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Auskunfstsersuchen bzgl. eines zu erstellenden Vermögensverzeichnisses

17.07.2009 08:56 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin,

sehr geehrter Herr Rechtsanwalt!

In Bezug auf ein von mir zu erstellendes Vermögensverzeichnis in der Nachlassangelegenheit meines Vaters bin ich dringend auf Ihre Hilfe angewiesen. Vorab möchte ich Ihnen den Sachverhalt schildern. Mein am 28.12.2008 verstorbener Vater hinterlies meine Schwester und mich als Abkömmlinge und gleichberechtigte Erben. Eine Verfügung von Todes wegen bzw. ein Erbvertrag ist nicht existent.

Die Anwältin meiner Schwester hat mich aufgefordert gem. § 2314 BGB über den Bestand des Nachlasses umfassend Auskunft zu geben. U.a. bin ich nunmehr dazu aufgrund der geltenden Rechtssprechung verpflichtet

- sämtliche Schenkungen des Erblassers an mich zu deklarieren
- sämtliche Schenkungen des Erblassers an Dritte Personen in den letzten 10 Jahren vor dem Tode des Erblassers anzugeben.

Meine Ehefrau und ich haben im September 2003 ein 1-Familienhaus aus Gründen der anerkannten Pflegebedürftigkeit meines Vaters gekauft Eine andere Alternative gab es damals nicht, da meine Ehefrau, mein Vater und ich zuvor eine 4,5-Zimmer-Wohnung auf Mietbasis gemeinschaftlich bewohnt haben. Diese Umstände waren zuletzt unzumutbar. Aus moralischen Gründen sollte mein pflegebedürftiger Vater damals nicht in ein Pflegeheim. Im Grundbuch sind meine Ehefrau und ich als Eigentümer eingetragen. Meine Ehefrau und ich haben meinen pflegebedürftigen Vater in unserem Hause gepflegt und betreut, als wir das Haus erworben haben. In unserem Hause hatte mein Vater ein von uns mündlich ausgesprochenes Wohnrecht eingeräumt bekommen. Gesonderte Grundbucheintragungen erfolgten NICHT. Mein Vater verpflichtete sich in schriftlicher Form gegenüber den Darlehensgebern, monatlich zur Finanzierung der Darlehensrate beizutragen. Die jeweilige Höhe der monatlichen Darlehensrate oblag meinem Vater. Mein Vater hatte in diesem Zusammenhang einen vorfinanzierten Bausparvertrag abgeschlossen. Den Großteil der entsprechenden Raten für Zins und Tilgung habe ich persönlich nachweislich bezahlt. Da mir allerdings im Januar 2008 von einer neutralen beratenden Institution dazu geraten wurde, diesen Bausparvertrag meines Vaters zu kündigen, wurde der fällige Betrag im August 2008 auf mein Konto überwiesen. Ausdrücklich möchte ich noch darauf hinweisen, dass zwischen meinem Vater, meiner Ehefrau und mir KEIN schriftlicher Mietvertrag geschlossen wurde, sondern die monatlichen Zahlungen auf den Bausparvertrag als Mietzahlungen von uns angesehen wurden.

In diesem Zusammenhang erlaube ich mir bitte die folgenden Fragen zu stellen:

1) Welche Auswirkungen haben Bar- und Sachzuwendungen, die mein Vater mir persönlich zu Lebzeiten geschenkt hat aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen sowie der geltenden Rechtssprechung auf das weitere vorhandene Erbe? Sind die vorgenommenen Schenkungen zu dem jetzt vorhandenen Erbe hinzuzurechnen in meiner zu erstellenden Deklaration, dass u.U. meine Schwester als Miterbin auch an diesen Schenkungen nunmehr beteiligt ist? Die vorgenommenen Schenkungen meines Vaters erfolgten alle unter normalen Umständen und auf freiwilliger Basis.

