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Auslandsaufenthalt- Wissenschaftliches Stipendium- Kindergeld

02.07.2014 17:02 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Einen schönen guten Tag,
unsere aktuelle Situation ist wie folgt:
Meine Frau und ich wohnen seit einem Jahr in Spanien (als resident gemeldet). Finanziert werden wir durch ein zweijähriges Forschungsstipendium für PostDocs einer deutschen Stiftung (somit steuerfrei, in D und ES). Meine Frau hat vor unserem Wechsel nach Spanien als Krankenschwester gearbeitet und befindet sich aktuell in einem zweijährigen unbezahlten Sonderurlaub. Anfang des Jahres haben wir Zwillinge in Spanien bekommen. Aus diesem (glücklichen) Umstand resultiert für uns jedoch die Frage, unter welchen Vorraussetzungen wir auch in Spanien Kindergeld beziehen könnten oder ob meine Frau sich hierfür wieder in D melden müsste? (Kindergeld kann von uns in Spanien aufgrund des Einkommens leider nicht beantragt werden und fällt generell unsagbar niedrig aus).
Für ersteres scheint der Steuersstatus ausschlaggebend zu sein. Für 2013 haben wir noch eine geteilte (uneingeschränkt und beschränkt für den Zeitpunkt des Umzugs) Erklärung abgegeben, für 2014 liegen uns unterschiedliche Informationen bzgl. unseres potentiellen Status vor. Da das Stipendium nicht versteuert wird, könnte eine beschränkte Steuerpflicht, die wiederum zu einem Kindergeld anspruch führen würde (?!?) nur durch die Kapitaleinkünfte meiner Frau beantragt werden? Hierbei handelt es sich um Sparbuchzinsen und Aktiendividenden.
Falls beschränkter oder unbeschränkter Steuerstatus nicht möglich ist, besteht die zweite Frage, ob für einen wohnsitzbezogenen Anspruch der regelmäßige Aufenthalt meiner Frau zur familiären Kinderbetreung (alle drei Monate ein 1 1/2 Monate) bei ihren Eltern in D ausreichen würde oder ob sie wirklich über die Hälfte der Tage des Jahres nachweislich in D verbringen muss? Und wie dann ggf. der Modus der Beantragung aussehen würde?
Ich hoffe ich habe alle relevanten Informationen für eine Antwort geliefert. Wenn wir keine Zwillinge bekommen hätten, würden wir uns den Spaß vermutlich sparen, aber aus den so entstehenden Mehrkosten... Herzlichen Dank um Voraus!

-- Einsatz geändert am 02.07.2014 18:11:40

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Aus dem Sachverhalt ist erkennbar, dass Sie die Möglichkeit Ihrer Kindergeldberechtigung für Ihre Zwillinge bestens recherchiert haben.

Eventuell haben Sie aber die Bezugsberechtigung durch § 1 Abs. 2 Nr. 2 EStG übersehen. Danach ist unbeschränkt steuerpflichtig, wer im Ausland seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat (§ 1 Abs. 2 Nr. 1 EStG ) UND in einem Dienstverhältnis zu einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts steht. Darunter fallen gerade auch öffentlich-rechtliche Stiftungen. Da Sie Forschungsstipendien beziehen, ist somit eine unbeschränkte Steuerpflicht gegeben.

Mit dieser unbeschränkten Steuerpflicht liegt eine Kindergeldanspruchsberechtigung nach
§ 62 Abs. 1 Nr. 2 a) EStG vor !

Mit der Besteuerung der Kapitalerträge Ihrer Frau (Zinsen und Aktien) können Sie auf Antrag keine Behandlung wie unbeschränkt steuerpflichtig begründen ( § 1 Abs. 3 EStG ), da ihr Welteinkommen mindestens zu 90 % der deutschen Steuerpflicht unterworfen sein muss. Da Sie aber durch das Stipendiat gerade einkommenssteuerbefreit sind, ist diese Voraussetzung nicht gegeben.

Auch ein gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland wird nicht begründet, wenn Ihre Frau mit den Kindern 1, 5 Monate im Abstand von drei Monaten bei ihren Eltern wohnt. Nach § 9 AO wird dieser erst bei einem Aufenthalt von 6 Monaten am Stück vermutet. Selbst wenn Ihre Frau 6 Monate mit den Zwillingen in Deutschland wäre, wäre es nur ein Besuchsstatus, der kein gewöhnlicher Aufenthalt begründet. Eine Anspruchsberechtigung nach § 62 Abs. 1 Nr. 1 EStG ließe sich somit schwerlich konstruieren.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 02.07.2014 | 21:56

Herzlichen Dank erst einmal für die schnelle Auskunft. Meine Nachfrage bezieht sich auf den Status des "Dienstverhältnis". Obwohl eine Verbindung zur Stiftung in Form z.B. eines Angestelltenverhältnis im Vertrag explizit ausgeschlossen wird, besteht trotzdem ein Dienstverhältnis?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.07.2014 | 22:45

So wie ich Sie verstanden habe, werden Sie von der Stiftung bezahlt. Damit beziehen Sie "Arbeitslohn aus einer inländischen öffentlichen Kasse" i.S.v. § 1 Abs. 2 EStG . Erforderlich ist weiter, dass Sie im Dienste einer inländischen Person des öffentlichen Rechts stehen. Wenn Ihr Arbeitgeber nicht die öffentlich-rechtliche Stiftung/Universität ist, sondern sie einen anderen (privatrechtlichen) Arbeitgeber haben, liegt der Anspruch nicht vor.

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