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Ausschluß aus den Gesprächen mit dem Jugendamt


25.01.2007 19:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Tag !

Meine Frau und ich sind seit fast 3 Jahren verheiratet. Sie hat aus ihrer ersten Beziehung drei Söhne mit in die Familie gebracht, deren Sorgerecht allein bei ihr liegt. Der älteste Sohn (15) lebt aufgrund seines schwierigen Verhaltens (ADHS,...) in einem Kinder- & Jugendhof. Daß er dort untergebracht wurde, wurde unsererseits beim Jugendamt beantragt.

Nun hatten wir heute ein Hilfeplangespräch in dem man uns (meine Frau als Sorgeberechtigte und mich als Stiefvater) fragte, ob wir mit der Gesamtleistung zufrieden sind oder nicht. Meine Frau und ich sind einvernehmlich in dem Punkt, daß sich das Gesamtverhalten meines Stiefsohnes in dem ersten Jahr in dieser Einrichtung verschlechtert hat, des weiteren habe ich mich ausführlich über einige Punkte, die mir mein Stiefsohn mitteilte informieren wollen.

Kurzum, meine Fragen und Ausführungen waren dem Leiter, dessen Stellvertreter (sein Sohn) und einer weiteren psychologischen Kraft, sowie der Sachbearbeiterin des Jugendamtes mehr als unangenehm, da ich Vorkommnisse ansprach, die sicherlich keinem psychologischen Erziehungshintergrund entsprachen, sodaß das Gespräch kurzerhand seitens des Leiters beeendet wurde.

Man will in Kürze ein neues Gespräch direkt im Jugendamt einberaumen, jedoch will man mich dabei nicht sehen, bin also kurzerhand ausgeladen und unerwünscht.

Meine Frau möchte mich aber als ihren Ehemann und Lebensgefährten dabeihaben.

Frage 1: Kann mich das Jugendamt dennoch vom Gespräch ausschließen, obwohl meine Frau möchte, daß ich unbedingt dabei bin ?

Frage 2: Darf das Jugendamt (wie vorhin angedroht) die Jugendhilfe komplett streichen, wenn wir uns nicht daran halten und ich zu diesem Gespräch mitkomme ?

Vielen Dank für die Antwort !!

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage!
Auf der Grundlage des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Rechtsanfrage wie folgt:

Beteiligte an dem Jugendhilferechtsverhältnis sind das Kind/ der Jugendliche, der Träger der Jugendhilfe (Jugendamt) und der/die Personensorgeberechtigte. Dies ist nur Ihre Frau, weil sie das alleinige Sorgerecht innehat. Auch wenn Sie mit der Mutter des Kindes verheiratet sind, sind Sie damit nicht personensorgeberechtigt für deren Kinder geworden.

Das Jugendamt ist zwar gehalten, bei dem Hilfeplangespräch eine positive Gesprächsatmosphäre herzustellen, um ein gutes Zusammenwirken aller Beteiligten zum Wohl des Kindes zu ermöglichen. Offenbar war aber der Gesprächsleiter der Ansicht, dass Sie ein gutes Gespräch – etwa wegen des Tones, den Sie angeschlagen haben - unmöglich machen. Bei Gesprächen solcher Art sollte auf gegenseitige Achtung und Einhaltung der Höflichkeitsregeln geachtet werden, selbst wenn die Empörung über Mängel, Missstände etc. verständlicherweise groß ist.
Ihre Frau kann nochmals höflich darum bitten, dass Sie mitkommen dürfen. Sie kann dabei deutlich machen, dass Sie lediglich als Ihr Begleiter mitkommen und sich diesmal zurückhalten werden, denn Hauptbeteiligte ist Ihre Frau, nicht Sie. Einen Anspruch hierauf, den Sie durchsetzen könnten, haben Sie aber nicht. Sie helfen Ihrer Frau und dem Kind in diesem Fall am Besten, wenn Sie sich nicht wie ein Löwe ins Gefecht werfen, sondern sich zurückhalten und nur ganz sachlich argumentieren.
Sollten Sie gegen den Willen des Jugendamtes doch mitkommen, kann Ihnen der Zutritt zu dem Besprechungsraum verweigert werden. Lehnt Ihre Frau die Mitarbeit mit dem Jugendamt unter diesen Voraussetzungen komplett ab, kann dies zu einer Beendigung des Hilfeprozesses führen. Ihre Frau täte aber gut daran, durch Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ihren Einfluss zugunsten des Kindes geltend zu machen. Selbstverständlich sollen Sie Ihre Frau in dieser Aufgabe unterstützen und stärken, aber dazu müssen Sie nicht unbedingt bei dem Gespräch dabei sein.

Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste Orientierung in der Sache gegeben habe. Bei Unklarheiten nutzen Sie die einmalige kostenlose Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen,

Ulrike Fürstenberg
- Rechtsanwältin -

Nachfrage vom Fragesteller 25.01.2007 | 20:47

Danke für die schnelle Antwort...