2) Muss ich in der Vermögensaufstellung ebenfalls die von uns angesehenen Mietzahlungen, die nicht in Schriftform festgehalten wurden, meines Vaters an meine Ehefrau und mich in der Vermögensaufstellung deklarieren? Ist meine Schwester nunmehr ebenfalls an dem im Eigentum meiner Ehefrau und mir stehendem Haus aufgrund der geltenden Rechtssprechung und zum geringen Teil durch meinen Vater vorgenommenen Ratenzahlungen - isnbesondere des im Februar 2008 vorzeitig gekündigten und im 'August 2008 ausgezahlten Bausparvertrag direkt oder indirekt beteiligt?

3) Inwiefern gelten die Zahlungen auf den Bausparvertrag meines Vaters, die von lediglich zum Teil von ihm persönlich vorgenommen wurden, als deklarationspflichtig i,S. der Vermögensaufstellung?

4) Bin ich dazu berechtigt bzw. verpflichtet, die Einzahlungen auf den Bausparvertrag meines Vaters, die ich zum Großteil persönlich zu meinen Lasten übernommen habe, zu deklarieren? Wie wirken sich diese von mir vorgenommenen Einzahlungen auf das Erbe aus, vor allem auf die Erbberchtigung meiner Schwester aus?

5) Wie wirkt sich die Auszahlung des vorzeitig vor Vertragsablauf gekündigten Bausparvertrag auf das Erbe und die Miterbin aus?

6) Inwiefern hat meine Schwester Ansprüche als Miterbin auf die vorgenommenen Mieteinnahmen, die mein Vater meiner Ehefrau und mir gegenüber vorgenommen hat?

6a) Für welchen Gesamtzeitraum sind aufgrund der geltenden Rechtssprechung die Schenkungen meines Vaters an mich persönlich deklaratiosnpflichtig?

7) Inwiefern wirken sich Schenkungen meines Vaters zu Lebzeiten i.S. der Gesetzgebung und Rechtssprechung gegenüber Dritten Personen auf das Erbe aus? Kann meine Schwester als Miterbin Ansprüche aus diesen vorgenommenen Zuwendungen im Rahmen des Erbes geltend machen?

8) Kann ich ein in nicht schriftlicher Form bewilligtes Darlehen, das ich meinem Vater aufgrund seiner Kontoüberziehung im September 2008 bewilligt habe, als Verbindlichkeit in der von mir zu erstellenden Vermögensdeklaration geltend machen und aus dem Nachlassvermögen zurück fordern?

9) Inwiefern kann ich meine eigenen Aufwendungen für das Haus, z.B. die laufenden monatlichen Darlehensraten, Strom, Gas, Wasser etc. evtl. im Rahmen des zu erstellenden Vemögensverzeichnisse deklarieren?

Mein Vater hat mir im Jahre 2004 eine auf mich lautende Vorsorgevollmacht, die u.a. die Vermögensverwaltung zu Lebzeiten betrifft und über den Tod hinaus geht, ausgestellt. In der Vorsorgevollmacht ist meine Ehefrau als weitere vertretungs- und entscheidungsberechtigte Person von meinem Vater benannt worden. Mein Vater erhielt ab Juni 2003 durch die Pflegeversicherung die Pflegestufe 1, ab Juni 2006 die Pflegestufe 2. Meine Ehefrau hat seit diesem Zeitpunkt ehrenamtlich die Pflege und Betreuung übernommen. Mir ist weiterhin die Tatsache bekannt war, dass mein Vater über mehrere Sterbegeld- und Lebensversicherungen verfügte, die er zu Lebzeiten abgeschlossen hat und zum Todeszeitpunkt noch bestanden, Allerdings verfügte mein Vater wärend der Phase der Pflegebedürftigkeit über ein entsprechendes Einkommen, das ausreichend war, um die laufenden Lebenshaltungskosten zu decken. Allerdings reichte dieses Einkommen letztentlich nicht aus, um z.B. monatlich für die vorgenommene Betreuung durch meine Ehefrau eine Aufwandsentschädigung zu zahlen i.S. eines sogenannten Mini-Jobs. Daraufhin haben meine Ehefrau und ich eine von uns unterzeichnete Stundungserklärung mit Datum vom 05.03.2008 deklariert, dass im Todesfalle meines Vaters ein Betrag als Aufwandsersatz für die Pflege und Betreuung meines Vaters aus dem Nachlassvemögen an meine Ehefrau zu zahlen sind.

