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Aufzeichnung von Streit auf der Arbeit

15.04.2011 22:27 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Hallo, Ich habe eine meiner Angestellten genötigt und Sie beim Schimpfen und Beschweren mit meinem Handy Ton aufgenommen,. Sie hat mir gesagt, dass Sie mich auch aufnehmen wird, während wir uns gegenseitig beschimpft haben. War das aufnehmen der stress Situation als Beweisaufnahme Strafbar,oder ist es O.K., weil Sie auch gesagt hatte Sie wolle mich aufzeichnen., und hat das Handy gezückt. Muss ich Ihre klare Zustimmung einholen, oder kann ich gleich anfangen Ihre belästigung aufzuzeichnen?
Danke,

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Zugrundelegung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt:

Hier käme durch die Tonaufzeichnung der Beschimpfungen eine Strafbarkeit nach § 201 StGB (Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes) in Betracht. Demnach dürfen Sie nicht unbefugt Tonaufnahmen von nichtöffentlichen Äußerungen anderer Personen machen.

Ein "unbefugtes" Aufnehmen liegt aber in Ihrem Falle wohl nicht vor. Unbefugt ist die Aufnahme nämlich nur dann, wenn sie gegen den Willen des Aufgenommenen gemacht wird. Eine klare Zustimmung ist somit gerade nicht vonnöten, sondern eher eine klare Ablehnung, da auch durch schlüssiges Verhalten konkludent zugestimmt werden kann.
Wie Ihrem Sachverhalt zu entnehmen ist, war sich Ihre Angestellte bewusst, dass Sie sie gerade aufnehmen. Sofern sie nicht gesagt hat, dass Sie diese Aufnahmen zu unterlassen hätten, kann dies als konkludentes Einverständnis gewertet werden, welches eine Strafbarkeit Ihrerseits entfallen ließe. Auch ihre Bemerkung, dass sie Sie dann später ebenfalls aufnehmen wolle, lässt darauf schließen, dass sie grundsätzlich nichts gegen die Aufnahmen hatte, mithin einverstanden war. Sofern Ihre Angestellte Sie also nicht aufgefordert hat, die Tonaufnahmen zu unterlassen, liegt hier keine Strafbarkeit vor.

Ohnehin unterliegt der § 201 Abs. 1 StGB dem Strafantragserfordernis nach § 205 StGB . Wenn Ihre Angestellte somit nicht binnen 3 Monaten (§ 77b I StGB ) Strafantrag stellt, wird diese Tat, selbst wenn sie strafbar wäre, nicht verfolgt.

Hinsichtlich der wohl auch von Ihnen geäußerten Beleidigungen und der Nötigung kommt allerdings schon eine Strafbarkeit in Betracht. Diese lässt sich ohne nähere Angaben aber nicht genau feststellen.

Grundsätzlich sollten Sie aber in Zukunft vor solchen Aufnahmen erst die Genehmigung einholen, da die Grenze zum "Unbefugten" schnell überschritten werden kann und auch die Rechtsprechung hierzu nicht immer einheitlich ist, insbesondere wenn es um das Thema der konkludenten Zustimmung geht.

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