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Auslands-Rückkehr / PKV vs. GKV

23.06.2010 06:10 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Stein


Beste Grüße aus Thailand.

Nach 13 Jahren plane ich (deutsch, 47j) die Rückkehr (mit meiner Thai-Ehefrau, 31j) nach Deutschland. Wir beide sind finanziell potent, so daß ich mir aussuchen kann ob wir nun nun PKV oder GKV versichert sein wollen.

Da ich durch die 50j-Grenze bald nicht mehr in eine GKV zurückwechseln kann, würde ich gerne ein paar Fallbeispiele nennen, wie wir unser weiteres Leben gestalten könnten. Aufgrund Ihres RA-Erfahrungs-Schatzes würde ich mich freuen, wenn Sie mich kurz auf potentielle Fallen in diesen Modellen hinweisen könnten (unabhängig von meinen Detail-Fragen).

Durch meine langjährige Auslandstätigkeit, habe ich sehr gute Erfahrungen mit der britischen KV "BUPA-International" machen können. Eine "Worldwide Medical Insurance" mit Selbstbeteidigung von 2.500 €/jährl. für meine Frau und mich würde mich zum jetzigen Zeitpunkt nur 138,- € monatlich kosten ... und das bei Absicherung im Millionen-€-Bereich. Eine ambulante Behandlung ist hier leider ausgeschlossen. Meine Wunsch-Vorstellung würde also bei dem Beispiel mit BUPA-Intl.-Versicherung liegen.

Meine Fragen an Sie sind mit "Detail-Frage:" gekennzeichnet.


Beispiel (1) Rückkehr in die GKV, Ehefrau arbeitet
=======================================

- Ehemann verhält sich als Hausmann und lebt vom gesparten Geld
- Ehefrau nimmt eine Beschäftigung auf, die brutto mit 500-1.000 Euro/mtl. vergütet wird
- 4-5 Monate Urlaub im inner- oder außer-europäischen Ausland
- Versicherung GKV (Ehemann als Familien-Mitglied)
- Auslands-Versicherung je nach Bedarf als Zusatz-Versicherung

Detail-Frage: Wie sind die 4-6 monatigen Urlaubs-Zeiten zu bewerten? Ich kann mir vorstellen, daß hier Diskussions-Bedarf mit der GKV besteht und variable (natürlich zu unseren Ungunsten) Beitrags-Anpassungen vorgenommen werden.


Beispiel (2) Britische PKV, wie oben
============================

- alles bleibt wie in Beispiel (1)
- Versicherung PKV, wie oben beschrieben
- Urlaub, wie oben beschrieben

Detail-Frage: Wenn meine Frau gerne arbeiten möchte, muß sie ja beim Arbeitgeber eine "Mitgliedsbescheingung KV" einreichen. Werden nicht-deutsche KV'en wie z.B. die BUPA-International anerkannt? Ich möchte ungern BUPA zahlen - und nach Jahren eine Rück-Veranlagung einer GKV erhalten, weil wir hier einen Fehler begangen haben. Gibt es Form-Zwang, wie so eine Mitgliedsbescheinigung auszusehen hat?


Beispiel (3) Britiche PKV - keiner von uns arbeitet
======================================

- Ehemann ist Hausmann, wie oben
- Ehefrau arbeitet nach Lust und Laune auf 400 € Basis
- 4-5 Monate Urlaub im inner- oder außer-europäischen Ausland

Detail-Frage: Ich habe gelesen, daß eine ambulante Versorgung als Minimum in einer KV vorhanden sein muß. In dem Paket "Worldwide Medical Insurance" ist keine ambulante Behandlung eingeschlossen. Bei einem Schadensfall müssten wir ja sowieso privat vorstrecken. Selbst, wenn also die BUPA-International bzw. das Versicherungs-Paket nicht bei uns in Deutschland als KV anerkannt wird - bekommt das doch keiner mit, wenn ambulante Fälle nicht abgegolten werden. Oder gibt es automatisierte Verfahren, wo unsere Daten mit der GKV ausgetauscht werden und wir somit mit Nachforderungen zu rechnen hätten.

