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Auskunft von TV

| 26.08.2006 16:02 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Ausgangslage zu meiner Frage ist schnell beschrieben:
Per Testament wurde ich zum Alleinerben eingesetzt, vom Erblasser wurde Testamentsvollstreckung angeordnet. Es handelt sich um eine reine Abwicklungsvollstreckung. Kürzlich wurde mir vom TV mein Erbschaftssteuerbescheid zugestellt, die Erbschaftssteuer ist inzwischen bezahlt.

Ich möchte den TV nun gerne mit Bitte um Auskunft zu folgenden Punkten anschreiben/fragen:

1) Sind inzwischen sämtliche Nachlassverbindlichkeiten beglichen ?

2) Sollten irgendwelche Nachlassverbindlichkeiten noch offen sein, Bitte um Mitteilung, um welche es sich dabei im einzelnen handelt.

3) Bitte um Benachrichtigung, sobald Testamentsvollstreckung abgeschlossen ist.

Ist es richtig, dass der TV im Rahmen seiner Auskunftspflicht mir zu allen Punkten die gewünschte Auskunft geben muss ?

Besten Dank für Ihre Antwort !

Sehr geehrter Fragesteller,

der Testamentsvollstrecker hat u.a. nach §§ 2218, 666 BGB dem Erben gegenüber eine Auskunfts-, Benachrichtigungs- und Rechenschaftspflicht.
In diesem Rahmen ist er verpflichtet, Ihnen auf Ihr Schreiben hin die gewünschten Auskünfte über die Nachlassverbindlichkeiten zu erteilen, soweit er diesbezüglich Ihnen gegenüber noch nicht Rechenschaft abgelegt hat, und Sie auch wie gewünscht über das Ende der Testamentsvollstreckung zu benachrichtigen.

Nach Abschluss der Testamentsvollstreckung besteht ein Anspruch auf Rechenschaftslegung, d.h. über die bloße Auskunft hinaus eine genauere Information durch Vorlage einer geordneten Zusammenstellung der Einnahmen und Ausgaben.
Falls die Verwaltung längert dauert, kann jährlich Rechenschaftslegung verlangt werden.


Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Haeske
Rechtsanwältin




Nachfrage vom Fragesteller 26.08.2006 | 17:48

Sehr geehrte Frau Haeske,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort und v.a. den zusätzlichen Hinweis auf die Rechnungslegung.
Eine kurze Zusatzfrage: Wenn das Schreiben dem TV am Montag zugeht, wäre eine Bitte um Antwort bis 01.09. angemessen - eigentlich sind die Auskünfte ja nicht zu schwierig ?

Mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.08.2006 | 20:22

Sehr geehrter Fragesteller,

eine Frist von nur vier Tagen halte ich nur dann für angemessen, wenn die Auskunft aus irgendeinem Grunde ganz besonders eilbedürftig ist. Auch wenn die Auskunft nicht besonders schwierig ist, aber in Büros stapeln sich ja oft die Anfragen. Ansonsten würde ich eher von einer Bearbeitungszeit von 10 bis 14 Tagen ausgehen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

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