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Aussendienst - Fahrtzeit = Arbeitszeit?


| 24.02.2012 18:29 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla



Guten Tag,

für meinen Arbeitgeber, eine Personalservice-Agentur, arbeite ich als Ableser von Stromzählern. Laut Arbeitsvertrag bin ich im Aussendienst beschäftigt und kann deutschlandweit eingesetzt werden. Seit kurzer Zeit werde ich bei einem anderen Entleiher eingesetzt. Jetzt fahre ich jeden Tag ca. 2 Std mit Bus und Bahn Richtung Norden in mein Ablesegebiet, abends 2 Std zurück. Die Fahrtkosten bekomme ich erstattet. Ein Hotelzimmer vor Ort wurde mir angeboten, kommt aber aus persönlichen Gründen nicht in Frage. Beim Entleiher unterhält mein Arbeitgeber ein kleines Büro, in dem ich ca. zweimal die Woche zum Datenaustausch reinschaue. "Mein" PSA-Büro liegt noch ca. eine Autostunde südlich meines Wohnortes. Dort reiche ich per Post Kostenbelege, Stundenzettel usw. ein.

Kann ich die fast vier Stunden Fahrtzeit als Arbeitszeit rechnen? Bzw. ist es zumutbar, für meinen geringen Arbeitslohn diesen Aufwand selbst tragen zu müssen?

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Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für Ihre Anfrage .
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:


Als Arbeitszeit gilt grundsätzlich nicht der Weg zur Arbeit, es sei denn es ist im Arbeitsvertrag ausdrücklich etwas anderes vereinbart (was unüblich ist) und bei Ihnen nach Ihrer Schilderung nicht vereinbart zu sein scheint.

Auch der Wechsel des Einsatzortes ändert hieran grundsätzlich nichts, da Sie nach Ihrer Schilderung ausdrücklich deutschlandweit eingesetzt werden können.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, möchten Sie wissen, ob Sie die Fahrten zum PSA-Büro vergütet verlangen können.

Maßgeblich ist hier in erster Linie wieder der Arbeitsvertrag. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sagt der Arbeitsvertrag aber zu diesem Thema nichts aus.

Es handelt sich hier auch nicht um einen Weg zur Arbeit.

Sie können die Fahrzeit grundsätzlich dann als Arbeitszeit vergütet verlangen, wenn es außerhalb Ihrer eigentlichen Arbeitszeit liegt ( dann bekommen Sie es ja sowieso schon nach dem Arbeitsvertrag vergütet) und wenn es sich zusätzlich um eine betrieblich veranlasste und vom Arbeitgeber angeordnete Fahrt handelt (also keine freiwillige Fahrt).

Sofern dieses hier also der Fall ist (so habe ich Ihre Schilderung verstanden),haben Sie auch grundsätzlich einen Vergütungsanspruch für diese 4 Stunden Fahrtzeit.


Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.


Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Freitagabend und ein erholsames Wochenende!

Nachfrage vom Fragesteller 26.02.2012 | 11:27

Sehr geehrter Herr Newerla,

vielen Dank für die wiklich schnelle Beantwortung und die rechtliche Klarstellung einiger Aspekte.

Meine Frage zielte aber weniger auf die Fahrten zu meinem PSA-Büro (dort bin ich ja nie, Belege reiche ich dort per Post ein).

Mir geht es um die täglichen Fahrten in mein Arbeitsgebiet. Mein Einsatzort im Aussendienst ist praktisch täglich neu, wenn auch innerhalb derselben Großstadt. (Die Wegezeiten innerhalb dieses Gebietes sind unstrittig.)

Was ist aber mit den täglich 4 Stunden Fahrtzeit von zu Hause bis zum Gebiet und zurück?

Ist diese Fahrzeit "ausserhalb der eigentlichen Arbeitszeit" und eine "betrieblich veranlasste und vom Arbeitgeber angeordnete Fahrt", wie Sie es nennen.

Und trifft Ihre Schlussfolgerung, die Fahrtzeit sei "somit als Arbeitszeit zu vergüten" in diesem Fall zu?

Laut Arbeitsvertrag beginnt die Arbeitszeit mit dem "Beginn der Verpflichtung zur Arbeitsleistung" und "nicht als Eintreffen im Kundenbetrieb bzw. am Arbeitsplatz". Ich fahre aber i.d.R. weder zum Kundenbetrieb, noch zu einem festen Arbeitsplatz, sondern in täglich wechselnde Einsatzgebiete.

Wenn Sie diesen speziellen Punkt erhellen könnten, wäre mir sehr geholfen.

Vorab schon mal vielen Dank für Ihre Bemühungen und noch einen angenehmen Sonntag


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.02.2012 | 16:50

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:

Da Sie im Außendienst tätig sind,fällt diese Fahrzeit auch grundsätzlich in die (zu vergütende)Arbeitszeit.

Problematisch ist allerdings, dass die Rechtsprechung insoweit leider nicht einheitlich ist.

Nachfolgend habe ich Ihnen einen interessanten Link zu diesem Thema beigefügt:

http://www.zeit.de/karriere/beruf/2010-10/arbeitsrecht-aussendienst-arbeitszeit

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 01.03.2012 | 19:14


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