10) Ist diese Stundungserklärung, die von meiner Ehefrau und mir i.S. des BGB`s aufgrund der mir erteilten Vorsorgevollmacht wirksam und als Verbindlichkeit anrechnungsfähig auf das Nachlassvermögen meines Vaters?

11) Können meine Ehefrau und ich zum heutigem Zeitpunkt aufgrund der ehrenamtlichen Pflege und Betreuung meines Vaters gegenüber meiner Schwester aufgrund der geltenden Rechtssprechung eine finanzielle Aufwansentschädigung erheben, da meine Schwester die Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit meines Vaters schlichtweg unterlassen und ignoriert hat, obwohl sie gesetzlich dazu verpflichtet gewesen war?

Für die Beantwortung der vorgenannten Fragen möchte ich mich bei Ihnen recht herzlich bedanken. Sie würden meiner Ehefrau und mir damit sehr weiter helfen.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte Ihre Fragen auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Auf Grund des Umfangs und der Vielzahl Ihrer Fragen, kann auf diese jeweils nur in der gebotenen Kürze eingegangen werden, da andernfalls ein Einsatz diesbezüglich deutlich im 3-stelligen Bereich angemessen wäre.

Grundsätzlich sind Sie nur verpflichtet, über den Bestand des Vermögens Ihres Vaters zum Zeitpunkt seines Todes Auskunft zu geben.

Eine Auskunftspflicht ihrerseits als Miterbe bzgl. Zuwendungen Ihres Vaters an Sie besteht nach § 2057 BGB nur, sofern Ihr Vater bei Zuwendung nach § 2053 Abs. 3 BGB , die Ausgleichung der Zuwendung im Erbfall angeordnet hat.

Da sich diesbezüglich keine Angabe im Sachverhalt finden, gehe ich davon aus, dass dies nicht geschehen ist.

Insofern sind sämtliche Zuwendungen Ihres Vaters an Sie, die nicht als Ausstattung zu deklarieren sind (§ 2053 Abs. 1 BGB ) nicht unter den Miterben auszugleichen und Sie auch nicht verpflichtet darüber Auskunft zu erteilen.

Unter Berücksichtigung dessen ergeben sich folgende Antworten:

1)
Zuwendungen haben keine Auswirkungen auf das Erbe, da Sie nicht auszugleichen sind, sofern nicht als Ausstattung erfolgt; siehe obige Ausführungen
- keine Anrechnung, keine Ausgleichspflicht

2)
Nein, da keine auszugleichende Zuwendung; unerheblich ob Mietzahlung als Gegenleistung oder Zuwendung ohne Ausgleichsanordnung.
Da das Haus nicht im Eigentum Ihres Vaters stand, hat Ihre Schwester hieran keinerlei Ansprüche.

3)
Diese sind aus den oben dargelegten Gründen nicht mit anzugeben.

4)
Einzahlungen spielen im Nachlassverzeichnis keine Rolle, sofern Ihrerseits dies nicht als Darlehen gewährt wurde und somit als Negativposten im Nachlassverzeichnis mit aufgeführt wird.

5)
Gar nicht, da keine auszugleichende Zuwendung vorliegt; siehe oben.

6)
Keine, da die zahlten Mieteinnahmen in Ihrem Vermögen stehen und nicht das Vermögen Ihres Vaters vermehrten.

6a)
Hier gibt’s keine Einschränkungen, so dass der Zeitraum nicht befristet ist. Zuwendungen an Sie als Kind, dürften jedoch außen vor bleiben, da eine Unterhaltsverpflichtung Ihres Vaters bestand.
Jedoch sind nur solche Zuwendungen anzugeben, die nach oben dargelegten Gründen auszugleichen wären.

