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Auftrag in Gemeinschaften an dritte Firmen etc

| 07.10.2015 21:08 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Sehr geehrte Anwälte,

wenn ein Miteigentümer in einer Erbengemeinschaft einen Auftrag ohne Wissens des anderen an eine Handwerkerfirma zur Sanierung des zur Erbengemeinschaft gehörenden Wohnung im Haus beauftragt, muss dann der Miteigentümer sich fügen ? Bzw kann oder muss er den strittigen Betrag im Innenverhältnis nach Begleichens des Handwerkers im Außenverhältnis, zurückfordern ?

Oder ist es so, dass sich die Handwerksfirma nur an den Teil der Erbengemeinschaft richten kann, der ohne Rückhalt im Innenverhältnis Aufträge vergibt ?

Es ist ja so, dass bei Aufträgen und Bestätigung eines Angebots durch Auftragsbestätigung ja nur ein Mitglied der Erbengemeinschaft bei fehlender Legitimation des anderen unterschreibt .
Muss daher auch in so einem Fall, auch die Firma "mitdenken" bzw kann es ihre eigene Schuld sein, wenn sie so was annimmt, wenn sie ja nicht mehr gutgläubig annehmen kann, dass es sich bei dem Auftraggeber um eine Einzelperson handelt ?
Das heißt wenn die Firma von einer Gemeinschaft nur eine Unterschrift und auch ohne Vertretung des anderen erhält, darf sie nach Gesetz dies überhaupt als gültigen Auftrag ansehen ?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Hier ist, wie Sie bereits zutreffend vermutet haben, zwischen dem Außen- und Innenverhältnis zu unterscheiden:

Eine Erbengemeinschaft hat keine Rechtsfähigkeit, es handelt sich um eine sogenannte Gesamthandsgemeinschaft. Schließt ein Mitglied der Gemeinschaft einen Vertrag mit einem Dritten, ist nach außen hin nur das jeweilige Mitglied berechtigt und verpflichtet. In Ihrem Fall bedeutet dies, dass die beauftragten Handwerker sich hinsichtlich Ihrer Vergütung nur an den unmittelbaren Auftraggeber wenden können. Aus diesem Grund muss ein Handwerker natürlich auch bei Auftragsannahme nichts weiter prüfen, der Vertrag mit dem einzelnen Mitglied der Erbengemeinschaft ist ohne weiteres gültig.

Eine anderer Frage ist das Innenverhältnis, also ob das beauftragende Mitglied die Kosten anteilig von den anderen Mitgliedern erstattet bekommen kann. Gemäß Paragraph 2038 BGB verwalten die Erben den Nachlass grundsätzlich gemeinschaftlich. Das bedeutet, dass bei einer wesentlichen Veränderung des Nachlasses (das dürfte bei einer umfassenden Sanierung gegeben sein) grundsätzlich alle Miterben zustimmen müssen. Lag eine solche Zustimmung nicht vor, hat das jeweilige Mitglied eigenmächtig gehandelt. Ein Anspruch auf anteiligen Kostenersatz durch die anderen Mitglieder besteht dann nicht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 07.10.2015 | 22:59

Vielen Danke
Zur Klärung sei noch darauf hingewiesen das die Gemeinschaft aus zwei Personen ( ich und noch eine Person also 50 zu 50 ) besteht

Von Notfällen bzw Dingen die ja neuerdings nach BGH Rechtssprechung mehrheitlich entschieden werden können, handelt es sich ja hier um eine andere Situation

Verstehe ich sie daher richtig, dass gewissermaßen der Handwerker sich in jedem Fall nur an die andere Muteigentümerin richten kann, er also sich zB gemäß 421 i.vm § 426 BGB aussuchen kann, an wen er sich wendet, da durch mich kein Auftrag gegeben wurde ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.10.2015 | 23:07

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Ich hatte Ihre Schilderung so verstanden, dass das andere Mitglied der Erbengemeinschaft den Handwerker in eigenem Namen beauftragt hat. Dann ist eben auch nur die andere Person Auftraggeber und zur Zahlung verpflichtet.

Eine Verpflichtung der gesamten Gemeinschaft durch einen Erben scheitert in diesem Fall an Paragraph 2038 BGB, da keine Einstimmigkeit vorlag. Insoweit konnte die andere Person nicht die gesamte Gemeinschaft als Gesamtschuldner verpflichten, selbst wenn bei Vertragsschluss offengelegt worden wäre, dass Auftraggeber die Erbengemeinschaft sein soll (etwa durch: "Person A in Vertretung der Erbengemeinschaft A, B beauftragt...").

Bewertung des Fragestellers 07.10.2015 | 23:14

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"Zur Nachfrage : es sollte heißen " ..nicht aussuchen " zur Bedeutung des § 426 BGB

Ansonsten gute Antwort

Zusatz : nein ich meinte es ganz anders : was ist wenn ein Miterbe gegenüber dem Handwerker vortäuscht das die ganze Gemeinschsft damit einverstanden ist, und die Miteigentümern also meine Tante einfach vorgibt, sie sei auch von mir beauftragt worden
Der Handwerker kann dieses Vortäuschen unter Umständen nicht erkennen
Ich gehe aber auch aufgrund ihrer Annahme und der Strafbarkeit solchen Verhaltens davon aus, dass der Handwerker nicht an mich rantreten kann, da ich ja real niemand beauftragte
Sollte das nicht so sei , bitte ich um Rahmen des Portals um eine Nachsntwort
Ansonsten gehe ich davon aus, dass das so ist wie sie es sagen, dass die Firma nur meine Tante in die Pflicht nehmen kann "
Stellungnahme vom Anwalt: