Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
495.333
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ausgrenzung der Familie (Stief-Enkelin/Stief-Neffe) durch Betreuerin / Erbrecht

15.05.2018 18:13 |
Preis: 80,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Park, LL.B.


Sehr geehrten Damen und Herren,
ich versuche den etwas verzwickten Fall so gut wie möglich zu schildern.

Als mein Opa starb, war meine Oma für einige Zeit alleine zuhause und meine Mutter hat sich um sie gekümmert. Dannn war sie kurzfristig aufgrund eines kleinen Schlaganfalls im Heim. Sie wollte aber immer zurück nach Hause. Dies ist auch geschehen und da sie gerne jemanden um sich haben wollte, der sich 24 Stunden kümmert, hat sie eine Annonce aufgegeben. Daraufhin hat sich eine Dame gemeldet und die beiden waren sich sehr schnell einig. Die Dame zog in die leerstehende Wohnung über meine Oma (dieses Zweifamilienhaus gehörte meiner Oma) und betreute sie für Kost+Logis und einen Aushilfslohn. Es existiert hierüber kein Vertrag.
Anfangs ist meine Mutter (die am selben Ort wohnt) noch zu meiner Oma gegangen, aber diese machte ihr irgendwann klar, dass sie das nicht mehr möchte und so kam es zum Bruch.
Ich genauso wie der Neffe von Seiten meines Opas haben immer Kontakt gehalten. Allerdings wohnen wir beide weiter weg (ich 200 km, der Neffe 350 km). Am Anfang kam ich gut mit der betreuenden Dame aus, aber mit der Zeit wurde es immer schwieriger Kontakt zu meiner Oma zu bekommen, zudem nahm die Demenz meiner Oma zu.
In der Zwischenzeit hatte die Dame bei einem Krankenhausbesuch meiner Oma eine umfassende Vorsorgevollmacht per Notar erhalten. Obwohl bereits eine beginnende Demenz attestiert war und ich bezweifle, dass meine Oma dieses Formular noch zur Gänze verstanden hat.
Nach ca. einem Jahr, indem ich keinen Kontakt mehr hatte, meldete sich bei mir eine Dame. Sie war von der eigentlichen Betreuerin dazugeholt worden, da sie sich aufgrund der Demenz mit meiner Oma für ein paar Stunden in der Woche beschäftigen sollte (Fotoalben schauen etc.). Diese Dame war nun darauf aufmerksam geworden, dass es Familie gab und rief mich an und berichetete, dass meine Oma von der Betreuerin angeschrien wurde und sie in klaren Momente verzweifelt war. Sie erzählte auch, dass die Betreuerin mit meiner Oma beim Rechtsanwalt war und das sie das bis dahin existierende Testament, welches noch mit meinem Opa zusammen verfasst wurde, durch ein neues ersetzen ließ und daraufhin prahlte: Jetzt bin ich eine reiche Frau.
Über das ursprüngliche Testament hatte meine Oma meiner Mutter gesagt, dass es sich in der Schlafzimmerschublade befinden würde. Ich weiß aber nicht, ob es notariell beglaubigt war. Allerdings würde ich es annehmen, da meine Großeltern da sehr genau waren.
Daraufhin habe ich beim Amtsgericht einen Antrag auf einen Betreuer gestellt. Anfangs wurde mir von der Sachbearbeiterin mitgeteilt, dass die Vorsorgevollmacht in allen Punkten korrekt sei und das es daher eigentlich keinen Grund für einen Betreuer gäbe. Einen Monat später hinterließ sie mir allerdings eine Nachricht, dass sie einen Betreuer befürworten würde und auf meine spätere Nachfrage beim Amtsgericht wurde mir auch der, mittlerweile eingesetzte, Betreuer mitgeteilt. Allerdings hatte er kein Interesse an einem Kontakt mit den Angehörigen.

