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Auslandsstudium - Bafög nur auf Darlehen???

15.01.2011 13:12 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

folgende Situation:
Ich habe meinen Elektrotechniker auf Teilzeit in Deutschland absolviert. Jetzt gibt es hier in der UK ein Pilotprojekt bei dem ich einen akademischen Uni-Bachelor auf der Elektrotechnikebene im Anschluss in nur einem Jahr (2 Semester) absolvieren kann, da diese Universität mir im Gegensatz zu Deutschland volle 4 Semester anrechnet. Laut Bafögamt bekomme ich nur Bafög auf Darlehen (elternunabhängig) ohne staatlichen Zuschuss, weil ich die Förderungshöchstdauer überschreite. Hab aber während meines Technikers kein Bafög in Anspruch genommen und gearbeitet. Vermögenstechnisch lieg ich auch unter dem erlaubten Satz.

Erste grundsätzliche Frage: Darf man mir den Techniker überhaupt zur Regelstudienzeit mit anrechnen? Wenn ich in Deutschland von neu beginnen würde, hätte ich nochmal komplette 6 Semster vor mir, die bafögfähig dann wären. Ist ja daraufaufbauender neuer Studiengang.

Zweite Frage: Hab den Techniker früher auf Vollzeit angefangen und nach einem Monat wieder abgebrochen. Dazwischen liegen jetzt fast 6 Jahre Arbeit zusammen mit dem Techniker auf Teilzeit und die Altersgrenze 30 hab ich auch noch lange nicht erreicht. Selbst hier im worst case: (6 Semster Regelstudienzeit Bachelor) - (8 Teilzeitsemster = 4 Vollzeitsemster + 1 Abbruchsemster) => 1 Zuschuss-Semster hät ich noch gut, oder?

Wäre euch echt dankbar für einen guten Tipp, kann hier auf der Insel schlecht zu einem Anwalt gehen. Hab auf jedenfall hier auch Studienkollegen, die auch trotz Teilzeittechniker in Deutschland hier den vollen Bafögzuschuss erhalten. Hab schon überlegt ihre Aktenzeichennr. zu erfragen und dem Bafögamt als Vergleich durchzugeben!?

Danke schon einmal für die Hilfe.

Sehr geehrter Fragesteller,

unter Berücksichtigung des von Ihnen geschlilderten Sachverhaltes und des Einsatzes für die Beantwortung dieser Fragen möchte ich Ihnen folgende Antworten geben:

1. Anrechnung des Technikers zur Regelstudienzeit

Gemäß § 2 Abs. 1 Bafög wird Ausbildungsförderung geleistet für den Besuch von:

1. weiterführenden allgemein bildenden Schulen und Berufsfachschulen, einschließlich der Klassen aller Formen der beruflichen Grundbildung, ab Klasse 10 sowie von Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, wenn der Auszubildende die Voraussetzungen des Absatzes 1a erfüllt,

2. Berufsfachschulklassen und Fachschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, sofern sie in einem zumindest zweijährigen Bildungsgang einen berufsqualifizierenden Abschluss vermitteln,

3. Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt,

4. Abendhauptschulen, Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen, Abendgymnasien und Kollegs,

5. Höheren Fachschulen und Akademien,

6. Hochschulen.


Ich weiß aufgrund Ihres Vortrages nicht, wo Sie genau den Techniker gemacht haben, aber ich gehe davon aus , dass es wohl um eine Akademie gehandelt haben dürfte nach § § 2 Abs. 1 Nr. 5 Bafög. Dass heisst Ihre Ausbilung war grundsätzlich baföG-fähig. Daraus folgt, dass auch diese Ausbildung angerechnet werden kann. Nach dem Leitbild des BaföG soll nur eine Erstausbildung bezuschusstwerden.