7)
In der Regel gar nicht, da Ihre Schwester gesetzliche Erbin geworden ist und nicht von der Erbfolge ausgeschlossen wurde und somit nicht als Pflichtteilsberechtigte gilt.

Grundsätzlich besteht für den Erblasser keine Verpflichtung sein Vermögen für die späteren Erben zu erhalten.

8)
Ja, das Darlehen stellt Nachlassverbindlichkeit dar.

9)
Grundsätzlich gar nicht, da diese nichts mit dem Vermögen des Erblassers, Ihres Vaters, zu tun haben.
Dies wäre möglich, wenn Ihrerseits ein Anspruch auf Kostenbeteiligung Ihres Vaters auf Grund des Wohnens bei Ihnen besteht und diese Lasten durch Ihren Vater nicht gezahlt worden sind.
Hieran könnten jedoch Zweifel bestehen, da die Auszahlung der Bausparvertragssumme an Sie als Gegenleistung aus dem Wohnen gedeutet werden könnte.

10)
Grundsätzlich bestehen gegen diese Stundungsvereinbarung dann keine Bedenken, wenn in der Vorsorgevollmacht auf den Schutz des § 181 BGB verzichtet wurde, und Sie bzw. Ihre Frau Insichgeschäfte abschließen durften.

11)
Grundsätzlich erfüllten Sie durch die Betreuung Ihres Vaters Ihre gesetzliche Unterhaltspflicht nach § 1601 BGB .

Grundsätzlich haften mehrere gleich nahe Verwandte (Sie und Ihre Schwester) anteilig nach ihren Erwerbs- und Vermögensverhältnissen.
Insoweit kommt Ihrerseits ggf. ein Erstattungsanspruch in Betracht.
Diesbezüglich gilt jedoch:
Aus Gründen des Schuldnerschutzes ist die Geltendmachung des familienrechtlichen Ausgleichsanspruchs in entsprechender Anwendung des § 1613 Abs. 1 BGB den in dieser Bestimmung aufgerichteten Schranken unterworfen. Ausgleich kann nur von der Zeit an gefordert werden, zu welcher der Verpflichtete mit der Erfüllung des Ausgleichsanspruchs in Verzug gekommen oder dieser Anspruch selbst rechtshängig geworden ist (BGH FamRZ 1989,850 ; NJW 1984, 2158 = FamRZ 1984, 775 ; OLG Köln NJWE-FER 1999, 176).

Eine rückwirkende Geltendmachung kann also nur dann gefordert werden, wenn Ihre Schwester aufgefordert wurde Ihnen eine Ausgleichsbetrag für die Pflege Ihres Vaters an Sie zu zahlen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.

Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen, sofern Sie der Nutzung dieser Möglichkeiten aufgeschlossen gegenüberstehen.

Eine weiterführende Vertretung zieht allerdings weitere Kosten nach sich. Im Fall einer Beauftragung würde ich den hier gezahlten Einsatz auf meine nachfolgenden Gebühren vollständig anrechnen.



Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 17.07.2009 | 12:33



Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

für die mir übermittelten durchaus sehr hilfreichen Informationen möchte ich mich bei Ihnen recht herzlich bedanken. Sie haben mir damit sehr helfen können, da auch die Beantwortung von Fragen in Kurzform, wie von Ihnen vorgenommen wurde, sehr hilfreich sein kann.

