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Aufteilung Immobilienwert bei Trennung

| 12.08.2014 16:58 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Wir sind noch verheiratet, wollen uns trennen. Wir haben während der Ehe ein Haus der Oma übernommen. die hälfte des Preises bekam meine Frau als Erbanteil, 70.000,-- €uro, die andere hälfte musste von uns an den anderen Erben ausbezahlt werden über Finanzierung, Zusätzlich sind noch Kosten für den Umbau entstanden, ebenfalls um die 70.000,-- Euro. Deswegen haben wir aus steuerlichen Gründen (Erbschaft Hausanteil) nur sie im Grundbuch eintragen lassen. Wenn ich mit eingetragen worden wäre, hätte Erbschaftsteuer bezahlt werden müssen, haben meine Eintrag nach Ablauf der Steuerfrist aber versäumt. Zwischenzeitlich habe ich ebenfalls geerbt, 68.000,-- Euro, aus einer Unfallversicherung 15.000,-- Euro bekommen und BG-Rentennachzahlung von 10.000,-- Euro. Dieses Geld wurde hauptsächlich zur Tilgung genommen, sind jetzt dadurch schuldenfrei. Wir haben 7 Monate an dem Hausumbau gearbeitet, Kinderbedingt meine Frau etwas weniger. Kein Ehevertrag vorhanden.

Frage: 1

Bekomme ich die Hälfte aus dem geschätzten Wert des Hauses nach der Trennung?
(Meine Frau ist ja nur allein im Grundbuch eingetragen)oder kann Sie es verweigern?

Frage: 2

Wird das eingebrachte Erbe eventuell beider Seiten angerechnet? Ihr Erbe war vor ca 14 Jahren, meins vor ca 7 Jahren, oder fallen alle Erbschaften in den Zugewinn?

Vielen Dank für Ihre Antwort

Sehr geehrter Ratsuchender,

da Sie nach Ihren Angaben keinen Ehevertrag geschlossen haben, leben Sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Zum Zeitpunkt der Aufhebung der Zugewinngemeinschaft ist zu berechnen, welcher der Ehegatten mehr Zugewinn erzielt hat. Derjenige, der mehr an Vermögenswerten zugewonnen hat, hat dem anderen einen Ausgleich zu zahlen.

Die Höhe dieses Zugewinns ist besonders zu berechnen.

Es wird das Vermögen ermittelt, das die Ehegatten jeder für sich bei Eheschließung hatte, das sogenannte Anfangsvermögen und es wird das Vermögen ermittelt, dass jeder der Ehegatten zum Ende der Zugewinngemeinschaft hatten.

Da diese Berechnung insgesamt – bezogen auf alle Vermögenswerte – vorzunehmen ist, haben Sie auch keinen Anspruch „auf die Hälfte des Wertes des Hauses". Sie hätten allenfalls einen Anspruch auf einen Ausgleichsbetrag, nach der Gesamtberechnung.

Deswegen ist sowohl für Sie und der Frau der Zugewinn zu berechnen. Zum Endvermögen zählt sicher bei der Frau der Wert des Hauses, das in ihrem Allleineigentum steht. Ihre Vermögenswerte wären noch zu ermitteln.

Da sowohl Sie, als auch Ihre Frau, während der Ehe geerbt haben, sind diese Beträge, die noch dem Kaufkraftschwund anzupassen sind, dem Anfangsvermögen zuzurechnen. Je höher das Anfangsvermögen, desto geringer ist der Zugewinn, da das dazugewonnene Vermögen dadurch ermittelt wird, dass der Wert des Anfangsvermögen vom Wert des Endvermögens in Abzug gebracht wird.

Auf Seiten der Frau ist daher der Wert des Hauses (Endvermögen) zu ermitteln. In Abzug zu bringen ist aber die Erbschaft. Der dann verbleibende Wert wäre der Zugewinn, wenn keine anderen Werte vorhanden sind.

Sie haben dann einen Anspruch auf den Ausgleich.

Ihre Erbschaft wird ebenfalls bei Ihnen im Anfangsvermögen berücksichtigt. Ihr Endvermögen ist gesondert zu ermitteln. Möglicherweise ergibt sich auf Ihrer Seite kein Zugewinn, so dass die Frau allein ausgleichverpflichte wäre.

Eine detaillierte Berechnung ist zu erstellen. Zum Endvermögen gehören beispielweise auch Kontoguthaben, Sparguthaben etc., PKWs Schmuck etc..

Sie können erkennen, dass eine genaue Berechnung erforderlich sein wird.

Zusammenfassend ist zu sagen:

Einen hälftigen Anspruch auf dem Wert des Hauses haben Sie in der Form nicht, aber einen möglichen Ausgleichanspruch.

Die Erbschaften werden nach der oben genannten Berechnung bei beiden Ehegatten berücksichtigt.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 13.08.2014 | 09:41

Erst einmal vielen Dank für die schnelle Antwort!!
Zum Verständnis:
Anfangsvermögen waren nur die Erbschaften.
Bedeutet das: Das Haus ist 220000,00 €uro Wert, + ca 10.000,00 erwirtschafteter Zugewinn bei meiner Frau, =230000,00 €uro abzüglich Ihre 70000,00,
ergibt Zugewinn 160000,00 Euro, davon bekomme ich einen Ausgleich über 80.000,00 Euro?

Bei mir sieht es so aus: 63000,00 Anfangsvermögen aus Erbschaft, Endvermögen noch 25000,00, kein Zugewinn, sprich -38000,00.
Sehe ich das richtig, die 38000,00 sind weg oder bekomme ich da einen Ausgleich? Oder ist dies mit den 80000,00 erledigt, bzw mir bleiben die 25000,00 Endvermögen und ist damit abgegolten?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.08.2014 | 11:11

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre erste Berechnung ist annäherend zutreffend. Nach den genannten Beträgen ergibt sich der Ausgleichsanspruch in Höhe von 80.000,00 €. Dabei nehme ich an, dass der Betrag in Höhe von 10.000,00 € als Endvermögen zu verstehen ist.

Sie haben nach Ihrer Darstellung keinen Zugewinn erzeilt. Ihr Anfangsvermögen ist höher als das Endvermögen. Ein Zugewinn ist dann nicht vorhanden.

Sie würden nach Ihrer Darstellung dann 80.000,00 € erhalten UND die 25.000 € ebenfalls behalten.

Ungeachtet dessen ist ein gesonderter Ausgleichsanspruch gegen die Frau wegen der Darlehenstilgungen zu klären. Offenbar sind Erbschaften von Ihrer Seite zur Tilgung verwendet worden. Nach Scheitern der Ehe könnten sich daraus noch Ansprüche herleiten lassen. Das ist aber gesondert zu klären; insbesondere was für Sie am günstigsten ist.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 19.08.2014 | 10:09

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 19.08.2014 5/5,0
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