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Auslandsreisen eines Hoteltesters und Tourismusberaters als Betriebsausgaben

| 04.04.2015 19:18 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung:

Betriebsausgaben bei Selbständigen

Für Auslandsreisen gibt es zumindest bei Arbeitnehmern Pauschbeträge für Übernachtungskosten und Verpflegungsmehraufwendungen. Nun interessiert mich die genaue Rechtslage für einen Selbstständigen.

Hierbei handelt es sich um einen selbstständigen Einzelunternehmer, der einerseits für verschiedene Tourismusunternehmen u.a. Hoteltests und Recherchen durchführt sowie Erlebnisberichte und Videoproduktionen zu bestimmten Zielgebieten erstellt. Er betreibt jedoch zudem mehrere eigene gewerbliche Webseiten, für die er als Redakteur/Blogger seine Erlebnisse eigenständig vertreibt und Einkünfte u.a. durch Werbung sowie den späteren Verkauf von Fotos erzielt. Die geschäftliche/berufliche Veranlassung der Reisen nehmen wir bitte als gegeben an.

Es gibt demnach Recherche-/Produktionsreisen aus eigenem Anlass und "Einladungsreisen" mit konkretem Auftrag. Nehmen wir eine Flugreise mit 5 Übernachtungen nach Griechenland, in Klammern sind die tatsächlich entstandenen Kosten des Unternehmers aufgeführt.

Variante A:
Der Unternehmer zahlt Flug (200 EUR), Hotel (400 EUR), Mietwagen (100 EUR) und Verpflegung (100 EUR) selbst.

Variante B:
Der Unternehmer zahlt den Flug (200 EUR), wird jedoch von einem Auftraggeber zum kostenlosen Hotelaufenthalt mit Vollpension eingeladen.

Variante C:
Der Unternehmer wird von einem Auftraggeber vollständig eingeladen, vor Ort entstehen tatsächlich keine üblichen Reisekosten.

FRAGEN:
Sind bei Variante A die tatsächlich mittels Beleg nachzuweisenden Kosten als Betriebsausgaben voll ansetzbar? Spielen die Tabellen zum Verpflegungsmehraufwand oder Übernachtungskosten (z.B. in Griechenland) für Unternehmer überhaupt eine Rolle, z.B. als Obergrenze?

Sind bei Variante B und C trotz der Kostenübernahme durch einen Dritten trotzdem Pauschbeträge als Betriebsausgaben ansetzbar, da die Mehrbelastung THEORETISCH bestand? Oder hat ein Selbstständiger, der ohne eigene Kosten z.B. 50 Tage im Ausland verbringen MUSS, ggf. keinerlei Betriebsausgaben?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Rechtsgrundlage ist § 4 EStG
Für Auslandreisen eines Selbständigen gilt:
Fahrkosten: falls Nachweis vorliegt in voller Höhe, sonst km pauschale
Übernachtung: falls Nachweis vorliegt in voller Höhe, pauschal geht nicht (auch nicht als Obergrenze), vgl. BMF Schreiben hier http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Lohnsteuer/2014-12-19-Steuerliche-Behandlung-Reisekosten-Reisekostenverguetungen-2015.pdf?__blob=publicationFile&v=3

Mietwagen: falls Nachweis vorliegt in voller Höhe
Verpflegung: nur pauschal, vgl. § 4 V Ziff. 5 EStG

„Wird der Steuerpflichtige vorübergehend von seiner Wohnung und dem Mittelpunkt seiner dauerhaft angelegten betrieblichen Tätigkeit entfernt betrieblich tätig, sind die Mehraufwendungen für Verpflegung nach Maßgabe des § 9 Absatz 4a abziehbar".

Ich gehe aus Vereinfachungsgründen von einem Aufenthalt von 5 Tagen je 24 Stunden (spielt für Verpflegungspauschale eine Rolle; 57 oder 38 € nach der Tabelle) in Athen aus

Daher gilt für:

Variante A:
Der Unternehmer zahlt Flug (200 EUR), Hotel (400 EUR), Mietwagen (100 EUR) und Verpflegung (100 EUR) selbst.

200€+400 €+100 €+(5Tagex 57 €)


Variante B:
Der Unternehmer zahlt den Flug (200 EUR), wird jedoch von einem Auftraggeber zum kostenlosen Hotelaufenthalt mit Vollpension eingeladen.

200


Variante C:


Der Unternehmer wird von einem Auftraggeber vollständig eingeladen, vor Ort entstehen tatsächlich keine üblichen Reisekosten.

0


FRAGEN:
1. Sind bei Variante A die tatsächlich mittels Beleg nachzuweisenden Kosten als Betriebsausgaben voll ansetzbar?

Ja, außer Verpflegung, die nur pauschal ansetzbar ist

2. Spielen die Tabellen zum Verpflegungsmehraufwand oder Übernachtungskosten (z.B. in Griechenland) für Unternehmer überhaupt eine Rolle, z.B. als Obergrenze?

Für Verpflegung ja: nur diese Pauschale ist absetzbar

Für Übernachtung nein: man kann nur die nachgewiesenen höheren Kosten absetzten. Falls man keine Belege hat, kann man die Pauschale aus der Tabelle nicht absetzen

3. Sind bei Variante B und C trotz der Kostenübernahme durch einen Dritten trotzdem Pauschbeträge als Betriebsausgaben ansetzbar, da die Mehrbelastung THEORETISCH bestand? Oder hat ein Selbstständiger, der ohne eigene Kosten z.B. 50 Tage im Ausland verbringen MUSS, ggf. keinerlei Betriebsausgaben?

Viele machen die Pauschale für Verpflegung geltend (für Übernachtung können sie nicht, da keine Nachweise), da das FA THEORETISCH nie herausfinden kann, dass diese Kosten tatsächlich nicht entstanden sind. Dadurch wird allerdings der Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllt, da das zu versteuernde Einkommen durch den Abzug der BA reduziert wird. Denn im § 4 IV EStG heißt es: „Betriebsausgaben sind die Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind". Aufwendungen sind jedoch tatsächliche Ausgaben.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 05.04.2015 | 18:57

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin Zelinskij-Zunik,

zunächst einmal vielen Dank für die ausführliche und schnelle Beantwortung meiner Fragen. Ein kleiner Punkt bleibt in meinem Verständnis noch erklärungsbedürftig, daher erlaube ich mir den Gebrauch der Nachfragefunktion:

Unternehmer A ist für 5 Tage (a 24 Std) aus geschäftlichem Anlass in Griechenland und bucht ein Hotel mit Halbpension. Das Hotel berechnet für die Übernachtung inklusive Halbpension (Frühstück + Abend) einen Preis von 280 EUR pro Nacht, ohne jedoch die genauen Kosten für Verpflegung und Übernachtungskosten aufzuteilen oder trennen zu können.

Es gibt also nur eine Gesamtrechnung in Höhe von 1400 EUR für 5 Nächte, auf der die inkludierte HALBPENSION ausdrücklich vermerkt ist. Betriebskosten in welcher Höhe könnten nun geltend gemacht werden?


Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.04.2015 | 20:01

Sehr geehrter Fragesteller,

In diesem Fall müssen Sie die Verpflegungspauschale aus der Hotelrechnung heraus rechnen. Sie nehmen den Verpflegungspauschale für 24-stündige Abwesenheit aus der Tabelle und kürzen Ihre Hotelrechnung für jeden Tag und jede Übernachtung pauschal wie folgt:
• Frühstück in der Hotelrechnung enthalten: ziehen Sie 20 Prozent% der Verpflegungspauschale von der Hotelrechnung ab.
• Mittag- und/oder Abendessen in der Hotelrechnung enthalten: ziehen Sie jeweils 40 % der Verpflegungspauschale von der Hotelrechnung ab.
D.h.: Übernachtungskosten: 280 – (20% v. 57 €) - (40%) von 57 €)
Verpflegung : 57 €

dann x 5 (Tage)

MfG Zelinskij

Bewertung des Fragestellers 05.04.2015 | 20:25

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