Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.405
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Auskunftspflicht des Erben gegenüber dem Pflichtteilsberechtigten


29.11.2007 13:40 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Meine Mutter und mein Vater haben ein Berliner Testament. Seit dem Tod meines Vaters ist also meine Mutter Alleinerbin. Ich habe gemäß §2314/260 BGB eine Auskunft über den Bestand des Nachlasses angefordert, damit ich meinen Pflichtteil berechnen kann. Ich habe zwar eine vollständige Kopie des Schätzgutachtens der Immobilie (125000 €), aber nur eine tabellarische Auflistung des Notars über die 8 Konten (ca. 400000 €) bekommen. Streitpunkt zwischen mir und meiner Mutter: Welche Konten gehen zu 1/2 welche zu 1/1 in den Nachlass ein? Die tabellarische Aufstellung ist da etwas widersprüchlich. Deshalb meine Frage an Sie: Kann ich vom Notar meiner Mutter auch Kopien der Unterlagen der Banken über die Besitzverhältnisse (wer der Kontoeigentümer ist) anfordern?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) FragestellerIn,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen gerne wie folgt beantworten:

Sie können Ihren Auskunftsanspruch gem. § 2314 BGB auf unterschiedliche Weise geltend machen.

Der Anspruch besteht immer nur gegenüber dem Erben.

Ihren Angeben zufolge wurden Ihnen Auskünfte bereits durch einen Notar erteilt.

Allerdings ist unklar, ob diese Auskunft den Anforderungen des § 2314 BGB überhaupt genügt. Nur in diesem Fall wäre Ihr Auskunftsanspruch erfüllt, so dass auch Belege nicht verlangt werden könnten.

Nach der Rechtsprechung liegt ein durch einen Notar aufgenommenes Verzeichnis gemäß § 2314 BGB nur dann vor, wenn der Notar den Nachlassbestand selbst ermittelt hat und durch Untersuchung des Bestandsverzeichnisses als von ihm aufgenommen zum Ausdruck bringt, dass er für dessen Inhalt verantwortlich ist.

Nicht jede von einem Notar herrührende Erklärung reicht also aus.

Jedenfalls besteht über den Anspruch auf Vorlage eines notariellen Nachlassverzeichnis hinaus kein Anspruch auf Einsichtnahme in Belege. Insofern ist durch die Mitwirkung des Notars als Amtsperson die Vollständigkeit und Richtigkeit des Verzeichnisses gewährleistet, da der Notar bei der Errichtung ja diese Belege zugrunde gelegt haben muss.

Eine Einsichtnahme in Belege ließe sich nur dadurch erreichen, dass Sie gem. § 2314 BGB verlangen, bei der Errichtung des Verzeichnisses hinzugezogen zu werden. Hierbei können Sie sich auch durch einen Rechtsbeistand vertreten lassen. Dieser Anspruch wäre aber nur dann noch durchsetzbar, wenn nicht bereits ein den gesetzlichen Anforderungen entsprechendes notarielles Nachlassverzeichnis vorgelegt worden wäre. Dies wäre noch zu klären.

Zu beachten ist noch, dass sich der Auskunftsanspruch auch auf den sog. "fiktiven Nachlass" erstreckt. Somit müssen auch sämtliche ausgleichspflichtigen Zuwendungen und Schenkungen innerhalb der letzten zehn Lebensjahre des Erblassers mitgeteilt werden.

Ich hoffe, Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben. Gerne können Sie mich mittels Nachfrageoption oder direkt per Mail ansprechen. Auch für weitere Beratung oder Vertretung stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Torsten Stumm-Hagendorn
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60164 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Toll. vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Meine Frage wurde ausreichend beantwortet, jedoch finde ich es nicht besonders hilfreich wenn man nur auf Paragraphen verweist, die zur Anwendung kommen, ohne deren Inhalt bzw. deren Auswirkung zu nennen. In meinem Fall hätte ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank an RA Fork! Kurz und präzise auf den Punkt, zügige Rückmeldung - jederzeit gerne wieder! ...
FRAGESTELLER