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Auskunftsanspruch bei Erbschaft

29.06.2009 17:51 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Folgende Ausgangslage:
Vater und Mutter waren verheiratet, kein Testament.
Zwei adoptierte Mädchen (eine davon bin ich).

Vater stirbt.

Die Mädchen erben je 1/4, die Mutter erbt 1/2 vom Vermögen des (Adoptiv-)Vaters.

Meine Mutter und meine Schwester bilden eine Einheit. Ich habe den Verdacht, dass ich ausgebootet werden soll.

Meine Schwester und ich leben jeweils alleine. Mein Vater und meine Mutter haben bis zum Tod meines Vaters zusammen gewohnt.

Vermögensunterlagen müssen sich in der Wohnung meiner Mutter befinden. Darüber hinaus auch sämtliche Wertgegenstände meines Vaters.


Mein Problem: Ich weiss nicht, wo mein Vater Konten, Versicherungen etc. hatte. Vielleicht existiert ja eine Rentenversicherung o.ä.
Auch weiss ich nicht, welche Vermögensgegenstände er besaß.


Dementsprechend habe ich meine Mutter schriftlich aufgefordert, ein Nachlaßverzeichnis zu erstellen.

Von ihrem Anwalt erhielt ich einen Brief, dazu sei sie nicht verpflichtet, weil ich Miterbe sei, und mir dementsprechend selbst einen Überblick über den Nachlass verschaffen könne, z.B. Grundstücke und Bankguthaben.

Darüber hinaus seien mir nur Gegenstände vorhanden, die mir bereits bekannt seien.


Wie und in welchem Umfang kann ich von meiner Mutter Auskunft über Konten, Versicherungen, Bargeld und andere Erbschaftsgegenstände verlangen ?
Es kann ja nicht sein, dass ich aus Unwissenheit um mein Erbe betrogen werde.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt:

Die Behauptung des Rechtsanwaltes, dass Sie gegen die anderen Miterben keine Auskunftsansprüche haben, ist nicht zutreffend.

Es bestehen folgende Auskunftsansprüch der Miterben untereinander über die Höhe bzw. dem Verbleib des Nachlasses:


1. Ist ein Miterbe Erbschaftsbesitzer (dies ist derjenige, der etwas aus der Erbschaft erlangt hat, ohne dass es ihm zusteht oder - bei Miterben - in diesem Umfange zusteht) haben die Miterben gegen ihn einen Auskunftsanspruch gemäß § 2027 BGB.
Sie sind also als Miterbe sowohl berechtigt, Auskunft über den Bestand und den Verbleib der Nachlassgegenstände zu erhalten als auch die Herausgabe der Erbschaft gemäß § 2018 BGB an alle bzw. Hinterlegung (Verwahrung) für alle zu verlangen, da Ihre Mutter offenbar den gesamten Nachlass in Besitz hat, obwohl sie nur zu 1/2 Miterbin ist.

Soweit einer der Miterben, in Ihrem Fall Ihre Mutter mit dem Erblasser in häuslicher Gemeinschaft lebte, haben die anderen Miterben einen Auskunftsanspruch gemäß § 2028 BGB welche erbschaftlichen Geschäfte der Erblassers geführt hat und was über den Verbleib der Nachlassgegenstände bekannt ist.
Soweit Grund zu der Annahme besteht, dass die Auskunft nicht mit der erforderlichen Sorgfalt erstellt wurde, können Sie auch eine Versicherung an Eides Statt von Ihrer Mutter verlangen.

Schließlich besteht gemäß § 2057 BGB noch gegen die anderen Miterben einen Auskunftsanspruch über ausgleichspflichtige Zuwendungen, d. h. Vermögensvorteile, die der Erblasser den Miterben zu Lebzeiten zukommen hat lassen.

Sie sind also berechtigt, die geforderte Auskunft aufgrund Ihrer Miterbenstellung zu verlangen und können diese Ansprüche auch gerichtlich durchsetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 29.06.2009 | 21:10

Ich bedanke mich für die schnelle Antwort. Das sind ja gute Neuigkeiten. Ich fühlte mich schon auf verlorenem Posten.

Wie groß ist denn der Umfang der Auskunftspflicht ?
- Ist meine Mutter verpflichtet, ein Nachlassverzeichnis mit sämtlichen Nachlassgegenständen zu errichten ?
- Und muss sie sämtliche Daten von Konten, Sparbüchern, Versicherungen, Rentenunterlagen preisgeben, die sie in den Unterlagen meines Vaters gefunden hat ? Ich verstehe den Begriff "ebschaftliche Geschäfte" nicht.

Und wo muss ich die eidesstattliche Versicherung meiner Mutter beantragen ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.06.2009 | 06:27

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt:

Sie haben gegen den Erbschaftsbesitzer einen Auskunftsanspruch über den gesamten Nachlass, der sich in dessen Besitz befindet.
Diese Auskunft kann, wenn sie nicht freiwillig erteilt wird im Klageweg durchgesetzt werden.
Es ist auch die eidesstattliche Versicherung vor dem zuständigen Gericht abzugeben.
Erbschaftliche Geschäfte sind solche, die den Nachlass betreffen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwältin

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