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Auftragsstornierung bei Herstellung einer Web-Seite


31.05.2006 00:44 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Guten Tag,

ich habe einem Kunden Herstellung einer Web-Seite vermittelt. In der verbindlichen Bestellung (der komplette Text unten) bin ich als Vermittler definiert. Weitere Details:

1. Rücktritt nach der Übergabe an Web-Seiten-Hersteller grundsätzlich nicht möglich
2. Keinen Termin zur Fertigstellung festgelegt
3. Die Zahlung an mich muß auch dann erfolgen wenn Nachbesserungs/ Änderungsansprüche gegenüber dem Web-Seiten-Hersteller geltend gemacht werden.
4. Es gibt ziemlich genaue Vorlagen, die der Kunde unterschrieben hat.

Die erste Version der Seite war in einem Monat nach der Bestellung fertig (es gibt eine E-Mail wo er diese Variante lobt), danach haben wir mehrere Änderungswünsche implementiert und insgesamt 3 Varianten fertiggestellt. Die letzte - 4 Monate nach der Bestellung. Die Web-Seite stand aber permanent im Internet - in unterschiedlichen Ausführungen. Inzwischen hat der Kunde scheinbar die Interesse an die Web-Seite verloren und einen Brief gesendet wo er über die Verzögerung beklagt und eine unrealistische Frist für die Fertigstellung gesetzt hat. Ich habe danach eine Verlängerung der Frist vereibart und die letzte Variante fristgemäß fertiggestellt.

Mit der letzten Variante war der Kunde insgesamt scheinbar zufrieden (leider nur mündliche Aussage), hat aber einige Nachbesserungen verlangt, die innerhalb 10 Tagen durchgeführt wurden (der Kunde selber hat eine Frist von 1 Woche gesetzt was ich für unangemessen halte). Gleichzeitig wünschte er weitere Änderungen /Erweiterungen, wo ich schon nicht einverstanden war, da das ganze nach unendliche Geschichte aussah. Sowohl Zeitpunkt der Fertigstellung als auch Status der Nachbesserungen habe ich per Einschreiben fixiert, da die Lage schon angespannt war.

Eine Woche nach meinem Brief wegen Status von Nachbesserungen kam einen Brief vom Kunden wo er den Auftrag wegen Verzögerung storniert und gleichzeitig mit Schadenersatzforderungen wegen verzögerte Fertigstellung droht, falls ich seine Entscheidung nicht akzeptiere.

Meine Fragen:

1. Wie stehen meine Chancen in diesem Streit zu gewinnen (jetzt ist gerade Zeit die erste Mahnung zu senden)?
2. Muß ich die Androhungen mit Schadenersatzforderungen ernst nehmen? (a. ich bin nur ein Vermittler b. welcher Schaden kann durch eine funktionsfähige Web-Seite entstehen, auch wenn sie nicht perfekt ist?)

Vielen Dank im Voraus

Kompletter Text der Bestellung

Im Auftrage der Fa. <Kunde> vertreten durch Herrn X, wird von der Fa. <Web-Seiten-Hersteller>, eine Website gemäß den Vorgaben von Herrn X, erstellt.
Die Vorgaben liegen dieser Bestellung als von Herrn X abgezeichnete Anlage (21 Seiten) bei.
Die Fa <ich> tritt hierbei als Vermittler auf.
Alle eventuellen Nachbesserungs-/ Änderungsansprüche die sich aus Abweichungen von den beiliegenden Vorlagen ergeben, gehen zu Lasten der Fa. <Web-Seiten-Hersteller>. Die Fa. <ich> kann hierbei weiterhin als Vermittler tätig sein.
Für die Erstellung (Grafik / Programmcode / Templates) Test und Installation ins Internet (Provider „Y“ wurde von Herrn X vorgegeben), wird ein Gesamtpreis von 860.- Euro vereinbart.
Die Gesamtsumme wird vereinbarungsgemäß in 4 Monatsraten auf das Konto der Fa. <ich> überwiesen. Zahlungsbeginn ist der erste Monat nach Installation der Website ins Internet.
Die Zahlungen haben auch dann zu erfolgen, wenn die Fa. <Kunde> Nachbesserungs-/ Änderungsansprüche gegenüber der Fa. <Web-Seiten-Hersteller> geltend machen sollte.
Mit seiner Unterschrift erklärt sich der Auftraggeber mit den Auftragdetails einverstanden und bestellt verbindlich bei der Fa. <Web-Seiten-Hersteller> die in den Anlagen beschriebene Website. Diese wird nach Unterzeichnung dieser Bestellung, unverzüglich in Auftrag gegeben. Ein Rücktritt von der der Bestellung nach erfolgten Weitergabe an die Fa. <Web-Seiten-Hersteller>, ist generell nicht möglich.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Da Sie nach Ihrer Schilderung die Ihnen obliegende vertragliche Leistung entsprechend den Vorgaben des Kunden erbracht haben, steht Ihnen der Anspruch auf Vergütung zu. Die "Stornierung" des Kunden beruht offenbar darauf, daß er sich vor der Bezahlung drücken möchte. Davon sollten Sie sich, wenn Sie Ihre Leistung auftragsgemäß erbracht haben - was hier unterstellt werden soll - nicht einschüchtern lassen.

Für Schadensersatzansprüche wegen angeblicher Verzögerung sehe ich keinen Raum, da ein Zeitpunkt für die Fertigstellung der Arbeit nicht vereinbart war und Sie außerdem Ihre Leistung erbracht haben.

Ich empfehle Ihnen deshalb, Ihren Honoraranspruches ggf. mit anwaltlicher Hilfe durchzusetzen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen und die weitere Vertretung selbstverständlich gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt, Köln




--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395
Sipgate: (0221) 355 333915 / Skype: schwartmann50733
www.rechtsanwalt-schwartmann.de
www.mietrecht-in-koeln.de
www.net-scheidung24.de
www.online-rechtsauskunft.net
<img src="http://www.andreas-schwartmann.de/logo.gif">

Nachfrage vom Fragesteller 31.05.2006 | 12:30

Sehr geehrter Herr Schwartmann,

vielen Dank für Ihre Antwort auf meine Anfrage "Auftragsstornierung bei Herstellung einer Web-Seite". Ich habe erst später diese Nachfrage-Option bei frag-einen-anwalt.de entdeckt und habe bereits diese Nachfrage direkt an Sie gesendet. Ich weiß nicht, welche E-Mail Sie schneller erreicht, eine davon können Sie natürlich ignorieren.

Ich möchte jetzt die 1. Mahnung schreiben, wo ich den Kunden vor weiteren Kosten warnen würde, die auf ihn kommen können, falls er nicht bezahlt (z.B. RA-Kosten). Erst wenn er es doch nicht bezahlt würde ich den Fall an einen Rechtsanwalt übergeben (da würde ich Sie gerne als Ansprechpartner sehen falls Sie den Fall übernehmen möchten).

Zur Mahnung habe ich nun eine Frage. Soll ich

A. vom Kunden nur meine Provision verlangen die eigentlich im Preis der Bestellung enthalten war (aber nicht explizit erwähn t!) und ihm das Recht aufräumen, weiter mit dem Web-Hersteller wegen Verzögerung zu streiten, oder
B. seine Auftragsstornierung ignorieren (gar nicht in der Mahnung erwähnen) und einfach auf die Überweisung der ersten Rate bestehen - wie in der Bestellung vereinbart war.

Ich würde zu Variante B tendieren, da ich letztendlich Verpflichtungen gegenüber Web-Hersteller habe. Aber Sie sprachen in Ihrer Antwort vom Honorar, also meinten evtl. die Variante A.

Ich wäre für eine kurze Antwort sehr dankbar

Freundlicher Gruß


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.05.2006 | 19:53

Sehr geehrte Ratsuchende,


da Ihr Vermittlungsprovision auf jeden Fall angefallen ist, sollten Sie die Zahlung der Rate, wie vereinbart, anmahnen und ihm dazu eine Frist setzen. Zahlt er nicht, sollten Sie einen Anwalt mit der Durchsetzung Ihrer berechtigten Forderung beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen
A. Schwartmann

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