Zunächst möchte ich Ihnen gerne mitteilen, dass ich prinzipiell damit einverstanden wäre, für den Fall, dass Sie mein Mandat übernehmen würden. Auch über eine größere Entfernung hinweg gibt es genügende und ausreichende Kommunikationsmöglichkeiten. Allerdings bitte ich Sie höflich mir VORAB ein entsprechendes Angebot - wie von Ihnen bereits in Ihrer Antwort beziffert wurde und im 3-stelligen-Bereich liegen wird - zu unterbreiten. Ebenfalls bitte ich höflich um Ihren entsprechenden Hinweis, ob Sie mir bei der Erstellung eines Vermögensverzeichnisse behilflich sein könnten, und zwar in der Form und in dem Umfang, so wie es die Rechtssprechung vorsieht. Dabei sollten Ihrerseits natürlich auch meine Verpflichtungen kraft der geltenden Gesetzgebung- und Rechtssprechung als auch meine Rechte in der Form berücksichtigt werden, in der ich zwar von Seiten der Anwältin meiner Schwester z. B. zur Darlegung von Schenkungen des Erblassers an meine Person aufgefordert werde, dennoch ich allerdings nur im gesetzlichen Umfang - vor allem aber kraft rechtskräftiger bzw. rechtswirksamer Entscheidungen daz prinzipiell verpflichtet bin. ich möchte somit in jedem Fall damit vermeiden können, unnötige Angaben im Rahmen der Gesetzgebung vorzunehmen in Unkenntnis der Rechtssituation und der Rechtssprechung.

Um sicher zu gehen, dass ich Sie in Ihrer vorausgegangenen Antwort richtig verstanden haben sollte, möchte ich meinerseits berichtigent darauf hinweisen, dass der von meinenm Vater im Jahre 2003 abgeschlossene Bausparvertrag NICHT vorfinanziert war. Dabei ist mir ein Irrtum unterlaufen, den ich zu entschuldigen bitte.

Um in Kurzform in Nachfrage auf die Wirksamkeite der deklarierten Stundungserklärung zwischen meiner Ehefrau und mir, die für meinen Vater insbesondere von mir unterzeichnet wurde, kurz einzugehen, möchte ich erwähnen, dass die Formulierung in der von meinem Vater vorgesehenen Vorsorgevollmacht vom 21.03.2004 lautet:

"Vorsorgevollmacht 1. Ich, xxxxx geboren am xxxxx xxxxx xxxxx wohnhaft xxxxx, xxxxx xxxxx - Vollmachtgeber bevollmächtige hiermit Herrn xxxxx geboren am xxxxx xxxxx xxxxx wohnhaft in xxxxx xxxxx xxxxx Telefon .... - Bevollmächtigter .... mich in allen erdenklichen Angelegenheiten vollen Umfanges zu vertreten, in denen eine Vertretung rechtlich zulässig ist. Die Vollmacht berechtigt danach insbesondere

- zu Verwaltung meines Vemögens im weitesten Sinne (zur Verfügung über Vermögensgegenstände, zum Vermögenserwerb, Schenkungen an Dritte im gesetzlich erlaubten Rahmen o.ä.),
- zur Regelung sämtlicher Angelegenheiten im bereich der Gesundheitsfürsorge einschließlich der Entscheidung über lebensverlängernde Maßnahmen
- zur Einwilligung in ärztliche oder sonstige medizinische Maßnahmen, und zwar auch dann, wenn die begründete Gefahr besteht, dass ich aufgrund der Maßnahme sterben oder einen schweren und länger dauernden gesundheitlichen Schaden erleiden kann (§ 1904 BGB ). - Zitat beendet.

Im Punkt 2) dieser Vollmacht heißt es weiter:
"Diese Vollmacht tritt sofort in Kraft. Die Vollmacht und das zugrunde liegende Auftragsverhältnis bleiben auch in kraft, wenn ich geschäftsunfähig geworden sein sollte oder wenn ich nicht mehr lebe." - Zitat beendet.

In der ausgestellten Vorsorgevollmacht meines Vaters habe ich KEINEN von den von Ihnen i,.S. von § 181 BGB Hinweis gefunden. Allerdings war mein Vater zum Zeitpunkt der von meiner Ehefrau und mir deklarierten Stundungserklärung psychisch körperlich in keinster Weise aufgrund seiner labilen gesundheitlichen Situation in der Lage, entsprechende Erklärungen abzugeben, die von ihm selbst unterschrieben waren aufgrund seines äußert labilen gesundheitlichen Zustandes. Ggfls. kann dieses durch ein fachärztliches Attest belegt werden. Daher sahen meine Ehefrau und ich uns veranlaßt, ein weiteres Mal - insbesondere aufgrund der Labilität meines Vaters - die Vorsorgevollmacht in Anwendung zu bringen. Selbiges galt u.a. mit Datum vom 12.12.2008, als mein Vater sich ein weiteres Mal in der stationären Behandlung befand, und es um die Kernfrage einer weiteren dringend benötigten Operation ging, und am 27.12.2008, als es um die Frage der behandelnden Ärzte bzgl. der künstlichen Beatmung und der Reanimation ging.

Bzgl. der gesetzlich vorgeschriebenen Unterhaltspflicht für meine Schwester nebst ihrem nunmehr getrennt lebenden Ehemann gem. § 1601 BGB möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass meine Ehefrau und ich Anfang August 2005, Mitte Mai 2006, und Ende November 2007 ausdrücklich auf die Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit sowie die ggfls. in Frage kommende Unterhalts- und Untestützungspflicht für meinen Vater meine Schwester ausdrücklich hingewiesen haben. Ebenfalls haben wir den damaligen Ehemann meiner Schwester ebenfalls auf die u.U. gesetzlich in Frage kommenden Verpflichtungen in Schriftform hingewiesen. Im August 2005 beschimpfte mich aufgrund des erhaltenen ersten Schreibens in massiver Weise mein Schwager daraufhin telefonisch. Die weiteren vorgenannten Aufforderungen wurdne einfach ignoriert und blieben unbeantwortet. ich gehe davon aus - um mir ebenfalls hierbei höflich die Nachfrage zu gestatten, dass meine Ehefrau und ich durchaus unserer Hinweis- und Aufforderungspflicht nachgekommen sind gemäß der geltenden Rechtssprechung.

Gerne freue ich mich auf Ihre weitere Antwort sowie Ihr entsprechendes Angebot. U.U. wäre ich auch dazu bereit zur Erstellung eines Vermögensverzeichnisses zu Ihnen anzureisen, wenn es eerforderlich sein sollte. Als abschließenden Hinweis möchte ich noch kurz erwähnen, dass ich mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht an jede einzelne Zuwendung meines Vaters an mich erinnern kann. Selbstverständlich gilt dieses ebenfalls für Zuwendungen an Dritte Personen, die mein Vater vorgenommen hat. Aus Sicherheitsgründen habe ich bereits gestern bei meiner Hausbank vorgesprochen, und die Kontoauszüge der letzten 10 Jahre von meinem Vater und von mir angefordert.

Mit freundlichen Grüßen:



PS: Gerne können Sie mich unter der E-Mail erreichen. Besten Dank und ein schönes Wochenende!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.07.2009 | 13:57

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

Sofern der von Ihnen dargelegte Passus (einer Vertretung durch Sie ALLEIN als Bevollmächtigter) nur in der Vorsorgevollmacht enthalten ist, wäre die Stundungserklärung wirksam, da kein Insichgeschäft nach § 181 BGB vorliegt, da Ihre Frau nicht auf beiden Seiten (Vertreter Ihres Vaters und ) steht.

Sollte, was sich Ihrem Auszug nicht entnehmen lässt, jedoch Ihrer Darlegung in der Ausgangsfrage, Ihre Frau ebenfalls Vertretungsberechtigte sein, liegt die Annahme eines Insichgeschaft nahe.

Diese wäre dann schwebend unwirksam und kann vom Vertretenem (Ihrem Vater) nachträglich genehmigt werden.

Nach dem Tod kann die Genehmigung von den Erben erteilt werden, was jedoch möglicherweise auf Grund einer anzunehmenden Weigerungshaltung Ihrer Schwester möglicherweise schwierig durchzusetzen ist.

Ich hoffe ich konnte Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedeheit beantworten.

Für zukünftige Fragen und Problemlösungen stehe ich Ihnen jederzeit gerne wieder zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

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