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Ausländer mit deutschen Mieterträgen


19.03.2007 05:47 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer



Ich habe meinen Hauptwohnsitz in Grossbritannien. Die deutschen Finanzbehörden haben sich bei meinem Bruder in Deutschland gemeldet, ob er Vollmacht in Sachen meiner Einkommensteuer hätte, hat er aber nicht. Das Finanzamt will scheinbar überprüfen, ob ich vergessen habe, Mieterträge anzugeben.Es ginge um meinen Grundbesitz. Ich habe 2 Wohnungen, eine davon vermietet, die andere steht leer.

Warum meldet das Finanzamt sich bei meinem Bruder? Die haben meine britische Adresse, denn ich bekomme meine Grundsteuerbescheide nach England geschickt.

Ich bin Britin und zahle hier in England als Angestellte meine Einkommensteuer an die britischen Finanzbehörden. Gehe ich recht in der Annahme, dass ich dann auch meine deutschen Mieterträge hier in GB versteuern muss? Oder muss ich diese Mieterträge in Deutschland versteuern?

Ich habe leider seit 2004 (Kauf der Wohnungen) keine Mieterträge erklärt, weder in Deutschland noch in GB. Falls ich in GB versteuern muss, kann ich dann damit rechnen, dass das deutsche Finanzamt den britischen Behörden eine Meldung macht?
Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben und Einsatzes beantworten möchte:

Nein, die Mieterträge müssen Sie in Deutschland versteuern, denn nach Art 12 Abs. 1 DBA-GB hat das Land das Besteuerungsrecht, in dem das Grundstück liegt.
Ich stelle Ihnen daher anheim, für die Jahre ab 2004 eine ESt-Erklärung mit den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abzugeben.

Das FA wollte bei Ihrem Bruder eigentlich nur in Erfahrung bringen, ob er als inländischer Ansprechpartner angesehen werden kann, denn ein Steuerpflichtiger kann sich gem. § 80 Abs. 1 AO durch einen Bevollmächtigten vertreten lassen.
Da dies offensichtlich (noch) nicht der Fall ist, hat das FA den weiteren Schriftverkehr ausschließlich mit Ihnen zu führen, zumal dem FA Ihre britische Adresse auch bekannt ist.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.
Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Nachfrage vom Fragesteller 19.03.2007 | 14:28

Danke für die Antwort, das war sehr hilfreich. Nach meinem Wissen habe ich Zeit, die Steuererkärung für Einkommen aus Vermietung und Verpachtung für das Jahr 2006 bis zum 31.12.2007 abzugeben, so dass ich wohl nur für die Jahre 2004 (Mietertrag EUR 3000) und 2005 (Mietertrag EUR 4400) in Verzug bin und Strafe zahlen muss. Mit Strafzahlung (aussser der Steuernachzahlung) in welcher Höhe hätte ich denn wohl zu rechnen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.03.2007 | 15:05

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Sie die ESt-Erklärung 2006 alleine fertigen wollen, muss diese grundsätzlich bis zum 31.05.2005 beim FA vorliegen, wobei aber auf Antrag auch eine Fristverlängerung gewährt wird.
Sollten Sie geschäftsmäßige Hilfeleistung in Anspruch nehmen (z. B. durch einen Steuerberater oder Rechtsanwalt), muss die Erklärung bis zum 31.12.2007 beim FA vorliegen.

Für die Jahre 2004 und 2005 werden die Steuererklärungen von Ihnen verspätet abgegeben, sodass Sie nicht mit einer "Strafe" im klassischen Sinne zu rechnen haben, wohl aber ggf. mit einem sog. Verspätungszuschlag.
Die Höhe des Verspätungszuschlages ist eine Ermressensentscheidung. Er darf gem. § 152 Abs. 2 AO 10 % der festgesetzten Steuer nicht übersteigen und höchstens 25.000,00 € betragen.

Mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

Ergänzung vom Anwalt 19.03.2007 | 15:31

Die ESt-Erklärung muss natürlich grundsätzlich zum 31.05.2007 vorliegen.
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