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Austritt GmbH / Wert der Geschäftanteile bzw. Abfindung möglich ?


02.11.2006 12:34 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Sehr geehrte Damen und Herren,

kommende Woche werde ich aus einer GmbH austreteten, die von mir und einem Geschäftspartner gegründet worden ist. Unsere Firma handelt mit Filmlizenzen für DVD und Fernsehen. Lt. Gesellschaftsvertrag ist folgendes geregelt:

"Scheidet ein Gesellschafter aus der Gesellschaft aus, erhält er eine Abfindung von der Gesellschaft. Die Höhe der Abfindung richtet sich nach dem Verkehrswert des Geschäftsanteils. Im Falle eines Ausscheidens aufgrund Einziehung des Geschäftsanteils gemäß § (die lasse ich mal weg) richtet sich die Abfindung nach dem Buchwert, bzw., sofern die Buchwertanfindung aufgrund unangemessenen Zurückbleibens des Buchwerts hinter dem wirklichen Unternehmenswert unzulässig ist, anch einen lulässigen Wert, der dem zulässigen Buchwert möglichst nahe kommt"

Lt. unserem Steuerberater hat unsere Firma noch Verbindlichkeiten in einer Höhe von ca. 100.000 €. Kann ich trotz des vorhandenen negativen Buchwertes mit einer Abfindung rechnen ? Die erworbenen Lizenzen haben ja z.b einen Buchwert. Oder sind durch die vorhandenen Verbindlichkeiten, Abfindungszahlungen ausgeschlossen ?

Vielen Dank im voraus für die Beantwortung meiner Frage.

Ps: Mein Ausscheiden erfolgt nicht durch die Einziehung meines Geschäftsanteils.

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Auch wenn die Gesellschaften Verbindlichkeiten in genannter Höhe hat, stehen entsprechende Vermögenswerte gegenüber. Zumindestens das anteilige Eigenkapital in Höhe Ihres Gesellschafteranteils sollte als Untergrenze für Ihren Abfindungsanspruch angesetzt werden.

Die Bewertung für Ihren Gesellschafteranteil mit dem Verkehrswert ist nicht unproblematisch, da es einen Markt für die GmbH-Anteile nicht geben wird. Als Hilfsmittel zur Ermittlung des Verkehrswertes stehen dabei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Insoweit bestehen drei Möglichkeiten der Bewertung Ihres Geschäftsanteils, wobei die letzen beiden Varianten sich nur durch die Bezugsgröße und den Multiplikator unterscheiden.

Das Vermögen wird nach den tatsächlichen Werten ermittelt, was bei dem Umlaufvermögen sicherlich einfach darstellbar ist. Problematisch ist hingegen das Anlagevermögen, deren Buchwert durch erfolgte Abschreibungen zumeist unter dem tatsächlichen Wert liegt. Hier besteht dann die Möglichkeit, die Werte durch einen Sachverständigengutachten ermitteln zu lassen, was allerdings auch mit entsprechenden Kosten verbunden ist.

Eine weitere (günstigere) Möglichkeit ist, die Bewertung zusammen mit Ihrem Steuerberater durchzuführen. Von den ermittelten Vermögenswerten sind dann die Verbindlichkeiten (Fremdkapital) in Abzug zu bringen. Der dann verbleibende Wert ist dann in Relation zu Ihrem Geschäftsanteil zu setzen und ist dann der Verkehrswert Ihrer Geschäftsanteile.

Eine zweite Möglichkeit wäre, dass Sie den Umsatz als Zielgröße nehmen und Sie für die Wertermittlung des Geschäftsanteils einen vorher festzulegen Multiplikator wählen.

Weiterhin können Sie als Messgröße den Gewinn des Unternehmens wählen und den Wert des Unternehmens und damit Ihres Geschäftsanteiles mit einem für den Markt in dem Ihr Unternehmen tätig ist, angemessenen Multiplikator wählen.

Ich habe Ihnen einige Bewertungsalternativen aufgezeigt. Für die konkrete Bewertung bedarf es dann eine ausführlichere Befassung mit dem Unternehmen. Hierzu und für eine konkrete Bewertung Ihres Geschäftsanteiles und Beratung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 02.11.2006 | 13:56

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort:

Ein kurze Nachfrage: Eben habe ich erfahren, das der Notar Termin kurzfristig für morgen angesetzt ist.

Bleiben meine Ansprüche weiterhin bestehen, auch wenn mein Austritt durch einen Notar beurkundet wurde?. Oder "verfällt" mein rechtlicher Anspruch durch meine geleistete Unterschrift?

Vielen Dank im voraus.

Ps: Das anteilige Eigenkapital ist momentan nicht vorhanden, da wir unsere Einlage kurzfristig für die Deckung einiger Verbindlichkeiten einsetzen mussten.

Ergänzung vom Anwalt 02.11.2006 | 17:43

Sehr geehrter Ratsuchender,

der Abfindungsanspruch bleibt auch bei einer notariellen Übertragung der Gesellschafteranteile bestehen. Er ist im Gesellschaftsvertrag festgehalten. Allerdings läßt es sich im Nachinein schlechter verhandeln, wenn erst einmal die Anteile übertragen worden sind. D.h. Sie schwächen durch eine vorzeitige Übertragung Ihren Verhandlunsgspielraum. Im übrigen wäre es sinnvoll die Höhe der Abfindung im notariellen Vertrag mit zu regeln, um den Anspruch, soweit der Verkäufer sich der Vollstreckung unterwirft, schnell durchsetzen zu können.

Soweit keine besondere Dringlichkeit besteht, sollten Sie den Notartermin verschieben, bis klar ist wie hoch die Abfindung ist und zu welchem Termin diese ausbezahlt wird.

Mit besten Grüßen

RA Schröter
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