Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
478.597
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Aussteuerung bei der Krankenkasse


| 16.01.2009 14:57 |
Preis: ***,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Tanja Stiller



Mein Mann wurde zum 11.01.09 ausgesteuert. Er war das erste Mal
2002 krank (ZNS-Lymphom Kopf) von 24.04.2002 - 23.10.2003. Danach hat mein Mann wieder Vollzeit gearbeitet.Damals wurde uns von der Krankenkasse eine dreijährige Rahmenfrist mitgeteilt vom 23.04.2002 - 22.04.2005 (Beginn der nächsten Rahmenfrist 23.04.2005).
Am 05.01.2007 wurde mein Mann erneut krank (okuläres Lymphom, rechtes Auge). Der letzte Krankheitstag war der 17.08.2007.
Dann war er wieder voll berufstätig.
Das dritte Mal wurde mein Mann am 22.02.2008 krank (Rezidiv ZNS Lymphom Kopf), in diesem Verlauf erkrankte er im November 2008
erneut (okuläres Lymphom linkes Auge). Er ist bis zum heutigen Tag
krankgeschrieben und auch in Behandlung. Die Krankenkasse hat
die Erkrankung 2007 und 2008 zusammengerechnet, da es sich
nach deren Meinung um diesselbe Krankheit handelt. (Wurde auch vom Arzt so angegeben!)Meine Frage: Wie genau ist das mit den Rahmenfristen? Hätte nicht am 23.04.2008 eine neue Rahmenfrist begonnen? Mein Mann hat ja zwischen den Erkrankungen 2007 und 2008 6 Monate gearbeitet.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zuerst möchte ich Sie daraufhin weisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch eine Kollegin/ einen Kollegen vor Ort ersetzen kann.
Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung komplett anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund, der von Ihnen erhaltenen Angaben und dem eingesetzten Betrag wie folgt:

Gemäß § 48 Abs.1 SGB V erhalten Versicherte Krankengeld für den Fall der Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit für längstens 78 Wochen innerhalb einer Frist von 3 Jahren.
Die Bockfrist von 3 Jahren beginnt mit dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit.

Dieselbe Krankheit im Sinne des § 48 SGB V liegt vor, wenn der Arbeitsunfähigkeit ein im ursächlichen Sinne einheitliches Krankheitsgeschehen zugrunde liegt.
Das ist dann der Fall, wenn der regelwidrige Körperzustand weiterfort besteht und zu Krankheitserscheinungen bzw. Krankheitsbeschwerden führt.
Nach dem Urteil des BSG vom 29.09.1998 (B1 KR 2/97R) können Art und Ausprägungsgrad der Krankheitserscheinungen unterschiedlich sein, entscheidend ist, dass sie auf dieselben, medizinisch nicht ausgeheilten Grundleiden zurückzuführen sind.
In dem von Ihnen geschilderten Fall wird man daher davon ausgehen können, dass seit 2002 dieselbe (nicht ausgeheilte) Krankheit vorliegt.

Fraglich ist allerdings, wann die Blockfrist beginnt.
Der erstmalige Eintritt der Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit setzt eine Kette aufeinander folgender Blockfristen in Gang, d.h. an jede Blockfrist schließt sich eine weitere an.
Da Ihr Mann also am 24.04.2002 erstmalig erkrankte, beginnt die erste Blockfrist am 24.04.2002 und endet am 23.04.2005.
Die 2. Blockfrist beginnt daher am 24.04.2005 und endet am 23.04.2008.
Die 3. Blockfrist beginnt am 24.04.2008 und endet am 23.04.2011.
Da am 24.04.2008 eine neue Rahmenfrist (3.Blockfrist) begonnen hat und die Krankzeiten aus der 1. und der 2. Blockfrist nicht zu berücksichtigen sind, besteht meines Erachtens ab dem 24.04.2008 ( =Beginn der dritten Blockfrist) ein Anspruch auf Krankengeld für 78 Wochen.

Ihr Mann sollte daher gegen den Aussteuerungsbescheid der Krankenkasse innerhalb eines Monats nach dessen Zustellung Widerspruch erheben.

Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen und eine erste rechtliche Orientierung bieten konnte.


Mit freundlichen Grüßen


Tanja Stiller
Rechtsanwältin




Bewertung des Fragestellers 19.01.2009 | 14:57


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?