Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
507.303
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Aus einem Buch ein E-Book für den privaten Gebrauch erstellen

| 18.02.2013 15:17 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Ist es erlaubt, aus einem Buch ein E-Book für den eigenen privaten Gebrauch zu erstellen?

Viele Bücher sind nicht als E-Books zu bekommen. Dennoch lese ich inzwischen gerne lieber mit E-Book Readern. Dazu kommt, dass ich einen großen Teil meines Bücherbestandes in ein eigenes Archiv einlagern möchte.

Ist das erstellen eines E-Books für den eigenen privaten Gebrauch und/oder zur Aufnahme in ein eigenes Archiv durch Scannen eines Buches erlaubt?

Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres geringen Einsatzes möchte ich Ihre Fragen zusammenfassend wie folgt beantworten:

Das Recht des Nutzers auf Privatkopie schafft § 53 UrhG, indem es die Befugnisse des Urhebers beschränkt.
Die Möglichkeit einer digitalen Privatkopie ist dennoch eingeschränkt worden. Die vom Gesetzgeber nachträglich vorgenommene Einschränkung habe ich hervorgehoben:
Zulässig sind einzelne Vervielfältigungen eines Werkes durch eine natürliche Person zum privaten Gebrauch auf beliebigen Trägern, sofern sie weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dienen, soweit nicht zur Vervielfältigung eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage verwendet wird.
§ 53 Abs. 4 UrhG erlaubt die Kopie eines kompletten Buches nur durch abschreiben, nicht durch scannen (Schricker/Loewenstein § 53 Rdnr. 50). Somit wäre das Einscannen eines kompletten Buches keine erlaubte Privatkopie i.S.d. § 53 UrhG.
Aber zur Aufnahme in ein eigenes Archiv ist die Vervielfältigung eines im Eigentum des Archivbetreibers stehenden Buches nach § 53 Abs. 2 Nr. 2 UrhG erlaubt. Dies bedeutet, sofern Sie das Buch, welches in das Archiv aufgenommen werden soll gekauft haben es somit in Ihrem Eigentum steht, dürfen Sie es auch archivieren und zwar auch durch Einscannen.
Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion gerne zur Verfügung.

Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung, in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.

Weiterhin möchte ich Sie höflichst auf die Bewertungsfunktion aufmerksam machen, die dafür sorgt, diesen Service für andere Ratsuchende transparenter zu machen.


Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 18.02.2013 | 16:34

Vielen Dank für die gute beantwortung meiner Frage, sowie für das Angebot der Ergänzung im Rahmen der Nachfragefunktion.

Ist der Begriff des "Archivs" im Sinne des Gesetzes irgendwo näher erläutert oder gibt es eine feststehende Definition oder Anforderungen, denen ein Archiv diesbezüglich genügen muss?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.02.2013 | 16:45

Sehr geehrter Ratsuchender,

Archive sind nach dem § 52 Abs. 2 Nr. 2 UrhG unter sachlichen Gesichtspunkten geordnete Sammlungen vorhandener Werke zum internen Gebrauch (BGH GRUR 1997, 459, 461). Nur wenn die Sammlung und Erschließung des Materials im Archiv ausschließlich der Bestandssicherung und der internen Nutzung dient ist eine Vervielfältigung zulässig.

Daher ist eine Sammlung Ihrer Bücher, die nur Sie nutzen wollen und können bereits als Archiv angesehen werden.

Mit freundlichen Grüßen
Gerth
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 18.02.2013 | 17:15

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Danke für die umfassende und hilfreiche Beantwortung meiner Frage. Sehr empfehlenswert!"
Stellungnahme vom Anwalt: