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Auslöse, Verpflegungsmehraufwand, zeitlich begrenzt?


10.05.2007 09:42 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Guten Tag,
ich bin bei einem Consultingunternehmen mit Sitz in Bonn seit mehr als fünf Jahren fest angestellt. Die Arbeitsorte wechseln gelegentlich im gesamten Bundesgebiet.
Seit ca. drei Jahren arbeite ich nun durchgehend als Consultant in Hamburg bei einem der Kunden meines Arbeitgebers.
Mein Arbeitgeber bezahlt regelmäßig Fahrtkosten und Hotelunterbringung, allerdings keine Auslöse, o.ä..
Ich weiß, dass ich auf Auslöse oder Erstattung des Verpflegungsmehraufwandes gemäß Arbeitsvertrag keinen Anspruch habe. Ein Tarifvertrag gilt für mich ebenfalls nicht.

Meine Fragen:
1. Kann ich demzufolge den Aufwand für die doppelte Haushaltführung (oder den Verpflegungsmehraufwand oder die Auslöse?) steuerlich als Werbungskosten geltend machen?
2. Welche steuerlich relevanten Nachweise müsste ich erbringen, insbesondere, wenn es sich um eine steuerliche Pauschale handelt?
3. Gelten dafür dann die üblichen Tagessätze zwischen 8 und 24 Euro mit den bekannten Abstufungen?
4. Ist diese steuerliche Erstattung in irgendeiner Form zeitlich begrenzt, z.B. wenn ich mehr als drei Monate an einem Arbeitsort verbringe oder kann ich sie für das gesamte Steuerjahr in Anrechnung bringen?
5. Kann ich diese Werbungskosten rückwirkend für vergangene Jahre geltend machen, wenn nicht bereits geschehen?

Vielen Dank & freundliche Grüße
M. B.

-- Einsatz geändert am 11.05.2007 13:29:31
Eingrenzung vom Fragesteller
10.05.2007 | 10:47
Eingrenzung vom Fragesteller
10.05.2007 | 11:18
Eingrenzung vom Fragesteller
11.05.2007 | 13:30

Sehr geehrter Herr,

im Rahmen einer Erstberatung beantworte ich Ihre Fragen wie folgt, wobei ich mir erlaubt habe, diese zusammenzufassen:
Das steuerliche Reisekostenrecht hat durch die Rechtsprechung des BFH vom 11.5.05 sowie das hierzu ergangene BMF-Schreiben vom 26.10.05 (BStBl I, 960) weitreichende Änderungen erfahren. Es wird unterschieden zwischen Einsatzwechseltätigkeiten mit auswärtiger Übernachtung und solchen mit täglicher Rückkehr nach Hause.
Der BFH hatte entschieden, dass durch den Bezug einer Unterkunft an einer vorübergehenden beruflichen Tätigkeitsstätte nun zeitlich unbeschränkt eine Auswärts¬tätigkeit vorliegt. Eine Umdeutung in eine „Doppelte Haushaltsführung “, wie es vormals geschah, erfolgt jetzt nicht mehr. steuerfrei erstattet werden. Eine doppelte Haushaltsführung liegt nur noch dann vor, wenn eine Unterkunft am Ort der dauerhaft angelegten regelmäßigen Arbeitsstätte unterhalten wird. Dies ist bei Ihnen der Fall, da Sie nun seit drei Jahren fest in HH beschäftigt sind und davon auszugehen ist, dass sich dort der regelmäßigen Arbeitsstätte befindet. Vorher ist von einer Einsatzwechseltätigkeit auszugehen.
Hinsichtlich der doppelten Haushaltsführung können notwendige Mehraufwendungen als Werbungskosten abzugsfähig sein. Als solche kommen im wesentlichen in Betracht:
1. Fahrtkosten
2. Verpflegungsmehraufwendungen
3. Aufwendungen für die Zweitwohnung (=> Übernachtungskosten)
4. Umzugskosten.

Wenn Sie den Pauschalen Verpflegungsmehraufwendungen
geltend machen, müssen Sie nur nachweisen, dass Sie zu dieser Zeit nicht an Ihrem Heimatort abwesend waren, also ZB durch Hotelübernachtungsbelege. Restaurantbelege brauchen Sie nicht mit einzureichen, wenn Sie die Pauschale geltend machen. Ja, es gelten sodann die üblichen Pauschsätze, die für Dienstreisen bestimmt sind. Die notwendigen Verpflegungsmehraufwendungen sind für einen Zeitraum von drei Monaten nach Bezug der Wohnung, hier des Hotels, anzuerkennen.
Diese Begrenzung gilt aber ZB nicht für die Fahrtkosten zum Heimatort nach R.
OB Sie die Werbungskosten nachträglich noch geltend machen können, hängt davon ab, ob die Bescheide für die inmitten stehenden Jahre bestandskräftig sind oder nicht. Daneben weise ich aber noch auf die rückwirkende Änderungsmöglichkeit des § 52 Abs. 12 EStG hin.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung oder auch im Rahmen einer Mandatserteilung; am besten per mail: info@kanzlei-hermes.com.

Mit besten Grüßen
RA Hermes

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