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Auftrag zurückgezogen


11.01.2006 18:54 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir würden uns über die Beantwortung der folgenden Frage sehr freuen:

Wir sind Studenten, die für Firmen professionelle Internetseiten mit Datenbankanwendungen entwickeln. Vor diesem Kontext hat uns
die Verwaltungseinheit einer Universität in NRW nach einem Vergleich mit mehreren lokalen Agenturen den Auftrag zur Entwicklung einer Corporate Identity einer noch zu gründenden Firma gegeben. Der Gesamtwert betrug laut Angebot 6.000 €. Nach Absprache mit dem Auftraggeber begannen wir mit einmonatiger Verzögerung zunächst mit der Entwicklung der Internetseite.

Obwohl der Auftraggeber laut seiner späteren Aussage damit nicht zufrieden war, daß wir mit der Internetseite begannen, kommunizierte er dies nicht. Die Verträge, welche wir zur rechtlichen Absicherung mit Beginn der Arbeit vorgelegt hatten, wurden inhaltlich abgelehnt, und erst nach knapp zwei Monaten überarbeitet zurückgegeben. Während dieser zwei Monate arbeiteten wir nach wie vor an der Internetseite, in enger Absprache und Zusammenarbeit mit dem Kunden (Treffen, Layoutvorschläge, etc.). Nach Fertigstellen der Layouts sowie teilweiser Programmierung der Funktionalität teilten wir dies dem Auftraggeber mit. Dieser warf uns in einem kurz darauf folgenden überraschenden Gespräch Unprofessionalität vor, und zog den Auftrag zurück.

In dem Abschlußgespräch spielte von Seiten des Auftraggebers insbesondere die Tatsache eine Rolle, daß wir in Ermangelung einer Rechtssicherheit unsere Arbeit an der Corporate Identity und Internetseite eingestellt hatten, um nicht weitere unbezahlte Arbeit zu tätigen. Dies hatten wir dem Auftraggeber mitgeteilt. Dadurch konnten wir den von dem Auftraggeber geforderten Fertigstellungszeitraum nicht einhalten. Auf unser Angebot, die dringend fertigzustellende CI von einer anderen Agentur erstellen zu lassen, und die bisher gemeinsam investierte Arbeit in die Internetseite zu nutzen, und diese von uns fertigstellen zu lassen, lehnte der Auftraggeber ab. Unsere Frage nun ist, ob wir Teile der geleisteten Arbeit in Rechnung stellen können. Die Internetseite hat einen Gesamtwert von 3.000 €, und wir haben bis jetzt gute zwei Monate und sehr viel Zeit auch unseres Studiums und unserer Freizeit für dieses Projekt geopfert.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

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Guten Abend,

da sind Sie in eine ärgerliche Lage geraten.

So wie Sie die Situation beschreiben (Auftragsvergabe durch die Verwaltungseinheit der Universität, in der Folge Arbeit an der Internetseite in Absprache mit dem Auftraggeber), könnte ein Vertrag zwischen Ihnen und Ihrem Auftraggeber zustandegekommen sein, aufgrunddessen Ihnen grundsätzlich Vergütungsansprüche zustehen dürften und den Ihr Auftraggeber nicht einfach wieder abblasen durfte. Auf der anderen Seite waren Sie sich jedoch offensichtlich über wesentliche Punkte des Vertragsinhalts nicht einig, was letztlich dazu geführt hat, dass aus dem Auftrag nichts wurde. Dies könnte wiederum gegen die Existenz eines Vertrags sprechen mit der Folge, dass Sie keine Vergütungsansprüche geltend machen könnten. Insoweit kommt es auf die Einzelheiten Ihres Falles an - auf welcher Kommunikationsbasis genau Sie an der Internetseite gearbeitet haben und über welche Vertragspunkte genau Einigkeit bzw. Uneinigkeit bestand.

Sollte sich danach ergeben, dass tatsächlich eine vertragliche Basis vorhanden war (was nach Ihrer Schilderung anzunehmen ist), dann durfte Ihr Auftraggeber den Auftrag nicht einfach zurückziehen. Dies hätte zur Folge, dass Sie entweder die volle vereinbarte Vergütung - natürlich gegen Erbringung Ihrer vollen Leistung - oder zumindest, nach § 642 BGB, eine angemessene Entschädigung für den geleisteten Aufwand verlangen könnten.

Sie sollten also die Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen. Je nachdem, ob Sie den Auftrag noch gern fortführen würden oder nicht, sollten Sie entweder auf Fortsetzung des Auftrags und Zahlung der vollen vereinbarten Vergütung oder auf Zahlung einer angemessenen Entschädigung für Ihren bisherigen Aufwand bestehen. Sie sollten sich außerdem überlegen, für den nun anstehenden "Papierkrieg" einen Rechtsanwalt zu beauftragen. Gern können Sie hierfür auch auf mich (meine Kontaktdaten finden Sie auf meiner Homepage) zurückgreifen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Auskunft weiterhelfen, und wünsche Ihnen viel Erfolg in dieser Angelegenheit. Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 11.01.2006 | 20:25

Sehr geehrte Frau Laurentius,

das Vertragsverhältnis dürfte wohl in jedem Fall bestanden haben, da der Auftraggeber die gesamte Zeit mit uns zusammen an der o.g. Internetpräsenz gearbeitet hat, und seine Wünsche in unsere Arbeit eingeflossen und umgesetzt worden sind.
Was würde uns eine entsprechende Vertretung durch Ihre Person im Worst-Case und im Best-Case kosten? Darunter verstehen wir

a) Worst-Case

- Einen Brief von Ihnen an unsere Auftragsgeber mit der Bitte um Klärung
- Eine verneinende Antwort o.g. Institution
- Ausschöpfung sämtlicher Rechtsmittel
- Entscheidung zu unseren Ungunsten durch das Gericht
- Einlegen von Widerspruch
- Abermalige Niederlage

b) Best Case
- Brief mit der Bitte um Klärung
- Ablehnung durch Auftraggeber der Fortführung des Auftrages
- Gerichtlicher Entscheid zu unseren Gunsten

Dann wüßten wir natürlich gerne, wie weit Ihr Erfahrungsspektrum mit derartigen Fällen reicht, und ob Sie Mitglied bestehender Anwaltsvereinigungen sind, etc.

Vielen Dank für Ihre freundliche Antwort und Ihre Bemühungen!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.01.2006 | 21:26

Zu Ihrer Nachfrage werde ich Ihnen morgen Vormittag eine Mail schreiben.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

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