Eine Ausnahme bietet nur § 7 Abs. 1a Bafög, wonach für einen Master- oder Magisterstudiengang im Sinne des § 19 des Hochschulrahmengesetzes oder für einen postgradualen Diplomstudiengang im Sinne des § 18 Abs. 1 Satz 1 bis 3 des Hochschulrahmengesetzes sowie für vergleichbare Studiengänge in Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der Schweiz wird Ausbildungsförderung geleistet, wenn


1. er auf einem Bachelor- oder Bakkalaureusstudiengang aufbaut oder im Rahmen einer Ausbildung nach § 5 Abs. 2 Nr. 1 oder Nr. 3 erfolgt und auf einem noch nicht abgeschlossenen einstufigen Inlandsstudium aufbaut, das von der aufnehmenden Hochschule als einem Bachelorabschluss entsprechend anerkannt wird, und

2. der Auszubildende bislang ausschließlich einen Bachelor- oder Bakkalaureusstudiengang abgeschlossen oder im Sinne der Nummer 1 eine Anerkennung des bisherigen Studiums als einem solchen Abschluss entsprechend erreicht hat.

Nach Ihren Angaben, liegen diese Voraussetzungen aber wohl nicht vor.

Bei Ihnen ist aber noch die Besonderheit, dass es sich wohl um ein echtes Teilzeitstudium handelt. Dies ist grundsätzlich nicht förderungsfähig. Nur wenn man nach einigen Semestern vom Teilzeitstudium in ein Vollzeitstudium wechselt, wäre eine Förderung möglich. Schon dort müsste man sich genauer mit dem Fall beschäftigen. Sie sehen es mir bitte nach, dass dies für einen Einsatz von € 20 nicht möglich ist.


2. Elternunabhängiges Bafäg

Sie haben nach Ihren Aussagen wohl nur einen Anspruch auf elternunabhängiges Bafäg. Nach § 11 Abs. 3 BaföG bleibt das Einkommen der Eltern außer Betracht, wenn der Auszubildende

1. ein Abendgymnasium oder Kolleg besucht,

2. bei Beginn des Ausbildungsabschnitts das 30. Lebensjahr vollendet hat,

3. bei Beginn des Ausbildungsabschnitts nach Vollendung des 18. Lebensjahres fünf Jahre erwerbstätig war oder

4. bei Beginn des Ausbildungsabschnitts nach Abschluss einer vorhergehenden, zumindest dreijährigen berufsqualifizierenden Ausbildung drei Jahre oder im Falle einer kürzeren Ausbildung entsprechend länger erwerbstätig war.

Nach dem von Ihnen geschlilderten Sachverhalt, waren Sie bis zu diesem Pilotprojekt in der UK sechs Jahre arbeitstätig. Wichtig an diesem Punkt ist zu sagen, dass die Reihenfolge folgendermaßen eingehalten werden muss: Erst Ausbildung und dann die Erwerbstätigkeit. Die Zeit der Berufsausbildung kann durchaus kürzer sein (z.B. 2 Jahre), dies muss dann aber wieder mit der Erwerbstätigkeitg aufgeholt werden, die dann 4 Jahre betragen muss, damit man in der Summe auf 6 Jahre kommt.Ich weiss natürlich nicht, wie lang Sie seit der Beendigung des Technikers gearbeitet haben, gehe aber wohl davon aus, dass die Technikerzeit in die drei Jahre fällt, so dass wir theoretisch nach Ihren Aussagen die sechs Jahre gefüllt hätten.

3. Mein Rat:

Um diesen Fall genau zu analysieren und komplett juristisch durchzulösen sind zum einen weitere Informationen notwendig und zum anderen ist dies aufgrund des sehr geringen Einsatzes unangemessen. Gerade wegen des oben angesprochenen nicht Bafögfähigen Teilstudiums und der eventuellen fehlenden sechsjährigen Erwerbstätigkeit ist eine intensivere Beschäftigung mit ihrem Fall zwingend erforderlich. Gerne bespreche ich die weiteren Einzelheiten mit Ihnen im Falle einer Mandatierung. Die Beratungskosten werden dann auf die Geschäftsgebühr angerechnet.

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