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Ausspähen von Daten

24.11.2010 08:08 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


guten morgen.
ich habe heute eine vorladund von der Polizei erhalten wegen Verdachts des ausspähens von Daten !
Zum Fall : ich habe nach der Trennung von meiner Freundin gelegentlich in ihrem Email Account nachgeschaut und sie vor kurzem dummerweise mit Sachen konfrontiert die ich nur daraus wissen kann ! Nun hat sie mich angezeigt wegen ausspähen von Daten !
Sie hat mir das Passwort allerdings selbst gesagt in der Zeit wo wir noch zusammen waren ! Von Haken oder Viren habe ich absolut keinen Plan ! Was erwartet mich bei der Polizei ? Soll ich abstreiten dass ich es überhaupt war oder soll ich zugeben dass ich es war und sie mir das Passwort freiwillig genannt hat allerdings noch nicht geändert hatte ?
Ich habe weder Emails verschickt noch gelöscht sondern "nur" emails gelesen ?!?

Sehr geehrter Ratsuchender,

nach Ihrer Schilderung brauchen Sie keine strafrechtlichen Sanktionen befürchten. Strafbares Handeln nach § 202a StGB setzt voraus, dass man sich unter Überwindung der Zugangssicherung unbefugt Zugang zu Daten verschafft. Sie hatten jedoch Kenntnis von der Zugangssicherung, mußten diese also nicht überwinden. Noch dazu haben Sie diese Kenntnis von dem Berechtigten (Freundin) erlangt. Außerdem waren Sie sogar (noch) befugt, die Emails zu lesen, es sei denn, Ihre Exfreundin hatte Ihnen dieses nach der Trennung ausdrücklich untersagt.

Jedenfalls ist der Tatbestand des § 202a StGB nicht erfüllt. Ihre Freundin hätte das Passwort nach der Trennung ändern müssen.

Dennoch kann ich nicht dazu raten, der Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung Folge zu leisten. Sie können nicht wissen, was genau die Exfreundin in der Strafanzeige zu Protokoll gegeben hat. Möglicherweise reden Sie sich um Kopf und Kragen. Sie haben das Recht zu Schweigen und sollten davon vorläufig Gebrauch machen. Beauftragen Sie einen Verteidiger, der Akteneinsicht nimmt und mit Ihnen dann das weitere Vorgehen abspricht.

Mit freundlichen Grüßen

Wundke
Rechtsanwalt


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