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Auslaufen/Rückfall von Verlagsrechten

| 10.01.2021 15:44 |
Preis: 30,00 € |

Medienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Hallo, eventuell erscheint die Frage überflüssig, aber man will ja sicher gehen:
eine Kundin hat vor über 25 Jahren ein Buch über einen Verlag veröffentlicht, das sie jetzt im Selbstverlag wiederveröffentlichen möchte. Die damaligen Vertragsunterlagen liegen der Vorgenannten allerdings leider nicht mehr vor.
Der Verlag mit Zentrale in England existiert (anscheinend bzw. offensichtlich) nicht mehr: der Ansprechpartner in Deutschland ist nicht mehr zu erreichen und ein Second-hand Buchvertrieb (genauergesagt eine Handelsplattform, nach dem Mailadresse irgendwie mit dem "großen a" verbandelt) mit exakt dem damaligen Namen und Rechtsform und ebenfalls in London angesiedelt, sagt sie hätten nie Bücher verlegt. Und unter der damaligen ISBN lässt sich auch nichts mehr finden.
Sind die Verlagsrechte damit automatisch wieder frei/zurückgefallen für eine erneute Eigenveröffentlichung? (was aus meiner Sicht der vernünftige Schluß wäre)
Gilt es dennoch etwas zu beachten?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ohne die Kenntnis des Vertrages wird sich diese Frage nicht abschließend beantworten lassen. Wenn dem Verlag die Verwertungsrechte bis zum Ablauf der Schutzfristen vertraglich eingeräumt wurden und diese Verwertungsrechte übertragbar waren (was beides nicht unbedingt ungewöhnlich wäre), dann wären die Rechte auch nach über 25 Jahren Stillstand und ggf. Auflösung des Vertragspartners möglicherweise noch in der Hand eines Rechtsnachfolgers ("Copyright-Grab").

Ich sehe hier nach Ihrer Schilderung zwar nur ein äußerst geringes Risiko, dass sich noch jemand an der Neuveröffentlichung stören wird (ich gehe auch davon aus, dass das Buch kein Bestseller war). Wenn Ihre Kundin aber auf Nummer Sicher gehen will, müsste recherchiert werden, ob der Verlag noch existiert oder ob es einen Rechtsnachfolger gibt. Dann müsste beim Verlag Einsicht in den Vertrag beansprucht werden (§ 810 BGB ). Ergeben sich hieraus noch bestehende exklusive Verwertungsrechte, die einer Neuveröffentlichung entgegenstehen, könnte ein Rücktritt bzw. Rückruf (§ 17 Verlagsgesetz, § 41 UrhG ) in Betracht kommen, wenn der Verlag nicht freiwillig auf seine Rechte verzichtet.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 13.01.2021 | 00:39

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