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Auseinandersetzung des Erbes

27.07.2018 16:31 |
Preis: 50,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Winkler


Zusammenfassung: Ein Anspruch auf teilweise Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft besteht nicht. Jedes Mitglied kann vielmehr verlangen, dass der Nachlass nur vollständig auseinandergesetzt wird. Verfügungen über Vermögenswerte aus dem Nachlass wie zum Beispiel Bankguthaben erfordern Einstimmigkeit.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zwei Brüder haben ihren leiblichen Vater laut gesetzlicher Erbfolge zu je 1/2 beerbt. Erbschein ist ausgestellt. Es sind Immobilien und Barvermögen vorhanden.

Es ist der Plan der Erbengemeinschaft die Immobilien zu sanieren und meistbietend zu verkaufen. Dafür soll das Barvermögen, welches dafür ausreichend vorhanden ist, herangezogen werden.

Nun ist Bruder A der Auffassung, das Barvermögen könne schon jetzt zu einem Teil auseinandergesetzt werden, da er in Geldnot ist.

Der Bruder B ist der Auffassung, dass das Barvermögen solange auf den Konten des Erblassers verbleibt, bis die Renovierungsarbeiten abgeschlossen und die Immobilien verkauft sind. Das Erbe ist im Gesamten sehr komplex und undurchsichtig. Ob es Verbindlichkeiten gibt ist unbekannt. Er möchte damit das Risiko eventueller höherer Kosten der Renovierungsarbeiten decken (Gutachter hat Schimmelproblem entdeckt - höhere Kosten als geplant sind zu erwarten) und außerdem alle noch auf die Erbengemeinschaft zukommenden, auch noch unbekannte eventuelle Verbindlichkeiten und Gebühren decken.

Kann Bruder A Bruder B zur teilweisen Auseinandersetzung des Barvermögens zwingen?

Kann Bruder B aus den oben genannten Gründen die Auseinandersetzung bis zum Verkauf der Immobilien verhindern bzw. hinauszögern?
Kann Bruder B eine Nachlassverwaltung beantragen?
Welche Möglichkeiten hat B noch, die Auseinandersetzung bis zum Verkauf hinauszuzögern, um sein persönliches Risiko zu minimieren (er geht davon aus, dass A mit dem Bargeld durchbrennt und B auf Schulden sitzen lässt).

Vielen Dank

Sehr geehrte Fragestellerin,

Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

„Kann Bruder A Bruder B zur teilweisen Auseinandersetzung des Barvermögens zwingen?"

Nein.

Das hat einen sehr simplen Grund: Es gibt schlicht keinen Anspruch auf teilweise Auseinandersetzung des Nachlasses. Gemäß § 2042 BGB hat prinzipiell jeder der Miterben einen Anspruch auf Auseinandersetzung des Nachlasses sofern die Nachlassverbindlichkeiten bezahlt sind. Dies gilt aber immer und ausnahmslos nur für den gesamten Nachlass. Der A kann also unter keinen Umständen eine teilweise Auseinandersetzung erzwingen. B kann an der Stelle sehr gelassen sein.


„Kann Bruder B aus den oben genannten Gründen die Auseinandersetzung bis zum Verkauf der Immobilien verhindern bzw. hinauszögern?"

Die Antwort ergibt sich im Grunde aus dem, was ich oben geschrieben habe. Der B kann ohne Weiteres jederzeit eine teilweise Auseinandersetzung verhindern.


„Kann Bruder B eine Nachlassverwaltung beantragen?"

Eine Nachlassverwaltung bringt dem B in dieser Situation gar nichts. Die Nachlassverwaltung gemäß § 1975 BGB ist ein Instrument, um die Haftung der Miterben mit eigenem Vermögen zu verhindern und auf den Nachlass zu begrenzen. Sie wird beantragt, wenn unklar ist ob der Nachlass insgesamt überschuldet ist. Mit Anordnung der Nachlassverwaltung geht aber die Verwaltungsbefugnis für den gesamten Nachlass auf den Verwalter über, § 1984 BGB. Beide Miterben hätten dann sofort „nichts mehr zu melden" und der Nachlassverwalter würde den Nachlass im Interesse der Gläubiger abwickeln bzw. verkaufen.

Eine Überschuldung droht aber doch hier wohl gar nicht. Da ändert auch der Schimmel nichts, dieser würde ja lediglich den Wert der Immobilien herab senken. Insofern besteht dafür kein Anlass.


„Welche Möglichkeiten hat B noch, die Auseinandersetzung bis zum Verkauf hinauszuzögern, um sein persönliches Risiko zu minimieren (er geht davon aus, dass A mit dem Bargeld durchbrennt und B auf Schulden sitzen lässt)."

Wie oben geschrieben hat der B alle Möglichkeiten um eine teilweise Auseinandersetzung zu verhindern. Der A kommt auch rein praktisch nicht ohne Willen und Wissen des B an Vermögenswerte aus dem Nachlass. Bei der Bank müssen stets beide unterschreiben, jedenfalls kann der B das jederzeit bei den Banken beantragen. In Bezug auf die Immobilien gilt nichts anderes, die Erbengemeinschaft kann stets nur einstimmig verkaufen. Insofern besteht das Risiko, dass Sie wahrscheinlich befürchten, in der Form nicht.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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