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16.06.2006 22:54 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Sehr geehrte Damen und Herren,

im März diesen Jahres wurde ich von einem Mitglied der Geschäftsleitung eines Unternehmens xy telephonisch angefragt, ob ich ein Abseiltraining aus Kombistablern für einen Kunden der Firma xy durchführen könnte. Ich sagte zu.
(Kombistabler befüllen Regale bis in eine Höhe von 15 Meter. Falls ein Defekt am Stabler auftritt, kann der Fahrzeugführer in dieser Höhe festsitzen. Deshalb ist auf jedem Stabler eine Abseilset vorhanden. Allerdings sollte man im Gebrauch des Set fachgerecht unterwiesen worden sein. Deshalb das Abseiltraining.)
Nachdem ich - bei einem persönlichen Treffen - Einzelheiten mit dem Herrn der Firma xy besprochen habe, fertigte ich eine Kurskonzeption für das Abseiltraining an. Diese sendete ich per Mail an die Firma xy plus eine Übersicht der vorrausichtlichen Kosten und Spesen für die Konzeption und das Abseiltraining.
Ich bekam daraufhin eine Mail mit dem Dank für die Konzeption und das Okay für den Kostenvoranschlag.
- Am 28.04 führte ich das Abseiltraining durch.
- Am 29.04 versendete ich die Rechnung, entsprechend dem Kostenvoranschlag.
- Am 12.05 meldete sich die Firma xy, ob ich denn nun schon eine Rechnung gestellt hätte. Es läge nämlich noch keine Rechnung vor.
- Am 12.05 sendete ich daraufhin - wie gewünscht - eine Rechnungskopie per mail.
- Am 31.05 sendete ich per mail eine Mahnung plus einer Rechnungskopie.
Bis heute ist noch keine Zahlung eingegangen.

Fragen:
Falls ich nun einen Rechtsanwalt beauftrage, ein Mahnverfahren einzuleiten, muss dann die Firma xy die Kosten tragen?
Auch falls sich die Beauftragung des Rechtsanwalts und der Zahlungseingang unmittelbar überschneiden?

Herzlichen Dank und mit freundlichen Grüßen





























































































Sehr geehrter Ratsuchende,
sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Frage!

Die entstehenden Anwaltsgebühren muß die Gegenseite nur tragen, wenn diese sich vor Einschalten des Anwaltes bereits in Verzug befand.
Die Gegenseite befindet sich in Verzug, wenn diese bereits einmal - und zwar nach Fälligkeit des Rechnungsbetrages - gemahnt wurde.
Alternativ kommt die Gegenseite in Verzug, wenn seit Fälligkeit 30 Tage vergangen sind oder für die Zahlung ein Zeitpunkt nach Kalender festgelegt wurde (und dieser ohne Zahlungseingang verstrichen ist).

Ich entnehme Ihrer Sachverhaltsdarstellung, daß die Mahnung bereits erfolgt ist und vermute aufgrund Ihrer Mahnung, daß die Zahlung bereits fällig ist, so daß sich die Gegenseite bereits in Verzug befindet. Dementsprechend fallen die Anwaltsgebühren der Gegenseite zu Last. Dies gilt auch, wenn sich Anwaltsschreiben und Zahlungseingang überschneiden.

Jedoch müssen Sie den Zugang des Mahnschreiben beweisen können.

Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber

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