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Aufteilung Erbe in Verbindung mit Darlehensgewährung eines Erben an Verstorbene

26.02.2021 09:50 |
Preis: 48,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


13:04
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage zu einem Erbe bzw. zur Auszahlung eines Erben in Verbindung mit einem zu Lebzeiten geleisteten Darlehen eines Erben an den Verstorbenen.
Der Fall konkret: 3 Geschwister haben nach dem Tod des Vaters (der liegt 4 Jahre zurück, die Mutter ist bereits schon früher verstorben) das Elternhaus zu den Teilen 2/4 // ¼ // ¼ geerbt. Alle Erben haben das Erbe angenommen. Nun soll einer der Erben seinen Anteil ausgezahlt bekommen.
Soweit klar, allerdings hat der Erbe mit den 2/4-Teil den Eltern zu Lebzeiten ein Darlehen gewährt. Die Frage ist nun, wie dieses Darlehen richtig verrechnet wird.
Kann die Darlehenssumme ‚einfach‘ vom geschätzen Gesamtwert des Hauses inkl. Grundstück abgezogen und die Restsumme dann entsprechend des Erbanteils aufgeteilt bzw. ausgezahlt werden?
Oder muss die Darlehenssumme als „Schulden" behandelt werden? Und, wenn ja, muss der Darlehensgeber dann 2/4 der „Schulden" von seinem Erbanteil abziehen und die anderen beiden Erben je ¼ entsprechend des Erbanteils? Oder würde je 1/3 der Schulden auf jeden der drei Erben fallen?

Der Darlehensvertrag enthält folgenden Passus zur Fälligkeit:
Der Darlehensgeber gewährt das Darlehen für eine unbefristete Zeit, da der Darlehensnehmer das Darlehen aktuell nicht zurückzahlen kann. Das Darlehen samt Zinsen wird spätestens nach Ableben der Darlehensnehmerin in Verbindung mit dem Nachlass zurückgezahlt.
26.02.2021 | 10:14

Antwort

von


(541)
Hagenburger Str. 54A
31515 Wunstorf
Tel: 05031/951013
Web: http://www.anwaeltin-holzapfel.de
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Sehr geehrte Fragestellerin,


Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Das Darlehn mindert den Nachlass. Das bedeutet, dass der Darlehnsgeber aus dem Nachlass zunächst die noch valutierende Summer verlangen kann, der restliche Nachlass wird dann entsprechend der Quote verteilt.

Beispiel:

Wert des Nachlasses: 300.000 €
abzüglich Schulden: - 100.000 €
bereinigter Nachlass: 200.000 €

Diese Summe wird verteilt, so dass zwei Kinder je 50.000 € und ein Kind 100.000 € erhalten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-


Rückfrage vom Fragesteller 01.03.2021 | 11:29

Sehr geehrte Frau Holzapfel,

Danke für Ihre Antwort. Allerdings möchte ich mich in dem einen Punkt, der mich ursprünglich veranlasst hat, rechtlichen Rat einzuholen, nochmals vergewissern.

Wenn der Nachlass ausschließlich aus dem Haus besteht, lautet Ihr Rechenbeispiel also wie folgt:

Geschätzter Wert des Hauses: 200 000
Abzüglich Darlehen: 100 000
Restwert: 100 000

Dann Aufteilung 50.000, 25.000, 25.000

Da die Person, die 50 Prozent des Erbes erhält, der Darlehensgeber an die Eltern war, muss sie also tatsächlich auch 2/4 des eigenen Darlehens tragen? Das Darlehen wird also nicht in drei gleichen Teilen auf die Erben verteilt? Das Haus wird ja nicht verkauft, so dass kein Bargeld zur Verfügung steht, aus dem das Darlehen getilgt werden könnte, bevor der Restwert auf die Köpfe verteilt wird.

Für eine kurze Rückmeldung, um in diesem konkreten Punkt seitens der Rechtsprechung sicher zu sein, wäre ich Ihnen dankbar.

Vielen Dank und schöne Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 01.03.2021 | 13:04

Sehr geehrter Fragesteller,


gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Der Darlehnsgeber bekommt aus dem Nachlass sein Darlehn zurückgezahlt. Nur dadurch ergibt sich die Minderung des Nachlasses: Der Darlehnsgeber bekommt in meinem Beispiel seine 100.000 € Darlehn zurückgezahlt und ZUSÄTZLICH die Quote aus dem restlichen Nachlass.

Er erhält also sein Darlehn von 100.000 € und (in meinem Beispiel) die 100.000 € aus der Verteilung des restlichen Nachlasses, insgesamt 200.000 €, die anderen erhalten je 50.000 €.

Wenn das Haus nur 200.000 € wert ist, erhält der Darlehnsgeber 150.000 € und die anderen je 25.000 €.

Wenn das Haus nicht verkauft werden soll, muss der Erbe, der die Immobilie übernimmt, ggf. durch Kredite die anderen auszahlen.

Da der Nachlass werthaltig ist, sind die Schulden in jedem Fall vor der Verteilung zu tilgen, da sonst der Darlehnsgeber seine Forderung zugunsten der Quote der anderen Erben nicht durchsetzen könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

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