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Aussichten für Kündigungsschutzklage

03.12.2007 17:39 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe


Sehr geehrte(r) Anwalt(in),

ich wurde unter Einhaltung der Kündigungsfrist wegen Umsatzeinbußen aus betrieblichen Gründen zu Ende Dezember gekündigt und von der Arbeit freigestellt. Ich habe noch am Tag meiner Kündigung gefragt, ob ich nicht in anderen Niederlassungen der Firma eingesetzt werden könnte. Das wurde verneint.
Nun habe ich Klage gegen die Firma eingereicht und eine freie Mitarbeiterschaft woanders angenommen. Und plötzlich bietet mir meine alte Firma an, in einer Niederlassung in Hintertupflingen zu arbeiten und gibt mir 5 Tage Zeit, mich zu entscheiden, da sie dann "schnell jemand anderen entlassen müssten."
Eigentlich will ich jetzt gar nicht mehr in der Firma arbeiten, weil ich denke, dass die mich zum nächst möglichen Termin wieder entlassen würden und ich für eine so ungewisse Prognose nicht meinen Wohnsitz aufgeben möchte. Muss ich jetzt in der anderen Niederlassung anfangen, wenn ich den Prozess gewinnen will? Oder ist es besser, den Rechtsstreit aufzugeben?
Eigentlich hatte ich auf eine gute Abfindung gehofft, aber die bieten außergerichtlich nur 0,5 Monatsgehälter/Jahr und wollen 9 angefangene Monate nicht mal auf ein ganzes Jahr aufrunden. Nach Steuern bleibt da ja kaum was.

Wie soll ich mich verhalten?

Vielen Dank

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Sehr geehrter Fragesteller,

es kommt darauf an, was Sie wollen.
Wenn Sie in der alten Firma wieder arbeiten wollen, müssten Sie die angebotene Stelle annehmen. Wenn es Ihnen um die Abfindung geht, dann können Sie beantragen, dass das Gericht nach § 9 KSchG das Arbeitsverhältnis auflöst und den Arbeitgeber zur Zahlung einer angemessenen Abfindung verurteilt. Ob die Voraussetzungen dafür vorliegen (ob die Kündigung also unberechtigt war) kann von hier aus nicht beurteilt werden.

Eine Kündigungsschutzklage endet selten mit einem Urteil, so dass sich die Frage, wer den Prozess gewinnt, meist nicht stellt. Häufig wird das Gericht auf einen Vergleich hinwirken, so dass Sie sich durchaus auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung einigen können. Was sie Höhe der Abfindung angeht, ist ein halbes Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr allerdings üblich, so dass Sie kaum mehr erwarten können.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orietntierung geben.

Mit freudlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

info@kanzlei-plewe.de



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