Meine Frau und ich sind derselben Ansicht in Punkto der schlechten erzieherischen Maßnahmen in der Einrichtung. Leider drückt sich meine Frau in dieser Hinsicht nicht ganz so deutlich aus wie ich, sodaß ich davon ausgehen kann, daß (wie bereits schonmal vorgekommen) einfach über meine Frau hinweg etwas entschieden wird, was letzlich unserer Ansicht nach nicht zum Wohle des Kindes wäre, sondern rein aus Kostengründen entschieden wird. Ich habe mich auch nicht wie "ein Löwe ins Gefecht geworfen", sondern sachlich in ruhigem Ton von den unwiderruflichen Mißständen gesprochen die in dieser Einrichtung vorherrschen. Derjenige der recht ungehalten war, ist der Leiter der Einrichtung gewesen, da dieser sich in seiner Person als Pädagoge angegriffen fühlte ! Alles in allem hat man uns dann sogar noch gesagt, daß die weibliche Erzieherin "Angst" vor unserem (kräftig gebauten) Sohn habe, der stellvertretende Leiter - Zitat: "...bei ihrem Sohn an meine Grenzen gestossen bin..." . Da ist doch wohl klar, daß man diesem Zustand ein Ende bereiten möchte und dieses klar äussert...

Nun denn...

Das neue Hilfeplangespräch soll wie erwähnt ohne mich stattfinden und aufgrund dessen, daß meine Ehefrau mit 3-4 Leuten der "Gegenpartei" in einem Raum sitzt, macht eine gemeinsame "gutliche" Einigung zum Wohle des Jungen schier unmöglich. Nur deshalb (als Beistand) würde ich gern gemeinsam mit meiner Frau dort erscheinen.

Ich kann leider nichts dazu, daß sich jeder Andere "ans Bein gepinkelt fühlt", nur weil man die Vorkommnisse erörtert und diese gern von den Beteiligten erklärt haben möchte.

Ich gehe nun davon aus, daß es rechlich keinerlei Möglichkeiten gibt, daß meine Frau Unterstützung erhält (auch nicht von einem befreundeten Sozialpädagogen, der meinen Stiefsohn seit Jahren kennt und ggf. bei diesem Gespräch anwesend sein darf) ?

Meine Frau soll sich also ganz allein "in die Höhle des Löwen" wagen und das allein durchstehen, ggf. Fehlentscheidungen zu Ungusten unseres (Stief-)Sohnes hinnehmen ??

Vielen Dank !

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.01.2007 | 21:57

Sehr geehrter Ratsuchender,
nach Ihrer Schilderung kommen die Beteiligten bei dem Sohn Ihrer Frau an ihre Grenzen, und es ist dann typisch, dass sich diese persönlich angegriffen fühlen, wenn Kritik geäußert wird. Dies ist eine sehr schwierige Situation. Das Ziel, Bildung eines Konsenses über das weitere Vorgehen, wird so nur schwer zu erreichen sein. Denn Voraussetzung dafür wäre die Schaffung einer vertrauensvollen Atmosphäre, Offenheit, Einfühlungsvermögen, Verzicht auf negative Wertungen, Vorwürfe und Schuldzuweisungen. Ihre Frau sollte deutlich machen, dass sie an der aktiven Mitgestaltung der Hilfeplanung weiterhin sehr interessiert ist, sich aber nicht mit ins "gemeinsame Boot" genommen fühlt und es ihr deshalb schwer fällt, alleine zu erscheinen und andere Ansichten zu vertreten als die Fachleute. Als Möglichkeit, sich doch weiterhin in den Hilfeprozess einzubringen, sollte sie vorschlagen, eine Person ihres Vertrauens mitbringen zu dürfen. Die Fachleute müßten eigentlich ein Interesse daran haben, dass sie sich weiterhin beteiligt, und sollte ihr deshalb entgegenkommen. Keinesfall kann ihre Frau gezwungen werden, irgendwelchen Lösungen zuzustimmen, die sie nicht mittragen kann. Es ist dann Aufgabe der Fachleute, sie von ihrem Weg zu überzeugen. Wenn das Jugendamt hier kein Entgegenkommen zeigt, sollten Sie einen Anwalt zu Rate ziehen , der Erfahrung auf dem Gebiet der Mediation hat. Das Jugendamt muß diesen Anwalt ( es kann auch eine Anwältin sein) zu dem Hilfeplangespräch zulassen.
Wichtig ist, dass Ihre Frau mit dem Jugendamt im Gespräch bleibt und versucht, Verständnis für ihre Situation zu bekommen.
Ich wünsche Ihnen bei der Bewältigung dieser schwierigen Situation viel Glück !
Ulrike Fürstenberg
Rechtsanwältin

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