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Ausländischer Gesellschafter ein UG


18.06.2012 14:56 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht



Ich bin Deutscher und wohne seit 10 Jahren im aussereuropäischen Ausland. Steuerlich bin ich in DE abgemeldet.

Ich habe vor, als Alleingesellschafter eine UG in Deutschland mit Sitz in Deutschland (ein Geschäftsführer wäre vor Ort) zu gründen.

Frage:

Kann die Gründung mittels beglaubigter Reisepasskopie in Abwesenheit vorgenommen werden?

Wenn die Gesellschaft keine Ausschüttungen macht, bin ich dann trotzdem gezwungen, jährlich Steuererklärungen in DE abzugeben bzw. entsteht dann eine neue Steuerpflicht?



-- Einsatz geändert am 18.06.2012 18:51:04
Eingrenzung vom Fragesteller
18.06.2012 | 18:50

Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich kann eine UG (also eine kleine GmbH) auch durch einen Vertreter gegründet werden. Die Vollmacht für diesen Vertreter solte am besten durch einen deutschen Konsularbeamten erfolgen.

Bei Beurkundungen durch ausländische Notare oder Behörden muss die Vollmacht durch einen deutschen Konsularbeamten mit einer "Legalisation" versehen werden oder durch eine ausländische Behörde, sofern das entsprechende Land dem Haager Abkommen zur Befreiung von einer Legalisation beigetreten ist, mit einer apostille versehen werden, wobei eine deutsche Übersetzung erforderlich wäre. Da die Vollmacht aber in deutsch oder mit einer deutschen Übersetzung vorliegen muss, dürfte eine Beurkundung durch einen deutschen Konsularbeamten am wenigsten Aufwand fordern. Insoweit reicht eine beglaubigte Reiseausweiskopie beim Notartermin in Deutschland nicht.

Hinsichtlich der Steuerpflicht handelt es sich bei der UG um eine eigenständige juristische Person. Insoweit sind grundsätzlich jährliche Körperschaftsteuer-, Umsatzsteuer- und Gewerbesteuererklärungen abzugeben, unabhängig davon ob Ausschüttungen stattfinden oder nicht. Darüber hinaus sind am Anfang monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen abzugeben. danach hängt es von der Umsatzsteuerhöhe ab, wann Voranmeldungen abgegeben werden müssen.

Sie persönlich müssten Steuererklärungen abgeben, soweit es sich um Ausschüttungen handelt, da dann Einkünfte im Sinne von § 49 Abs. 1 Nr 5a EStG vorliegen. Insoweit könnte zwar eine endgültige Abfindung durch die Kapitalertragsteuer erfolgen, wobei aber das entsprechende DBA zu beachten wäre.

Bitte beachten Sie, dass die rechtliche Würdigung aufgrund ihrer Angaben erfolgte und nur eine erste Orientierung sein soll. Weitere Fakten können das Ergebnis der rechtlichen Prüfung ändern.

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