-------------------------------------------------------------------------------------------

Zu allerletzt die Frage, ob es - aus Ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz - eine Möglichkeit gibt "Beisp. (3)" mit einer KV abzusichern. Und zwar so, daß:

- Inlands- und Auslands-Fälle stressfrei abgewickelt werden
- Wir auf Nachfrage der GKV nachweisen können versichert zu sein
- Über hohe Eigenleistung die Kosten im Bereich zw. 100-200 monatlich liegen

Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung

Sehr geehrter *****, vielen Dank für ihre Anfrage!

zur Frage 1:
Ich setzte voraus, dass ihre Ehefrau sozialversicherungspflichtig in Deutschland beschäftigt sein wird und deshalb Pflichtmitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Nur dann kommt eine Familienversicherung für Sie überhaupt in Betracht. Die wesentlichen Voraussetzungen für eine Familienversicherung sind:

- Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland,
- keine freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung,
- keine hauptberuflich selbständige Erwerbstätig und
- sie haben kein Gesamteinkommen haben, das regelmäßig im Monat ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 des Vierten Buches SGB überschreitet (ca. .

Wenn sie diese Voraussetzungen erfüllen ist es für ihre Familienmitversicherung über ihre Ehefrau egal, ob sie einen mehrmonatigen Urlaub antreten. Sollten sie jedoch mehrmonatige Auslandsaufenthalte planen ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr Wohnsitz nicht mehr im Inland liegt und sie aus der Familienversicherung fallen (dazu oben erster Spiegelstrich).

Dies dürfte auch das gedachte Pflichtkrankenversicherungsverhältnis ihrer Ehefrau betreffen. Bei einem Auslandsaufenthalt (Ausnahme EU-Raum) ruht der Anspruch auf Versicherungsleistungen und müsste extra eingekauft werden.

Zur Frage 2:
Grundsätzlich ist ihre Ehefrau mit dem angegebenen niedrigen Einkommen aus Arbeit (Einkommensgrenze zur Wahl der Krankenversicherung greift nicht) Pflichtmitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung. Eine daneben bestehende private Krankenversicherung befreit ihre Ehefrau nicht von der Pflichtmitgliedschaft. Der zukünftige Arbeitgeber muss ihre Ehefrau als Arbeitnehmerin zur gewählten gesetzlichen Krankenversicherung anmelden um der Pflichtversicherung gerecht zu werden. Ein Formzwang zum Nachweis der Versicherung in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung gibt es nicht. Die Angabe der Versicherungsnummer und die Benennung der gesetzlichen Krankenkasse reichen aus. Üblicherweise wird die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung durch eine ausgereichte Chipkarte dokumentiert. Da die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland zugleich zentrale Einzugs- und Meldestelle für alle Sozialversicherungsbeiträge (Pflege, Rente, U1-, U2- und Inso-Umlagen) ist, muss zwingend eine Krankenversicherung angegeben werden, damit der Arbeitgeber seiner Mitteilungs- und Zahlpflicht nachkommen kann. Ansonsten drohen dem Arbeitgeber Zwangsmaßnahmen. Deshalb sollte sich ihre Ehefrau mit der Pflichtkrankenversicherung arrangieren.

zur Frage 3:
Wenn ihre Ehefrau bei einem deutschen Arbeitgeber arbeitet, ist dieser verpflichtet Meldungen zur Sozialversicherung zu machen. Damit würde die gesetzliche Pflichtkrankenversicherung ausgelöst.

In ihrem Fall würde ich insgesamt empfehlen, ihre Problemlage unter Benennung der konkreten Aufenthaltsdauer in Deutschland und im Ausland mit der gesetzlichen Krankenversicherung vorab abzustimmen. Vielleicht findet sich da ein Weg, etwa über die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung. Ich bin Ihnen dabei gerne behilflich.


Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stein
Rechtsanwalt
thomas.stein@advo-kontor.de


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