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Ausbildung: Werbungskosten /


22.07.2007 00:07 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter



Sehr geehrte Damen und Herren

Meine Situation:
Ich bin 21 und zur Zeit im letzten Teil der Ausbildung zum Rettungsassistenten, muss also 1600 Stunden auf
einer Wache arbeiten. Mein Bruttogehalt beträgt ca. 1000Euro.
Da ich in meinem Heimatort [H] beruflich keine guten Möglichkeiten hatte,
bin ich (480km weit) nach [U] in eine WG umgezogen. Von dort aus fahre ich mit dem Auto regelmäßig zur 30Km entfernten Wache [W]. Des Weiteren fahre ich von U nach H ein- bis zweimal im Monat und an Urlaubstagen, da dort meine Freunde, Freundin, Familie, etc. leben.
Meine Frage: Ich werde bald eine Steuererklärung abgeben müssen, deswegen möchte ich wissen, ob ich meinen Mietanteil für den Wohnort U, die Kosten für die Fahrten zur Wache W sowie die Heimfahrten nach H als Werbungskosten oder ähnliches von der Steuer absetzen kann - gibt es da irgendeinen sinnvollen Weg?
Ist es dafür wichtig, was beim Einwohnermeldeamt als Haupt-/Zweitwohnsitz angegeben ist?

Vielen Dank und MfG!
Sehr geehrter Fragender,

die Fahrten zu Wohn- und Arbeitsstätte sind grundsätzlich ansetzbar (30ct. je einfache Entfernung).

Problematisch ist jedoch, ob bei Ihnen die doppelte Haushaltsführung gilt.

Dazu müsste der Lebensmittelpunkt noch in H liegen.

Das ist z.B der Fall, wenn dort der 1. Wohnsitz ist, die Freundin/Frau dort lebt und Sie nur wegen der Arbeit nach U verzogen sind.

Das kommt auf die Argumentation an.
Ein Wohnen bei den Eltern in H reicht hierfür jedoch nicht aus.

Wenn diese doppelte Haushaltsführung anerkannt ist, dann können Sie auch die Fahrten nach Hause und die Miete ansetzen.

Ich würde es versuchen anzusetzen, denn mehr als dass Ihnen das gestrichen wird, kann Ihnen nicht passieren.

Falls Sie noch Hilfe benötigen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter

Nachfrage vom Fragesteller 19.08.2007 | 14:37

Danke soweit,
ich habe meinen Lebensmittelpunkt sicherlich in noch in H. Nachdem ich nach U gezogen bin habe ich meine WG in H verlassen (also Mietvertrag gekündigt) und habe nun ein Zimmer bei meinen Eltern. Für das Zimmer habe ich keinen richtigen Mietvertrag, den würde ich dann warscheinlich brauchen!?

Ausser die doppelte Haushaltführung gibt es keine Möglichkeit die Heimfahrten von der Steuer abzusetzen?

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.03.2008 | 16:16

Auf den Mietvertrag kommt es nicht zwingend an. Viel entscheidender ist, dass es sich bei dem Zimmer bei Ihren Eltern um einen eigenen Hausstand im Sinne der R 43 Lohnsteuerrichtlinie handelt. Grds. reicht hierzu ein Zimmer, das - selbst wenn auch gegen Kostenbeteiligung - in die Wohnung der Eltern integriert ist.

Daher liegt in der von Ihnen beschriebenen Konstellation m. E. in Ihrem Fall keine steuerlich anzuerkennende doppelte Haushaltsführung vor.

Bei Doppelter Haushaltsführung wär je eine wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen der Werbungskosten zu Ihren Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit steuerlich ansetzbar. Liegt diese nicht vor, so können Sie nur die regelmäßigen Fahrten zwischen Ihrer Arbeitsstätte und der Wohnung Ihrer Eltern (mit 0,30 EUR je km) ansetzen. Hinweis: Auch wenn lt. Gesetzgeber bekanntlich der Abzug dieser Fahrten erst ab dem 21. km erfolgen darf, so sollten Sie dennoch nach wie vor die vollen km ansetzen , da diese Regelung voraussichtlich vom Bundesverfassungsgericht gekippt werden wird. Im Falle einer diesbezüglichen Kürzung in Ihrem ESt-Bescheid sollten Sie daher ggf. gegen diesen mit Verweis auf die noch ausstehende Entscheidung des BVG Einspruch einlegen.

Mit freundlichem Gruß,

Dr. Corina Seiter

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