Jetzt ist meine Oma am Sontagabend verstorben. Ich persönlich habe sie noch am Freitagabend besucht (da das Heim mitgeteilt hatte, dass es zuende geht) und konnte mich verabschieden. Ich bin in Kontakt mit dem Neffen und wir würden gerne die Trauerfeier besuchen. Auf Nachfrage bei der Betreuerin wurde mir allerdings mitgeteilt, dass dies von ihr nicht erwünscht ist.
Wir haben jetzt durch den Kontakt zu der zuständigen Pastorin erfahren, dass eine stille Beisetzung ohne Pastor erfolgen soll. Man kann mich ausladen und ich werde keine Trauerfeier besuchen bei der ich nicht erwünscht bin...Obwohl ich Zweifel habe, dass das wirklich der Wunsch meiner Oma gewesen ist. Wir hatten, genau wie der Neffe, keine Auseinandersetzung. Aber letztendlich...ich war am Schluß nicht mehr viel bei ihr, ich weiß es natürlich nicht hundertprozentig. Aber das keine Pastorin vor Ort sein soll...das hätte sie niemals gewollt. Sie hat sich, wie auch mein Opa, immer gefreut, wenn die Pastoren bei runden Geburtstagen zu Besuch kamen (beide sind über 90 geworden).
Meine Oma wollte auch immer zuhause bleiben und die Dame hatte ihr versprochen sich bis zum Lebensende zu kümmern. Aber kaum hatte sie die Vorsorgevollmacht erhalten, hat sie sie ins Heim gegeben und die beiden existierenden Häuser verkauft.

Ich könnte noch über einige Merkwürdigkeiten mit der Dame berichten, aber ich denke, ich werde zu detailliert.
Kann man noch in irgendeiner Weise tätig werden? Wer ist jetzt für den Nachlass zuständig, noch der vom Amtsgericht eingesetzte Betreuer oder die von meiner Oma gesuchte Dame?
Es gibt keine weiteren leiblichen Verwandten, von denen ich wüßte und wir sind ja nicht leiblich mit ihr verwandt.
Vielen Dank im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

1. Hier wäre zu klären, ob es ein weiteres Testament gibt und ob dieses wirksam geschlossen wurde. Sie tragen vor, dass die Großmutter ein notarielles Testament mit dem Großvater geschlossen hat.

Ein notarielles Testament wird aus §§ 2253 ff. BGB meist durch ein neues Testament widerrufen. Hier ist also zu prüfen, ob das neue Testament wirksam errichtet wurde, insbesondere ob die Großmutter noch testierfähig war.

Ist in den neuen Testament die Dame zur Alleinerbin benannt worden, so könnte Ihre Mutter als potentielle Alleinerbin das Testament ggf. nach aus § 2079 BGB anfechten, weil ein Pflichteilsberechtigter (Ihre Mutter) übergangen wurde.

Hierzu muss Ihre Mutter als Erbin aber nicht bewusst übergangen worden sein. Ist im neuen Testament vermerkt, dass die Mutter enterbt wird, so ist der Anwendungsbereich des § 2079 BGB nicht eröffnet.

Darüber hinaus kann das Testament auch angefochten werden, weil die Großmutter kein wirksames Testament mehr errichten konnte. Ggf. ist das Testament auch nichtig.

Die Möglichkeit der Anfechtung des Testaments ergibt sich aus § 2229 BGB.

Dies wird sich meist nur im Rahmen einer Klage klären lassen, hier wird dann versucht zu rekonstruieren, in welchem Zustand sich die Großmutter im Zeitpunkt der Errichtung des Testaments befand.

Gibt es ein neues notarielles Testament sind die Chancen einer Anfechtung geringer, da der Notar angehalten ist die Testierfähigkeit zu überprüfen.

2. Ist die Dame an sich Alleinerbin geworden, so richten sich Pfichtteilsansprüche der Mutter gegen sie. Die Damen würden den Nachlass verwalten und wäre für alle Punkte der Ansprechpartner.

Denn mit dem Tod endet das Betreuungsverhältnis.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
FRAGESTELLER 18.05.2018 1,2/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63204 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke für die schnelle und informative Antwort. Hat mir sehr geholfen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
sehr schnelle und kompetente Antworten! Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
rasche und kompetente Beantwortung meiner Fragen. Genau das wollte ich. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER