Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.405
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Auftragsstornierung B2B


| 31.08.2017 12:55 |
Preis: 25,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrter Herr Anwalt,

ich bin selbständiger Promoter und habe vor meinem Urlaub einen Auftrag per Mail bestätigt bekommen. Während meines Urlaubes wurde aber dieser Auftrag storniert. Der Auftraggeber hat mir jedoch die Auftragsbestätigung zugemailt. In der Rahmenvereinbarung haben wir keinerlei Paragraphen bzgl. Entschädigung.

Da der Auftraggeber mir versehentlich einen Betrag doppelt überwiesen hat fordert er diesen zurück. Der Auftraggeber ist der MEinung, dass der zu viel ausgezahlte Beitrag nicht mit einer Entschädigung zu verrechnen sei, da ich keiner Bestätigung mit Unterschrift und Stempel der Firma hätte. Witzige Aussage oder ?


Welche Chancen habe ich meine Entschädigung geltend zu machen. Aus dem Urlaub war es mir nicht möglich, einen anderen Auftrag entgegenzunehmen. Ausserdem hatte ich für diesen Auftrag mein FLugticket gebucht.



Mit freundlichen Grüßen


G. Özkul

31.08.2017 | 13:55

Antwort

von


45 Bewertungen
Zweinaundorferstrasse 1
04318 Leipzig
Tel: 015731344210
Tel: 034197475372
Web: www.kanzlei-vicky-neubert.de
E-Mail:
Diese Anwältin zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Sie können die Ihnen entstandenen Schäden wie das gebuchte Ticket(bzw. die Stornogebühren) als Schadensersatz geltend machen- §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 2, 241 Abs. 2 BGB. Das von Ihnen geschilderte stellt zumindest eine Vertragsanbahnung dar gem. § 311 Abs.2 BGB.

Anspruchsgrundlage:

§ 280
Schadensersatz wegen Pflichtverletzung
(1) 1Verletzt der Schuldner eine Pflicht aus dem Schuldverhältnis, so kann der Gläubiger Ersatz des hierdurch entstehenden Schadens verlangen. 2Dies gilt nicht, wenn der Schuldner die Pflichtverletzung nicht zu vertreten hat.
(2) Schadensersatz wegen Verzögerung der Leistung kann der Gläubiger nur unter der zusätzlichen Voraussetzung des § 286 verlangen.
(3) Schadensersatz statt der Leistung kann der Gläubiger nur unter den zusätzlichen Voraussetzungen des § 281, des § 282 oder des § 283 verlangen.

§ 241
Pflichten aus dem Schuldverhältnis
(1) 1Kraft des Schuldverhältnisses ist der Gläubiger berechtigt, von dem Schuldner eine Leistung zu fordern. 2Die Leistung kann auch in einem Unterlassen bestehen.
(2) Das Schuldverhältnis kann nach seinem Inhalt jeden Teil zur Rücksicht auf die Rechte, Rechtsgüter und Interessen des anderen Teils verpflichten.

§ 311
Rechtsgeschäftliche und rechtsgeschäftsähnliche Schuldverhältnisse
(1) Zur Begründung eines Schuldverhältnisses durch Rechtsgeschäft sowie zur Änderung des Inhalts eines Schuldverhältnisses ist ein Vertrag zwischen den Beteiligten erforderlich, soweit nicht das Gesetz ein anderes vorschreibt.
(2) Ein Schuldverhältnis mit Pflichten nach § 241 Abs. 2 entsteht auch durch
1.
die Aufnahme von Vertragsverhandlungen,
2.
die Anbahnung eines Vertrags, bei welcher der eine Teil im Hinblick auf eine etwaige rechtsgeschäftliche Beziehung dem anderen Teil die Möglichkeit zur Einwirkung auf seine Rechte, Rechtsgüter und Interessen gewährt oder ihm diese anvertraut, oder
3.
ähnliche geschäftliche Kontakte.
(3) 1Ein Schuldverhältnis mit Pflichten nach § 241 Abs. 2 kann auch zu Personen entstehen, die nicht selbst Vertragspartei werden sollen. 2Ein solches Schuldverhältnis entsteht insbesondere, wenn der Dritte in besonderem Maße Vertrauen für sich in Anspruch nimmt und dadurch die Vertragsverhandlungen oder den Vertragsschluss erheblich beeinflusst.

Diesbezüglich ein Schreiben an den Gegner formulieren und unter Erläuterung des Sachverhalts und Auflistung der entstandenen Kosten zur Schadensregulierung auffordern. Hierzu unbedingt eine Zahlungsfrist setzen, damit letztlich genau nachvollzogen werden kann, ab wann bei Nichtzahlung Mahngebühren und Zinsen zu entrichten sind.

Der Vertrag wurde mit ihm als Vertragspartner gemacht und ist auch ohne Firmenstempel gültig. Sie sind im Besitz einer Rahmenvereinbarung und sogar einer Auftragsbestätigung. Dieses Argument zählt also nicht. Es kann zur Vermeidung von Verwaltungsaufwand aufgerechnet werden, natürlich nur über den Betrag den Sie als Schadensersatz tatsächlich fundiert mit Belegen geltend machen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Vicky Neubert
Rechtsanwältin


Rechtsanwältin Vicky Neubert, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 31.08.2017 | 13:59

Der Auftraggeber lehnt den Schadenersatz ab, weil sein Auftraggeber den Auftrag storniert hat. Das sollte doch sein Problem sein !

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.08.2017 | 14:16

Das ist richtig. Sie sollten sich, da er eine Zahlung dann endgültig verweigert und er somit in Verzug gerät(auch ohne Mahnung) gem. § 286 Abs. I, II Nr. 3 BGB einen Rechtsbeistand nehmen, um Ihre Ansprüche notfalls gerichtlich durchzusetzen.
In den meisten Fällen hilft jedoch ein letztes Aufforderungsschreiben vom Anwalt.

Bewertung des Fragestellers 31.08.2017 | 18:46


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr sachlich und einfach für einen Nicht Juristen verstaendlich erklaert."
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Vicky Neubert, Dipl.-Jur. »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 31.08.2017
4,8/5.0

Sehr sachlich und einfach für einen Nicht Juristen verstaendlich erklaert.


ANTWORT VON

45 Bewertungen

Zweinaundorferstrasse 1
04318 Leipzig
Tel: 015731344210
Tel: 034197475372
Web: www.kanzlei-vicky-neubert.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Strafrecht, Zivilrecht, Versicherungsrecht, Verkehrsrecht, Ordnungswidrigkeiten