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Ausschulung für zu viele entschuldigte Fehltage?

7. März 2020 12:39 |
Preis: ***,00 € |

Schule, Hochschule, Prüfungen


Sehr geehrte Damen und Herren,

hier erstmal die groben aber dennoch wichtigen Informationen:
- Die Schule befindet sich in Niedersachsen, in der Stadt Braunschweig
- Die Schule ist eine Berufsschule
- Ich bin 19 Jahre alt derzeit und nicht mehr schulpflichtig
- Ich habe lediglich 10 unentschuldigte Fehltage, jedoch aber 40-50 entschuldigte Fehltage

So nun würde ich dies ein wenig besser schildern und zwar wurde mir heute ein Schreiben von der Schule geschickt wo mir gesagt wird ich werde am 16.3.2020 ausgeschult, da ich den Jahrgang wahrscheinlich nicht abschließen kann, da zu wenig Noten von mir vorhanden sind und ich solle mich bis zum 13.3.2020 diesbezüglich melden.

Alle meine entschuldigten Fehltage sind von einem Arzt bescheinigt worden und diese wurden auch alle von der Schule genehmigt bzw. auch als entschuldigt eingetragen.
Ich bin so oft entschuldigt worden da ich ein paar andere private Probleme habe (Depressionen, Autismus und auch eine Schulphobie, wobei dies meiner Meinung nach die Schule gar nichts anzugehen hat)

Darf die Schule mich für entschuldigte Fehltage einfach ausschulen?
Normalerweise sollte man mir einfach nur sagen ich müsste die Klasse eben wiederholen und somit hat sich das gegessen oder etwa nicht?

Ich hoffe man kann mir diesbezüglich helfen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Auszubildende genießen einen besonderen gesetzlichen Schutz. Sie können sich daher gegen eine Kündigung wehren..

Die Kriterien für die Zulassung zur Prüfung sind im § 43 Berufsbildungsgesetz (BBiG) definiert:

Zitat:
Der Auszubildende muss die Ausbildungszeit durchlaufen, an der vorgeschriebenen Zwischenprüfung teilgenommen sowie den schriftlichen Ausbildungsnachweis geführt haben.


Eine Berufsschulordnung enthält grundsätzlich sinngemäß folgende Regelungen:

Es wird davon ausgegangen, dass die Ausbildungszeit nicht zurückgelegt wurde, wenn Fehlzeiten von 10% vorliegen. Bei den Fehlzeiten ist es unerheblich (!), worauf diese beruhen oder ob sie entschuldigt sind (zB durch ein ärztliches Attest).

Der Berufsbildungsausschuss folgende max. Fehlzeiten festgesetzt:

bei einer Ausbildungszeit von 3 Jahren dürfen Auszubildende ...

...bei einer Sechs-Tage-Woche max. 26 Tage in der Berufsschule und/oder 75 Tage in der Praxis fehlen.

...bei einer Fünf-Tage-Woche max. 26 Tage in der Berufsschule und/oder 58 Tage in der Praxis fehlen.


Mit anderen Worten ist es egal, ob die Fehltage entschuldigt waren.

In der Regel werden Sie dann laut BBiG nicht zum regulären Prüfungstermin zugelassen.

Allerdings müsste grundsätzlich eine Einzelfallprüfung erfolgen, ob die/ der Auszubildende trotz der erheblichen Fehlzeiten die für den Ausbildungsberuf notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten erworben hat. Das dürfte für Sie aber derzeit keine Lösung sein, ich vermute, Sie möchten das Jahr und den Lehrstoff wiederholen.

Ich empfehle daher, einen Antrag auf Verlängerung der Ausbildungszeit an die Geschäftsstelle der Berufsschule zu stellen.

Ihr Anspruch auf Verlängerung sollte vor allem mit den unverschuldeten Fehltagen begründet werden. Sie können und sollten sich dabei auf Ihren Rechtsanspruch aus § 8 BBiG berufen:

Zitat:
§ 8 Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungsdauer
....
(2) In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle auf Antrag Auszubildender die Ausbildungsdauer verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Vor der Entscheidung über die Verlängerung sind die Ausbildenden zu hören.
(3) Für die Entscheidung über die Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungsdauer kann der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung Empfehlungen beschließen.


Ob der Antrag genehmigt wird, liegt im Beurteilungsspielraum bzw. im Ermessen der Behörde. Allerdings muss Ihnen vor der Entscheidung eine Anhörung gewährt werden, wie obiges Gesetz vorschreibt.

Sollte die Schule / Behörde dagegen verstoßen, können Sie Widerspruch bzw. bei Erfolglosigkeit Klage einlegen. Die Kosten für eine anwaltliche Beratung bzw. Vertretung können bei Amtsgericht Ihres Wohnbezirks beantragt werden, falls Sie diese derzeit finanziell nicht leisten können. Ihre IHK berät Sie ebenfalls dazu.

Ich gehe davon aus, dass Ihnen der Antrag auf Verlängerung aufgrund der meist unverschuldeten Fehltage gewährt werden müsste.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in Ihrer Angelegenheit!

Mit besten Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 8. März 2020 | 12:43

Sehr geehrte Frau Fischer,

ja für mich wäre es am besten wenn ich die Klasse einfach wiederholen könnte, da es mir derzeit sowieso immer besser geht und ich ja auch mit der Schule absprechen könnte das man sich bis Ende des Schuljahres noch beweist sozusagen.

Ich soll nun also ganz normal einen Antrag bzw. auf das Schreiben antworten mit der Bitte auf eine Verlängerung richtig? Ich würde dann wie oben erwähnt zusätzlich noch erwähnen das ich bis Ende dieses Schuljahres noch zeige das dies nächstes Jahr besser wird, so sollten die Erfolgschancen ja auch deutlich verbessert werden.

Eine Anhörung zu der Klassenkonferenz vom 5.3 (wie im Brief von der Schule angegeben) wurde mir nicht gewährt, ich habe keine Einladung diesbezüglich erhalten, vielleicht ist das ja auch nochmal relevant.

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 8. März 2020 | 21:21

Herzlichen Dank für Ihre freundliche Nachfrage, die ich sehr gerne beantworte.

Ja, genau, sie stellen als Antwort mit Bezugnahme auf das Schreiben einen Antrag auf Verlängerung gemäß § 8 BBiG.

Es ist eine gute Idee, darauf hinzuweisen, dass Ihnen die Fortsetzung wichtig ist, und Sie dafür evtl. bereit wären, zB Extrastunden etc. zu absolvieren (falls Ihnen das möglich ist).

Am besten, sie weisen im selben Schreiben darauf hin, dass offenbar versehentlich auf das Recht der Anhörung verzichtet wurde. (Dies wäre ein Verfahrensfehler, der den Verwaltungsakt in Form der Kündigung rechtswidrig macht, was relevant wäre, falls Sie sich nicht gleich einigen).

Das Schreiben sollten Sie per E-Mail und/oder Telefax schicken und zusätzlich per Post, mit Einschreiben / Rückschein oder Sie geben es mit Empfangsbestätigung im Büro der Berufsschule ab.

Mit besten Grüßen,

FRAGESTELLER 29. September 2022 /5,0
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