muss er sein Gehalt versteuern?
c) Wo müssen die verbleibenden 100.000 Euro versteuert werden und zu welchem Preis?
d) Was sollte bedacht werden, falls der GmbH Geschäftsführer sich nach 2 Jahren dazu entschließt, dauerhaft in den USA zu bleiben?

1. April 2022 | 16:36

Antwort

von


(323)
Grünberger Str. 54
10245 Berlin
Tel: 0302939920
Web: http://www.rechtsanwalt-braun.berlin
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund der übermittelten Information beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Zuerst ein paar allgemeine Hinweise.

Wenn Sie als geschäftsführender Gesellschafter in die USA auswandern. Greift das Außensteuergesetz. Grob zusammengefasst bedeutet dies, dass die stillen Reserven der GmbH besteuert werden. Hintergrund ist § 6 Außensteuergesetz, danach werden Sie so behandelt, als würden Sie Ihre Beteiligung veräußern. Die so entstandene Steuer kann dann in 7 Jahresraten gezahlt werden. Diese Wegzugsbesteuerung entfällt, wenn Sie innerhalb von 7 Jahren wieder zurückkehren und die Anteile immer noch besitzen, keine Gewinnausschüttungen erfolgten sowie das Besteuerungsrecht wieder Deutschland zusteht.

Die Wegzugsbesteuerung können Sie vermeiden, wenn Sie Ihre GmbH in eine Personengesellschaft umwandeln, bspw. GmbH & Co KG. In diesem Fall entfällt die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG. Sie können die GmbH auch verkaufen oder auf jemanden übertragen. In jedem Fall sollte die Geschäftsführung abgegeben werden, da nach dem KStG die Geschäftsführung und damit auch der Sitz sich dort befinden wo sich der Geschäftsführer befindet, in Ihrem Fall in den USA, dies ist wahrscheinlich nicht gewollt.

Zu Ihren Fragen.

Zu 1.)
Mit Ihrem Wohnsitzwechsel als Geschäftsführer, wechselt auch der Sitz der Gesellschaft, daher sollten Sie das Amt als Geschäftsführer abgeben.

Zu 2.)
Ihr Gehalt wird dann in den USA versteuert.

Zu 3.)
Wenn Sie in die USA auswandern und dort bleiben, zieht die Gesellschaft quasi mit, der Sitz der Geschäftsführung ist dann in den USA und die Wegzugsbesteuerung verbleibt.

Mir ist klar, dass meine Antworten wahrscheinlich weitere Fragen aufwerfen, wenn Sie möchten können Sie mich gerne per E-Mail anschreiben.


Ich hoffe, dass ich Ihre Frage beantwortet habe, bei eventuellen Nachfragen können Sie gerne die kostenlose Nachfrageoption benutzen.

Berücksichtigen Sie bitte, dass auch kleine Sachverhaltsänderungen zu einer gänzlich anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Braun
Rechtsanwalt



Rückfrage vom Fragesteller 25. April 2022 | 16:41

Sehr geehrter Herr Braun,

1) Sind Sie sicher und gibt es keine Möglichkeit, weiter Geschäftsführer zu bleiben, den Sitz der Firma aber in Deutschland zu belassen?
2) Kann man die Besteuerung des Gehalts in den USA vermeiden, beispielsweise indem man in Deutschland einen Wohnsitz beibehalt (einfach eine Wohnung für 500 Euro irgendwo anmieten und dauerhaft laufen lassen o.Ä.)?
3) Sie schreiben: "Die Wegzugsbesteuerung können Sie vermeiden, wenn Sie Ihre GmbH in eine Personengesellschaft umwandeln, bspw. GmbH & Co KG". Welche Kosten sind damit verbunden? Empfehlen Sie diesen Schritt?
4) Welches Vorgehen ist am besten, wenn ich nur temporär in den USA leben möchte?

Viele Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25. April 2022 | 19:29

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

zu 1.)
Sie könnten einen zweiten Geschäftsführer einstellen, welcher seinen Wohnsitz in Deutschland hat. In diesem Fall würde der Ort der Geschäftsführung in Deutschland bleiben, da gegenüber dem FA argumentiert werden würde, dass der "deutsche" Geschäftsführer den Großteil der Entscheidungen trifft.

zu 2.)
Die Besteuerung richtet sich nach dem Lebensmittelschwerpunkt und wenn dieser in den USA ist, dann werden Sie in den USA besteuert. Sie könnten prüfen lassen, ob eine Ausschüttung, mit monatlichen oder quartalsweisen Vorabausschüttungen steuerlich günstiger ist, diesbezüglich müssten Sie einen Kollegen mit Kenntnissen im US-Steuerrecht bemühen.

zu 3.)
Sie müssen mit Umwandlungskosten im Bereich von 2.500 bis 10.000 € rechnen, die Kosten hängen vom Aufwand ab. Eine solche Entscheidung muss wohl überlegt sein, "einfach" empfehlen kann ich dies nicht, da ich Ihre persönlichen Lebensumstände nicht kenne. Aber die Umwandlung ist eine Option.

zu 4.)
Hierbei kommt es auf die Dauer an, wenn SIe länger als 6 Monate in den USA leben, müssen SIe grundsätzlich Ihre Einnahmen in den USA versteuern. Wenn SIe nur Urlaub machen, also weniger als 6 Monate bleibt es beim deutschen Steuerrecht.

Ich hoffe ich konnte Ihre Nachfragen beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Braun
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(323)

Grünberger Str. 54
10245 Berlin
Tel: 0302939920
Web: http://www.rechtsanwalt-braun.berlin
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Gesellschaftsrecht, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht, Erbrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 97471 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort erfolgte, obwohl es Sonntag war innerhalb von zwei Stunden, war inhaltlich exakt und im Umfang kompakt, dabei freundlich, es wurde weitere Begleitung in der Sache angeboten. Die Beratung hat mich umfänglich zufriedengestellt. ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr kompetente und freundliche Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super schnelle, sehr ausführliche Antwort inkl. dem Aufzeigen der Paragrafen. Es gab aber auch eine Info wie weiter vorgegangen werden kann. ...
FRAGESTELLER