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Auktion oder Glücksspiel? Legal?


07.10.2006 15:06 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Sehr geehrte Community,

ich habe vor längerer Zeit in einem uns allen bekannten Internetauktionshaus eine Auktion gesehen.
Der Anbieter hat den Startpreis auf 1€ gesetzt und ein KFZ
angeboten. Neben der Beschreibung des KFZ waren die Kontodaten
des Anbieters aufgeführt, die Angabe, dass der Artikel nicht klassisch ersteigert werden kann, sowie nachfolgende Bedingung:

Den Zuschlag für das abgebildete KFZ erhält der tausendste, der auf das Konto 5€ überweist.

Kurze Zeit später wurde diese Auktion zu Recht wg. Verstoßes gegen die Grundsätze gesperrt bzw. gelöscht.
Den Ansatz dieses "Vertriebsmodelles" finde ich aber grundsätzlich sehr gut, in einem anderen Rahmen mit erhöhter Transparenz für den "Bieter", sowie evtl. notarieller Überwachung der Zahlungseingänge...etc..
Meine Frage: Ist so ein "Vertriebsmodell" eine Auktion oder gehört es zur Kategorie der Glücksspiele?
Wäre es in Deutschland legal, im Internet eine Seite zu betreiben, wo Waren nach einer ähnlichen Vorgehensweise "verkauft" werden?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Glücksspiel ist alles das, bei dem der Gewinn vom Zufall anhängt. Das wäre in dem von Ihnen geschilderten Fall zweifelsfrei gegeben. Es wäre purer Zufall, der 1000ste Bieter zu sein.

Ohne staatliche Erlaubnis ist Glücksspiel in Deutschland nicht erlaubt. Wer ein Glücksspiel ohne behördliche Erlaubnis betreibt, kann gemäß § 284 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren bestraft werden.

Wenig bekannt ist, dass auch die aktive Teilnahme an einem illegalen Glücksspiel strafbar ist. Wer sich an einem illegalen Glücksspiel beteiligt, wird gem. § 285 StGB mit einer Freiheitsstrafe bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen bestraft. Somit machen sich auch deutsche Nutzer von illegalen Glücksspielangeboten im Internet strafbar.

Sollte weiterer Klärungsbedarf verbleiben, nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit freundlichem Gruß


Wundke
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 07.10.2006 | 17:11

Ist diese Vorgehensweise denn zweifelsfrei ein Gewinn-/Glücksspiel?
Es ist durchaus richtig, dass ein Zuschlag nicht vom Können des Bieters abhängt und somit der Faktor Glück bzw. Zufall eine große Rolle spielt.
Aber muss man die Ware, die der 1000ste "Bieter" für 5€ in Empfang nimmt, unbedingt als Gewinn sehen?
Kann man es nicht auch als eine Art persönliches Angebot auslegen, welches dann nur für den 1000sten Bieter persönlich Geltung besitzt? Alle anderen Bieter erwerben durch ihren Kostenbeitrag erhöhte Transparenz bei späteren Geboten auf andere Produkte (Bsp: Je öfter "ins Leere" geboten => desto höher Memberstatus => desto öfter Zwischeneinblicke bzgl. Bieteranzahl). Bitte beachten Sie, dass es handelt sich um spontane Gedanken zu diesem Thema handelt...
Danke für Ihre Antwort!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.10.2006 | 17:41

Insoweit verweise ich auf folgende Definition des Bundesgerichtshofes:

"Glücksspiel" im Sinne von § 284 StGB ist ein nach vorbestimmten Regeln verlaufendes Spielen um Gewinn oder Verlust, bei dem die Entscheidung über Gewinn oder Verlust nicht wesentlich von Fähigkeiten, Kenntnissen oder vom Grad der Aufmerksamkeit des einzelnen Spielers bestimmt ist, sondern allein oder hauptsächlich vom Zufall, wobei nicht auf einen besonders versierten, sondern auf einen Durchschnittsspieler abzustellen ist (BGH, Urteil vom 28.11.2002, 4 StR 260/02).

Der Begriff des Gewinns dagegen bezeichnet in seiner allgemeinsten Verwendung lediglich den Erfolg autonomer einzelwirtschaftlicher Tätigkeit.

Es verbleibt daher im Ergebnis bei meinen bisherigen Feststellungen.

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