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Auslandskrankenversicherung. Rechtl.Beurteilung

22.02.2021 21:38 |
Preis: 70,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


19:38
Auslandskrankenversicherung: Nichteinhaltung des Vertrags infolge Krankheit und Coronabeschränkungen
-Sachverhalt-

Die versicherte Person lebt im Ausland und hatte für den Zeitraum
vom 21.8.2019 bis 21.8.2020 eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen.
Versicherungsschutz besteht auch für Heimataufenthalte bis zu 42 Tagen im Jahr.
Der Versicherungsvertrag enthält u.a. folgende Bestimmung:
„Als Unterbrechung der Auslandsreise gilt die vorübergehende Rückkehr in das Heimatland, wenn die versicherte Person danach an den Ort ins Ausland
zurückkehrt, an dem sie sich vorher befunden hat."

Demnach hätte die versicherte Person spätestens am 21.8.20 zurück reisen müssen, obwohl sie bis dahin nur 37 Tage in Deutschland verbracht hatte.
Die Rückreise erfolgte aber erst am 19.9.20.

Die Versicherung verlangt nun die Rückzahlung aller Leistungen, die für
Behandlungen in Deutschland erbracht wurden, insgesamt ca. 1600 EUR.

Mit Schreiben vom 17.1.21 habe ich der Versicherung im Nachgang u.a. folgendes mitgeteilt:

„Zu der Problematik des „vorübergehenden" Heimataufenthalts und der
Rückkehr nach ……vor dem 21.8.2020 möchte ich ergänzend folgendes ausführen:
• Nach Einreise von …….. nach Deutschland am 7.8.20 musste sie zunächst 2 Wochen in Corona-Quarantäne.

• Infolge Erkrankung wurde sie von der Ärztin Dr. …… für die Zeit vom 17.8. bis 6.9.2020 und von dem Arzt …….. für die Zeit vom 7.9. bis 11.9.2020 krank geschrieben.
-Beweis: Ärztliche Atteste, die ich in Kopie vorlege-

Erst danach konnte sie den Rückflug buchen, der am 19.9.2020 erfolgte.
Eine Rückreise vor diesem Termin war unter den genannten Umständen völlig unmöglich.

Die Verzögerung der Rückreise erfolgte demnach infolge höherer Gewalt und ohne Verschulden der versicherten Person.

Diesen Tatbestand und die außergewöhnlichen Umstände infolge der Corona-Einschränkungen haben Sie bei Ihrer bisherigen Entscheidung nicht berücksichtigt.
Ich bitte Sie daher, diese zu revidieren."

Ohne auf meine Argumente einzugehen, wurde mir am 18.2.21 mitgeteilt,
der Heimataufenthalt bis zur Ausreise am 15.9.20 habe 80 Tage betragen.
Auch eine Kulanzentscheidung sei hier nicht möglich, da es sich um einen eindeutigen Fall handelt.

Wie beurteilen Sie meine Argumentation?
22.02.2021 | 22:25

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Natürlich wird man eine abschließende Bewertung des Falles nur unter Bezugnahme auf den Versicherungsvertrag vornehmen kann.

Aus dem hier gemacht im Vortrag ist aber er sichtlich, dass die dort genannte Grenze von 42 Tagen absolut gelten soll.

Ein Aufenthalt über diese absolute Grenze hinaus war dem Versicherten hier im Falle zu zu rechnen, da aufgrund der Quarantäne und Erkrankung eine Überziehung entstanden ist.

Die Argumentation ist also sehr gut nachvollziehbar, im Ergebnis allerdings schwierig.

Sofern die versicherte Person im Ausland lebt, wird sich die Versicherung sicherlich überlegen, ob eine gerichtliche Geltendmachung der Forderung sinnvoll ist.

Die sind allerdings lediglich technische Überlegungen, ein Anspruch der Versicherung sehe ich hier im Grunde nach schon.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 23.02.2021 | 19:30

Die entscheidende Frage, die mich vor allem interessiert hat, ist doch: lag infolge der Coronaeinschränkungen (fremdes Land war Risikogebiet) und der Quarantäne- und Krankkheitszeit der versicherten Person -ohne Verschulden der Person (vgl. meine Ausführungen hierzu) "höhere Gewalt" vor, wodurch die rechtszeitige Rückreise verhindert wurde. Wenn man dies bejaht, darf m.E. diese Zeit nicht angerechnet werden und
die 6-Wochenfrist wäre nicht überschritten.
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie zu dieser Problematik noch Stellung nehmen würden.
Wie ist die Rechtslage zu Corona und höhere Gewalt?
(Meines Wissens tritt z.B. bei Verjährung im Falle höherer Gewalt Hemmung der Verjährungsfrist ein?)

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.02.2021 | 19:38

Gerne beantworte ich Ihnen auf Ihre Nachfrage.

Die Rechtslage zu der Frage, inwiefern Corona einen Fall der höheren Gewalt darstellt ist noch nicht gerichtlich geklärt.

Auf diese Argumentation können Sie sich natürlich berufen, höchst richterliche Entscheidungen gibt es hier zu allerdings noch nicht.

Aus meiner Sicht hört sich diese Argumentation auf jeden Fall schlüssig an.

Ich verstehe den Fall aber so, dass der Versicherungsnehmer an einer Ausreise gehindert war.

Die hier bestehenden Quarantäneregeln dürften an einer Ausreise aber nicht gehindert haben.

Aufgrund der Forderungshöhe sehe ich ein Prozessrisiko als nicht sehr hoch ein, so dass ich mich weiterhin auf diese Argumentation berufen würde.

Mit freundlichen Grüßen

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